Neue Brauchbarkeitsprüfungsordnung in Kraft

Mit der Änderung des Landesjagdgesetz Anfang des Jahres, wurden zahlreiche Forderungen der Jägerschaft für eine praxisgerechte Ausgestaltung der jagdrechtlichen Regelungen in NRW umgesetzt. Das betrifft auch konkrete Regelungen zur Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden.

Hund mit Führer

 

Zusammen mit seinen zahlreichen Partnerverbänden hatte sich der LJV hierfür energisch und über mehrere Jahre eingesetzt. Neu im Landesjagdgesetz sind nun auch konkrete Regelungen zur Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden. Es steht explizit die Jagdhundeausbildung an der kurzzeitig (max. 15 Minuten) flugunfähigen Stockente, der sog. „Müller-Ente“  als zulässige Ausbildungs- und Prüfungsmethode im Gesetzestext. Auch hat die Ausbildung der Jagdhunde im Schwarzwildgatter nun eine jagdrechtliche Grundlage bekommen, die die tierschutzrechtliche Zulässigkeit der Auswahl und Einarbeitung von Jagdhunden in diesen Gattern bestätigt.

 

Die erreichten Änderungen sollten sich nun auch in den „Richtlinien zur Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden im Land NRW“ (Richtlinien) wiederspiegeln, weshalb der Landesjagdverband in Abstimmung mit dem JGHV und der Jagdkynologischen Landesvereinigung NRW diese Richtlinien überarbeitet hat. Dabei wurden auch Überarbeitungen mit dem Ziel der Harmonisierung der Brauchbarkeitsnachweise der einzelnen Bundesländer vorgenommen. Darauf, solche Anpassungen sukzessive anzustreben, hatten sich die in den Landesjagdverbänden zuständigen Landeshundeobleute bei mehreren Besprechungen unter dem Dach des DJV geeinigt.

 

Was hat sich nun im Wesentlichen geändert? Mit Blick auf die jagdrechtlichen Änderungen ist zunächst die „Müller-Ente“ bei der  Überprüfung der Brauchbarkeit von Jagdgebrauchshunden für die Nachsuche auf Wasserwild nun wieder vorgesehen. Einem Hund der zuvor eine Brauchbarkeitsprüfung bestanden hat und der eine in den Richtlinien definierte Leistung bei der Einarbeitung im Schwarzwildgatter erbracht hat, kann auf Grundlage der Richtlinien nun ein Nachweis über die erfolgreiche Einarbeitung im Schwarzwildgatter ausgestellt werden. Damit ist aber keinesfalls die Brauchbarkeit für das Arbeitsgebiet Stöbern bestätigt, wofür die Richtlinien nach wie vor die entsprechende Stöberprüfung vorsehen. Die Länge der Federwildschleppe ist, zum Angleich an Brauchbarkeitsnachweise anderer Bundesländer, von bisher 150 auf 200 Meter verlängert worden. Aus gleichem Grund ist für die Nachsuche auf Schalenwild zukünftig eine 400 Meter lange Übernachtfährte durch die Hunde zu arbeiten. Sofern dies zum Nachweis der Brauchbarkeit für andere Bundesländer notwendig sein sollte, kann in Absprache mit dem Prüfungsveranstalter, auch eine 600 Meter lange Übernachtfährte geprüft werden. Außerdem wurde das Prüfungszeugnis zur Bestätigung der Brauchbarkeit ebenfalls mit Blick auf eine Bundeseinheitlichkeit und zur besseren Vergleichbarkeit der Prüfungen untereinander so gestaltet, dass die einzelnen Prüfungsinhalte nun daraus hervorgehen.

 

Die Richtlinien wurden mit der zuständigen obersten Jagdbehörde als Nachweis der Brauchbarkeit im Sinne des Landesjagdgesetzes abgestimmt und von den zuständigen Gremien des LJV Anfang Juli verabschiedet. Die vollständigen Richtlinien finden Sie weiter unten. Allen Prüfungsgespannen, die sich in den nächsten Monaten den alten und neuen Herausforderungen auf den zahlreichen Brauchbarkeitsprüfungen im Lande stellen, wünschen wir schon jetzt viel Erfolg und Freude.

 

In der vergangenen Prüfungssaison konnten insgesamt fast 1.000 Gespanne in NRW erfolgreich die Brauchbarkeit nachweisen. Darunter 532* für die Nachsuche auf Niederwild (ohne Rehwild), 398* für die Nachsuche auf Schalenwild und 34* im Prüfungsgebiet Stöbern. Auch diesen erfolgreichen Gespannen noch einmal herzlichen Glückwunsch! (*: Stand der Erfassung, geringfügige Änderung möglich)

 

Herunterladen: Richtlinien zur Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden in NRW (Stand: 10.07.2019)