Tierleid zur Urlaubszeit vermeiden!

Dortmund, 01. August 2019 (LJV). Jahr für Jahr werden Tausende von Haustieren zur Urlaubszeit ausgesetzt – ein grober Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, der größte Vertrauensbruch gegenüber einem Tier und zugleich eine Belastung für unsere Natur.

 

ausgesetzter hund ljv nrw a. schneider

Jährlich werden zur Urlaubszeit Tausende von Haustieren ausgesetzt - der größte Vertrauensbruch gegenüber einem Tier. (Szene nachgestellt)

 

Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen, erklärt: „Leidtragende sind nicht nur Hunde, Katzen und Co., sondern auch unsere heimischen Wildtiere.“ Er fordert zu verantwortungsbewusstem Handeln auf. Den ausgesetzten Hunden und Katzen bleibe ja gar nichts anderes übrig, als sich aus der Natur zu ernähren, indem sie wildern.

 

Mit einer landesweiten Plakataktion weist der Landesjagdverband NRW aktuell auf tierfreundliche Alternativen hin. Nachbarn, Freunde und Tierpensionen nehmen oft gerne Minka oder Rex für die Urlaubswochen auf. 

 

„Oder wie wäre es, das Haustier einfach mit in den Urlaub zu nehmen?“ schlägt Müller-Schallenberg vor. “Viele Hotels und Pensionen sind dazu gegen Zahlung einer geringen Pfotengebühr gerne bereit. Das ist ein tolles Erlebnis für die ganze Familie und für den Vierbeiner ohnehin das Größte.“

 

Trotzdem werden alljährlich zur Urlaubszeit Haustiere ausgesetzt. Tierleid gibt es also bei uns genug. Man muss nicht noch zusätzlich aus dem Urlaubsland einen echten oder vermeintlichen Straßenhund mitbringen!

 

Unsere Tierheime sind voll. Zunehmend erlassen Kommunen daher Hundehaltern für mehrere Jahre die Hundesteuer, wenn sie ein Tier aus dem Tierheim aufnehmen. Ein Beispiel, was Schule machen sollte. 

 

„Noch besser wäre es, wenn die Kommunen in diesem Zuge auch gleich die Hundesteuer für Jagdgebrauchshunde abschaffen würden. Schließlich leisten wir Jäger mit unseren Hunden einen wichtigen Beitrag für Gesellschaft und Tierschutz, beispielsweise nach Wildunfällen,“ so Müller-Schallenberg.

 


 

Ausgesetzte Haustiere zur Urlaubszeit

 

Es gibt keine belastbaren Zahlen, wie viele Haustiere tatsächlich pro Jahr ausgesetzt werden. Tierschutzorganisationen geben Zahlen zwischen 70 000 und 500 000 Haustieren pro Jahr an. Wie diese Zahlen hergeleitet werden, ist unbekannt. Fest steht, dass jedes ausgesetzte Haustier eines zu viel ist.

 

Wer Haustiere aussetzt, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Nach §3 des Tierschutzgesetzes ist es verboten, Tiere auszusetzen. Die Ordnungswidrigkeit wird zu Recht mit einer Hohen Geldbuße bestraft.

 

Wer sein Haustier in die Obhut Dritter gibt, muss ein paar Dinge beachten: Machen Sie Ihr Haustier im Vorfeld mit dem Betreuer vertraut. Wichtig sind dabei Informationen zum Fütterungsverhalten, Auslauf, Krankheiten und die Adresse des Tierarztes für den Notfall. Sollte sich kein Bekannter finden, gibt es Tierpensionen und spezialisierte Hotels für Vierbeiner. Ebenfalls bieten viele Züchter an, die Urlaubsbetreuung ihres Zöglings zu übernehmen.

 

Wie reagieren, wenn Sie ein ausgesetztes Tier finden? Schnelles Handeln ist erforderlich. Gerade im Sommer ist die Hitze eine schlimme Gefahr. Ob Hitzschlag oder sogar Hitzetod – benachrichtigen Sie schnellstmöglich die Polizei, Feuerwehr oder das örtliche Ordnungsamt. Seien Sie vorsichtig, wenn das Tier scheu oder verängstigt ist und bieten dem vernachlässigten Tier vor allem an heißen Tagen etwas Wasser an.

 


 

Mit der Plakatkampagne "Er war treu..." appelliert der Landesjagdverband NRW an Tierhalter, im Urlaub keine Haustiere auszusetzen.

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