Sieger Lernort Natur Preis 2017 und Ehrungen

Die Teilnehmer in der Übersicht:

Mit dem Lernort Natur Preis wird jedes Jahr ein besonders gelungenes und herausragendes Projekt vom Landesjagdverband NRW e.V. ausgezeichnet.

In diesem Jahr ist die Kreisjägerschaft Essen e.V. für Ihr Projekt, „Lernort Natur in der Kreisjägerschaft Essen“ mit dem Lernort Natur Preis 2017 ausgezeichnet worden.

Sieger Lernort Natur Preis 2017

Sieger Lernort Natur Preis 2017 - Heinz-Joachim Lappe, Detlef Knocke, Hans-Bernhard Mann Vorsitzender KJS Essen, Ralph Müller-Schallenberg Präsident LJV NRW

Das beispielhafte und herausragende Konzept der Kreisjägerschaft Essen e.V., teilt sich in 5 Säulen auf, so gelingt es der Kreisjägerschaft mit ihrem Projekt die Zielgruppe breiter zu Fächern und auf verschiedenen Wegen zu erreichen. Betreut wird das Projekt von drei ehrenamtlichen Betreuern der Rollenden- und Stationären Waldschulen.

 

  1. Säule: Haus des Waldes im Grugapark

Das Haus des Waldes im Grugapark der Stadt Essen dient dazu, den Besuchern des Grugaparks Gelegenheit zu geben, die in Deutschland vorkommenden Wildarten als Tierpräparate einmal aus der Nähe zu betrachten.

 

Ferner dient das Haus des Waldes als Unterrichtsstätte für Schulen, Kindergärten, Erwachsenenbildung und zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung.

 

  1. Säule: Rollende Waldschule

In der Rollenden Waldschule werden 75 Präparate der im Großraum Essen vorkommenden Tiere je nach Wetterlage auf den Schulhöfen oder in den Klassenzimmern präsentiert und die Lebensweise des Wildes vorgestellt.

 

In Kindergärten werden an Projekttagen Nistkästen unter Anleitung gebaut und anschließend aufgehängt.

 

Insgesamt wurde die Rollende Waldschule 2016 in 7 Kindertagesstätten, in 7 Schulen, an 22 öffentlichen Veranstaltungen, für 2 Ausstellungen und für 4 Projekttage eingesetzt.

 

  1. Säule: Rollende und Stationäre Waldschule

Eine zweite Rollende Waldschule wird zu speziellen Einsätzen und als Ergänzung der ersten Rollenden Waldschule und dem Haus des Waldes eingesetzt.

 

Diese zweite Waldschule kann auf einem Anhänger bewegt und stationär aufgebaut werden.

 

Einsätze der 2. Rollenden Waldschule:

  • „Tiere auf dem Bauernhof“, Steenkamp Hof
  • „Schönebecker Bauernmarkt“, Essen Schönebeck
  • Schulprojekt über 5 Tage, Gesamtschule Hünxe
  • Schlossschule Borbeck, Schlossstraße
  • Kinderschutzbund Essen, Notaufnahme Spatzennest, Altenessen

 

  1. Säule: Einbindung in den Schulunterricht

Ab 3. – 4. Schuljahr unterrichten die Lernort-Natur-Aktiven 2-mal pro Woche im Sachunterricht die Themen:

  •  „Unsere Natur – Tiere in Wasser, Wald, Wiese und in der Luft.“
  • Vorstellung von Bäumen, deren Blättern und Früchten
    Per Beamer werden Bilder projiziert und von den Kindern ausgemalt und mit Blättern versehen. Ein Gesamtbild wird erstellt und die Kinder stellen anschließend allen Klassen mit Vorträgen über Tiere und Bäume ihr Projekt vor.

 

 

  1. Säule: Mobile Kinder- und Schulbox

In der Schulbox sind alle notwendigen Tierpräparate zum Schulunterricht enthalten. Hase, Kaninchen, Fuchs, Stein- und Baummarder, Stockenten, Mausebussard, Habicht, Turmfalke, Sperber, Elster etc. Ferner Baumscheiben, Blätter, Früchte, Material für Nistkästenbau.



