Rede Ralph Müller-Schallenberg auf der LJV-Mitgliederversammlung 2019

Ralph Müller-Schallenberg

Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen

Rede LJV-Mitgliederversammlung (TOP 3)

Samstag, 18. Mai 2019, 13.30 Uhr

Münster, Halle Münsterland

Es gilt das gesprochene Wort.

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

 

liebe Jägerinnen und Jäger.

 

Vor einem Jahr auf dem Landesjägertag in Köln habe ich zum neuen Landesjagdgesetz gesagt: Der Drops ist ausgepackt und der erste Geschmack ist nicht schlecht.

 

Heute können wir feststellen: Der Drops ist gelutscht, die jagdpolitische Wende in Nordrhein-Westfalen vollzogen. Heute Morgen habe ich das vollbrachte Werk politisch gewürdigt. Heute Nachmittag werden wir im Verlauf der Tagesordnung noch über eine wichtige Neuerung in diesem Zusammenhang sprechen, nämlich den Übergang der abgeschafften staatlichen Jagdabgabe zum treuhänderischen Jagdbeitrag des Landesjagdverbandes.

Über das Bundesjagdgesetz, den Wolf und die Waffenrichtlinie hatte ich heute Vormittag ebenfalls schon gesprochen. Lassen Sie mich hier noch gleich ein Wort sagen zum Thema Afrikanische Schweinepest. Das Risiko ist nach wie vor hoch. Gerade angesichts der Entwicklung in Belgien und Frankreich. Mich überrascht, dass ASP im Osten und Westen aufgetreten ist, aber hier nichts festgestellt worden ist. Das ist positiv, aber auch bemerkenswert. Wir sind allerdings auch sehr aufmerksam und sehr gut vorbereitet. Dafür haben wir eine Wildtier-Seuchenvorsorge-Gesellschaft gegründet, die im Ernstfall bis zu drei Kernregionen vor allem in Ostwestfalen und im Münsterland einzäunen und von heute auf morgen reagieren kann. Das Thema ist etwas in den Hintergrund geraten. Aber die Gefahr bleibt groß.

 

Zu meinen Aufgaben gehört es in dieser Mitgliederversammlung, Ihnen Bericht zu erstatten über die jagd- und verbandspolitisch relevanten Vorgänge des abgelaufenen Jahres 2018. Selbstverständlich kann der vollständige Bericht abgerufen oder eingesehen werden an den bekannten analogen und digitalen Adressen und ist auch hier in der Halle Münsterland einsehbar und bereits im Rheinisch-Westfälischen Jäger veröffentlicht worden. So kann ich mich auf einige Kernelemente beschränken.

 

Nach dem Imagefilm „Natur leben, lieben und schützen!“ im Winter 2017/18 sorgte der Landesjagdverband im September 2018 mit einer ganzseitigen Anzeige in allen nordrhein-westfälischen Tageszeitungen für Aufsehen. Sieben Millionen Zeitungsleser im ganzen Land konnten so erreicht werden.

 

Die Mittel für die Leuchtturmprojekte hatte die LJV-Mitgliederversammlung zuvor beschlossen und im Verbandsetat bereitgestellt. Auch künftig soll mit ähnlichen Leuchtturmprojekten für Jagd und Jäger geworben werden.

 

Nach dem LJV-Imagefilm startete Ende Februar 2018 auch ein erster Film der Jungen Jäger aus Köln auf der Homepage des LJV sowie auf dessen Kanälen auf Youtube und Facebook.

 

Erstmals wurde in 2018 ein NRW-Ladies Cup im jagdlichen Schießen veranstaltet. Dabei ging es weniger um ein Wettkampfschießen als darum, die Breitenarbeit zu fördern und Anregungen für die Organisation von regionalen Schießveranstaltungen zu geben. So waren neben Trap und Skeet mit der Flinte auch Kipphasen zu beschießen und beim Büchsenschießen unterstützte etwa der Zielstock die treffsichere Schussabgabe. Bei allem standen Spaß und Geselligkeit im Vordergrund.

 

Ende Mai fand der 31. Landeswettbewerb im Jagdhornblasen vor der Kulisse des Burg Linn in Krefeld statt. Zum Wettbewerb trafen sich am sonnigen Niederrhein rund 1.500 Jagdhornbläser aus ganz NRW, um gemeinsam zu musizieren und sich miteinander in den insgesamt fünf Wertungsklassen zu messen.

 

Knapp 840.000 Wildschweine haben die Jäger in der Saison 2017/18 erlegt. Das waren knapp 42 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit wurden die Hochrechnungen aus dem September noch deutlich übertroffen. In Nordrhrein-Westfalen wurden 62.450 Stück Schwarzwild erlegt. Hinzu kamen zuzüglich 3.600 Stück Fallwild.

 

Auch 2018 wurde den Mitgliedern an den drei Fortbildungsstandorten im Biotop- und Artenschutzzentrum Rheinberg, Hubertusheim Rheda-Wiedenbrück und  Jagdparcours Buke ein umfangreiches und vielschichtiges Fortbildungsprogramm angeboten, darunter allein 58 Seminare.

 

2018 wurde in den Referenzrevieren je eine Frühjahrs- und Herbstzählung durchgeführt. An diesen Erhebungen haben sich wiederum nahezu alle der rd. 110 Referenzreviere beteiligt.

 

Das Präsidium dankt den Vorständen der Kreisjägerschaften und Hegeringe sowie allen Obleuten und Sprecherinnen für ihr Engagement im vergangenen Jahr. Dieser Dank gilt auch allen anderen ehrenamtlich für das Jagdwesen Tätigen. Ohne diese ehrenamtliche Tätigkeit wären zahlreiche Erfolge in der Verbandsarbeit nicht möglich gewesen. Bitte unterstützen Sie uns auch im laufenden Jahr mit Ihren Ideen und Ihrem tatkräftigen Einsatz!

 

Sie sehen, dass sich unser Einsatz lohnt. Noch wichtiger ist es, dabei niemals nachzulassen. Es gibt bekanntlich nichts Gutes – außer man tut es.

 

Vielen Dank dafür und für Ihre Aufmerksamkeit.

 

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