St. Hubert 04.09.2011

Endlich war der Morgen des 4. Septembers gekommen und einige Bläserinnen und Bläser der Kreisjägerschaft Wesel fanden sich in aller Herrgottsfrühe in Wesel am Bahnhof ein, um gemeinsam mit dem Reisebus nach St. Hubert in die Ardennen zum 51. Internationalen Jagd- und Naturtag zu fahren. Wie es der Zufall aber will, kam kein Bus.

Es stellte sich heraus, dass der Fahrer lediglich die Order hatte, Reisende in Moers bei Van der Valk aufzunehmen; die Weseler wurden vergessen! Nach etlichen Telefonaten war dann der Bus mit den Moerser Bläsern in Wesel und wir konnten unsere Reise verspätet beginnen.

Für die Hinfahrt waren 4 Stunden geplant, um dann pünktlich zum Konzert um 10 Uhr auf dem Platz vor der Basilika einzutreffen. Obwohl unser „Kamil“ mächtig Gas gegeben hatte, schafften wir es lediglich bis 27 km vor St. Hubert , da musste die Lenkpause von einer halben Stunde eingehalten werden. Das Konzert war leider vorbei und wir kamen verspätet zur Messe.

Unser einen Tag früher angereister kleiner Copov-Bracken-Rüde Etzel mit seinem Herrchen und seinen beiden Paten war bereits in der Basilika und lauschte - ab und zu - der in Französisch gelesenen Messe und den Klängen der Hornbläser.

Dafür dass er so lieb ausgeharrt hat, bekam er und seine vierpfotigen Kollegen  das gesegnete Hundebrot und vor der Basilika den Segen des Monsignore.

Ich denke der Heilige Hubertus wollte etwas wieder gut machen und stellte den Regen pünktlich zum Ende der Messe ein, sodass es den ganzen Tag über trocken war. Bis um 13 Uhr wurde dann vor der Basilka von verschiedenen, teilweise weit angereisten Hornbläser-Gruppen Märsche und Fanfaren geblasen, wovon wir alle begeistert waren.  Alleine schon die Uniformen waren sehenswert.

Über den Platz  liefen immer wieder Damen und Herren in historischen Kostümen mit ihren „Chiens de St. Hubert“  bzw. ihren „ Bloodhounds“.

Der Ursprung der Rasse liegt etwas im Dunkeln. Die Legende von Francois Hubert berichtet, dass er schon im 8. Jahrhundert mit seinen Chiens de St. Hubert in den belgischen Ardennen jagte. Nach der Vision des Kreuzes im Geweih eines weißen Hirsches, schwor er der Jagd ab um Mönch zu werden.

Er gründete das Kloster St. Hubert, wo die edlen Hunde über Jahrhunderte weitergezüchtet wurden.

St H 8

Die Farbe der meisten Hunde war damals schwarz mit lohfarbenen Abzeichen. Es gab auch vereinzelt rote, gescheckte und weiße Exemplare. Wilhelm der Eroberer und die Adelsfamilie der Talbots brachten die ersten Chiens de St. Hubert um 1066 nach England. Hier wurden sie in verschiedene andere Rassen eingekreuzt und auch reinblütig weitergezüchtet.
Somit kann der Typ des alten Chien de St. Hubert als Urvater fast aller brackenartigen Rassen bezeichnet werden.

 

In England entstand der zweite Name "Bloodhound". Zum einen durch die hervorragende Leistung einer Schweißspur noch nach Tagen folgen zu können, zum anderen durch die strenge Linienzucht, die vorzugsweise ein Privileg der Klöster und der Adligen war. Also aus reinem Blute - Vollbluthunde - Bloodhounds.

In seiner Heimat Belgien und auch in Frankreich wird der Bloodhound auch heute noch offiziell

Chien de St. Hubert genannt.

 

Der angrenzende Markt war schnell besichtigt und wir gingen zum gemütlichen Teil über bis um 14:30 Uhr der Festumzug startete.

Bereits im neunten Jahrhundert wurde  Saint Hubert von den Jägern zum Schutzpatron

auserkoren - seit mehr als 40 Jahren findet der prächtige historische  Festumzug  statt, der seine Geschichte zum  Leben erweckt.

Die einzelnen Elemente befassen  sich mit der Berufung des heiligen Hubertus, der Gründung der Abtei, der Pilgerfahrt und weiteren Themen rund um die Basilika St. Hubert. 

Uns allen hat es gefallen und wir werden die Fahrt zum Heiligen Sankt Hubertus noch lange in Erinnerung behalten.