Der Preis wird stellvertretend für die vielen Lernort-Natur-Aktiven auf dem Landesjägertag entgegengenommen von:

- Herrn Heinz-Joachim Lappe, Leiter des Hegerings Essen-Borbeck

- Herrn Detlef Knocke, hier in seiner Funktion als Obmann für Lernort Natur in der 
  Kreisjägerschaft Essen

- Herrn Hans-Bernhard Mann, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Essen

 

 

Außerdem wurden folgende Projekte mit einer Urkunde für ihre besonderen Leistungen im Rahmen von Lernort Natur Projekten vom Landesjagverband NRW e.V. geehrt:

- Waldschule im Märkischen Kreis, der Märkischen Kreisjägerschaft

- Jagen im Mittelalter, des Hegering Emmerich-Rees

- Lernort Natur im Revier Gangelt VII, der Revierpächter des Revieres Gangelt VII


Die Märkischen Kreisjägerschaft erhält eine Urkunde für ihre besonderen Leistungen im Rahmen des Lernort Natur Projektes „Waldschule im Märkischen Kreis“.



Die Waldschule im Märkischen Kreis ist seit ihrer Gründung im Jahre 1998 mit einem Mitarbeiter vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen ausgestattet. Sie steht in der Trägerschaft des Fördervereines "Lernort Natur", einer Initiative der Märkischen Kreisjägerschaft e.V., des Waldbauernverbandes und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

 

Seit vielen Jahren ist Axel Dohmen das „Gesicht“ der Waldschule, er wird unterstützt durch verschiedenste Personen, die im Laufe der Jahre entweder Praktika, Bundesfreiwilligen Dienst, Ausbildung zu zertifizierten Waldpädagogen durchlaufen haben und sonstige freiwillige Helfer.

 

Momentan besteht das Team aus 2 zertifizierten Waldpädagogen, einer Naturpädagogin, einem syrischen Lehrer und einer Mediengestalterin bzw. Veranstaltungsfachfrau.

 

Angebote sind:

  • Waldführungen für alle Altersstufen
    • Kindergartenkinder, hier wird den Kindern die Natur auf spielerische Art und Weise nähergebracht
    • alle Schulformen
    • Erwachsenengruppen, alle Naturinteressierten
    • Personen mit Handicap
  • Waldpädagogische Veranstaltungen
    • z.B. Waldspiele, Baumpflanzaktionen, Hochsitzbau usw.
  • Rollende Waldschule
    • es werden heimische Tierpräparate vorgestellt und erklärt. Danach dürfen die Kinder die Tierpräparate anfassen und noch weitere Spiele durchführen.
    • Dauer: mindestens 2 Schulstunden.
  • Lehrerfortbildung /Ausbildung (nach SCHILF)
    • Veranstaltungen mit Gruppen von Jugendlichen oder Kindern in den Ferien
    • z.B. Walderlebnisspiele
  • Mitwirkung bei Projekttagen an Schulen und anderen Institutionen
  • Lagerfeuer & Grillen
  • Sonderveranstaltungen mit anderen Einrichtungen
    • z.B. Volkshochschulen, Sauerländischer Gebirgsverein (SGV)
  • Weitere Veranstaltungen auf Anfrage
    • z.B. Nachtwanderungen, Laubstreu- und Boden/Wasseruntersuchungen

Der Erfolg der Waldschule im Märkischen Kreis spiegelt sich auch in den Highlights des Jahres 2016 wider:

  • Besuch der Schulministerin Sylvia Löhrmann auf dem Messestand der Didacta,
  • 100 000. Besucher der Waldschule,
  • Ministerpräsidentin Hannelore Kraft übernimmt die Schirmherrschaft,
  • Veranstaltung mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Horst Becker,
  • Sommer- und Herbstsprachcamp,
  • Waldführungen für Flüchtlinge und Migranten,
  • Waldjugendspiele mit über 3000 Teilnehmern,
  • Inanspruchnahme der Waldschule in 2016 von über 7000 Personen

 

 

Die Urkunde wird auf dem Landesjägertag 2017 stellvertretend überreicht an:

-  Frau Maria Watermann, Vorsitzende der Märkischen Kreisjägerschaft

 

Der Hegering Emmerich-Rees, erhält eine Urkunde für seine besonderen Leistungen im Rahmen des Lernort Natur Projektes „Jagen im Mittelalter“.



Bei dem Projekttag „Jagen im Mittelalter“ begibt sich die Lernort-Natur-Obfrau des Hegerings Emmerich-Rees, Sigrid Ruß, mit Kindern auf eine Zeitreise. Im Rollenspiel können Denkmuster und jagdkritische Wertevorstellungen des 21. Jahrhunderts überwunden und so die Notwendigkeit der Jagd vermittelt werden.

