Solidarität statt Belehrungen

Dortmund, 28. August 2019 (LJV). Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen, ruft zur Solidarität mit den nordrhein-westfälischen Waldbauern auf:

 

Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg fordert eine rasche Umsetzung des neuen Landesjagdgesetzes / Foto LJV NRW

Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen

"Der Klimawandel mit all seinen Auswirkungen für unsere heimische Natur ist im vergangenen heißen Sommer erneut augenscheinlich geworden.

 

Besonders hart trifft es den Wald. Ganze Waldbestände fallen mittlerweile Trockenheit, Käfern und anderen Faktoren zum Opfer. Die Arbeit von Generationen ist zunichte. Der Holzmarkt liegt am Boden. Die Forstwirtschaft, die Mutter des Nachhaltigkeitsgedankens, steckt in einer schweren Krise, die sie nicht selbst zu verantworten hat. Das hat auch die Politik erkannt. NRW-Landesvater Armin Laschet besucht gemeinsam mit Umweltministerin Heinen-Esser betroffene Wälder und kündigt Förderprogramme an. Auf Bundesebene finden Waldgipfel statt. – Ob´s ausreicht, wird die Zukunft zeigen.

 

In NRW sind rund zwei Drittel des Waldes in privater Hand. Hier stehen Existenzen auf dem Spiel, und zwar die Existenzen unserer Partner im ländlichen Raum, den NRW-Waldbauern, deren Flächen wir bejagen.

 

Der Landesjagdverband NRW ruft seine Mitglieder zur Solidarität mit den nordrhein-westfälischen Waldbauern auf.

 

Forstexperten empfehlen einen Umbau hin zu klimaflexibleren Baumarten. Auf Kahlflächen und in Altbeständen werden neue verbissgefährdete Anpflanzungen entstehen.

 

Hier beginnt unsere Verantwortung. Bereits nach Kyrill hatte der Landesjagdverband seine Mitglieder aufgerufen, den Verbissdruck auf die gefährdeten Verjüngungsflächen durch intensive Jagd zu senken. Allen Unkenrufen zum Trotz mit Erfolg! Der Beweis sind die heute vollbestockten Kyrill-Flächen.

 

Helfen wir auch jetzt unseren Partnern!

 

Auf revierübergreifenden Drückjagden kann nicht nur beim Schwarzwild, sondern bei allen Schalenwildarten Strecke gemacht werden. Schwerpunktjagden an den gefährdeten Flächen helfen den Verbissdruck zu senken.

 

Es gibt aber auch Baumarten, die ohne technische Schutzmaßnahmen keine Chance haben. Das ist altes Försterwissen. Nicht zielführend ist, an dieser Stelle Waldbauern und Jäger gegeneinander aufzuhetzen, anstatt der eigenen forstfachlichen Beratungspflicht nachzukommen.

 

Der Dialog ist auch hier das Mittel der Wahl. Gehen Sie gemeinsam auf die Flächen! Zeigen Sie, dass Sie auf die Sorgen und Nöte Ihrer Partner eingehen! Und handeln Sie!

 

Durch unsere Solidarität mit den Waldbauern distanzieren wir uns auch von jenen Gruppen, die die aktuelle Diskussion und die Not unserer Partner zum Anlass nehmen, sich selbst zu inszenieren, indem sie die Waldbesitzer mit wohlfeilen, belehrenden Forderungskatalogen traktieren, obwohl sie noch vor wenigen Jahren, zumindest was die Jagd angeht, exakt gegenteilige Forderungen erhoben.

 

Letztlich sind wir Jäger mit dem Herz am rechten Fleck. Unsere Maxime ist Wald und Wild. Wir jagen intensiv, aber auch immer tierschutzkonform und waidgerecht!"