 

Im Gewölbekeller einer alten Burg aus dem 13.Jahrhundert begrüßt Sigrid Ruß die Viertklässler zu ihrem Projekttag und erzählt ihnen als Küchenmagd, stilecht verkleidet, wie sich das Leben im späten Mittelalter gestaltete. An diesem Tag dürfen die kleinen Besucher einen Blick auf den Speiseplan der Herrschaften werfen, denn die Jäger haben einiges an „Wild“ vorbeigebracht.

 

Die Schülerinnen und Schüler haben sich seit einigen Wochen im Unterricht mit dem Mittelalter beschäftigt. Viele Kinder erscheinen in Kostümen, die Mädchen überwiegend als Burgfräulein, während die Jungen statt Edelmann, doch lieber Ritter oder Jäger sind, manchmal auch entsprechend mit Lanzen und Schwertern ausgerüstet.

 

In die andere, frühere Zeit eingetaucht, entwickeln die Kinder auch sehr schnell eigenständig Jagdtheorien, wie man früher wohl all diese Wildtiere gefangen oder erbeutet haben könnte, die nun auf dem großen Tisch als Präparate vor ihnen liegen. Die Viertklässler haben bereits Geschichten über Fallgruben und Netze gehört und auch, dass nicht jedermann, jedes Wild erbeuten durfte.

 

Schnell erkennen die „neuen“ Burgbewohner, dass man sich um Wildtiere im Gegensatz zu Haustieren nicht kümmern musste. Wildtiere lebten frei und ernährten sich selbst. Wildtiere waren das ganze Jahr verfügbar. Somit erschloss sich durch die Jagd eine hochwertige Nahrungsquelle, die Abwechslung in den oft mageren Speiseplan brachte.

 

Nach und nach stellt sich bei den Schülerinnen und Schülern die Erkenntnis ein, dass die Jagd nachhaltig sein musste, damit es in den kommenden Jahren auch noch Nachwuchs bei den Wildtieren geben konnte. Kein Tier durfte ausgerottet werden. Aber die Tiere durften auch nicht alles wegfressen, denn auch die Vegetation musste sich jedes Jahr erholen und erneuern können.

 

„Vielleicht gab es für die Jagd auch damals schon Regeln“, überlegen die Kleinen. Sie erahnen, dass ein Jäger nur erfolgreich war, wenn er sich in der Natur und mit den Lebensgewohnheiten der Tiere auskannte. Ein Jäger musste sein Handwerk verstehen und mit seinen Gerätschaften gut umgehen können. Denn ohne Beute litt die ganze Gemeinschaft möglicherweise große Not.

 

Dass man früher immer das ganze Tier verwertet hat, das finden die Kinder gut. Denn neben dem Fleisch lieferte ein Beutetier auch das Ausgangsmaterial um Kleidung, Haushaltsgegenstände, Arbeitsgeräte, Schmuck, Waffen und viele andere nützliche Dinge herzustellen.

 

Einige dieser Gegenstände liegen neben den Präparaten als Anschauungsmaterial auf dem Tisch und belustigen die Jungen und Mädchen, wenn sie etwas aus- oder anprobieren. Ob die Menschen im Mittelalter wirklich Krähen, Spechte und Eichhörnchen gegessen haben, das wird von den Kindern mit Blick auf die Präparate aber sehr häufig angezweifelt.

 

Bei dieser Veranstaltung geht es neben der Vermittlung von Artenkenntnis und früheren Jagdmethoden, ganz besonders um Aspekte der Nachhaltigkeit. Natürlich finden es  viele Kinder am Ende des Tages immer noch „doof“, dass man Tiere jagt, aber sie können nachvollziehen, dass es Gründe gibt, dies in einem angemessenen Rahmen und nach gesetzlichen Regeln auch heute noch zu tun. Ganz im Sinne der nachhaltigen Entwicklung (BNE) haben sich die Schülerinnen und Schüler mit Problemen auseinandergesetzt, Rückschlüsse gezogen und  Lösungsansätze entwickelt und dabei vielfältige Aspekte der Jagd kennengelernt.

 

Die Kreisjägerschaft Kleve unterstützt die Bewerbung des Hegerings Emmerich-Rees.

 

Die Urkunde wird übergeben an:

- Frau Sigrid Ruß, Obfrau für Lernort Natur/Rollende Waldschule im Hegering Emmerich-Rees und für die Kreisjägerschaft Kleve, sowie seit einem Jahr Landesobfrau für Lernort Natur des Landesjagverbandes NRW

 

Die Revierpächter des Reviers Gangelt VII, werden für ihr Projekt „Lernort Natur im Revier Gangelt VII“ mit einer Urkunde ausgezeichnet.

 

Die Herren Dr. Werner Burbach, Heinz-Josef Houben, Theo Clemens und Toni Cranen haben das Revier Gangelt VII im Kreis Heinsberg seit dem Jahr 2010 gepachtet, mit der Zusage, aufgrund des sinkenden Niederwildbestandes keine Treibjagden mehr durchzuführen.

 

Ihre ersten Maßnahmen galten der Biotopverbesserung für das Niederwild. Doch während der Arbeit an den verschiedenen Projekten kam der Gedanke auf, dass man das, was man im Umfeld der Ortschaften anlegt und bewirkt, auch einem größeren Personenkreis verständlich machen sollte.

 

Insbesondere Kinder haben heute häufig keinen Zugang mehr zu Umwelt und Natur, selbst wenn sie vor ihrer Haustüre liegt. So entstand aus vielen Gesprächsansätzen der Gedanke, in die Kindergärten und Schulen zu gehen, um Lehrern und Schülern die Ideen vorzustellen und deutlich zu machen, wie man Umwelt positiv und nachhaltig verändern und bestehende, mangelhafte Bedingungen verbessern kann.

 

Die Lehrerschaft der hiesigen Grundschule war von dem Vorschlag, gemeinsam mit den Kindern in die Feldflur zu gehen und dort „Umwelt - Unterricht am lebenden Objekt“ zu machen, durchaus angetan. Es wurde vereinbart, mit einer Klasse ein Pilotprojekt zu starten.

 

Kaum vor Ort angekommen wurde schnell klar, dass Schüler ein großes Interesse an den angebotenen Informationen zeigten. Staunend und immer wieder nachfragend verfolgten sie einen Vortrag und beteiligten sich begeistert an den ihnen angebotenen eigenen „Forschungsmöglichkeiten“.

 

So konnten sie selber Wildmischungen säen und Hecken pflanzen, selbst Untersuchungen an Blättern, Bäumen, Boden, Käfern und Pilzen durchführen und so Überraschendes, für sie bislang Unbekanntes entdecken. Später, nach einigen Wochen, wurden die eingesäten Flächen begutachtet und so konnten sich die Kinder selbst ein Bild von ihrer geleisteten Arbeit vor Ort machen.

 

Auf diese Weise wurden abwechselnd mit 3 Schulklassen an verschiedenen Tagen ein Teil der Wildäcker des Revieres mit den Kindern eingesät.

 

Hierbei erhielt jedes Schulkind eine entsprechende Menge an Saatgut und konnte dann, nach kurzer Einweisung, selbständig die Einsaat vornehmen.

 

Seit Übernahme des Reviers, hat sich aus ersten vorsichtigen jagd- und naturpädagogischen Anfängen heraus eine feststehende Einrichtung in Kooperation mit der örtlichen Grundschule entwickelt.

 

Zudem werden den Revierbesuchern in einem Jagdhaus viele Präparate, Lehrtafeln, historische jagdliche Einrichtungen und viele andere interessante Dinge aus dem jagdlichen Umfeld vorgestellt.

 

Diese außerschulischen Lehrstunden finden bei den Kindern, aber auch den Lehrern, großen Anklang, erklärt man ihnen doch anhand der vorhandenen Präparate, ähnlich wie in der Rollenden Waldschule, die unterschiedlichen Tierarten, ihre Eigenheiten, die Lebensweisen und die biologischen Zusammenhänge, z.B. zwischen Beute und Beutegreifern.

 


So werden wichtige Zusammenhänge, wie beispielsweise die Notwendigkeit der Fuchsbejagung und der Fasanen- und Hasenbesatz den Kindern verständlich und nachvollziehbar gemacht.

 

Die Kreisjägerschaft Heinsberg unterstützt die Bewerbung.

Die Urkunde wird in Vertretung für die Revierpächter übergeben an:

- Herrn Dr. Heiner Breickmann, Kreisgruppenvorsitzender von Heinsberg und im LJV-
  Präsidium zuständig für Lernort Natur