Hundeschau in der Reitanlage Hubertus

Wesel, 14.04.2013

Zur Jägerprüfung sollte man zumindest die in unseren Jagdgebieten eingesetzten Hunde und ihre Eigenschaften sowie deren Stärken und Schwächen kennen. Sichtlich überrascht und begeistert waren daher die angehenden Jäger, als sich mehr als 70 Hunde samt ihren Führern in der Reithalle in Obrighoven einfanden und ihre Hunde präsentierten. Hans Gerd Schmithüsen hatte im Vorfeld die Fäden gezogen und für eine topp Organisation gesorgt.

Die eintreffenden Hundeführer und Bläser bekamen von ihm jeweils eine Kleinigkeit für das leibliche Wohl. Dann ging es auch schon los. Die Bläser ließen zur Begrüßung ihre Hörner erklingen und stimmten die anwesenden Gäste und Hundeführer schon mal ein. Einige Hunde begleiteten die Darbietung mit anhaltendem Gejaule. Gespannt standen die Jungjäger an der Bande und harrten auf das, was wohl kommen würde.

Dietrich Berning, Obmann für das Hundewesen bei der KJS-Wesel und Präsident der Kleinen Münsterländer, stellte souverän und verständlich die anwesenden Hunderassen vor. Egal ob Vorstehhunde, Schweißhunde oder Stöberhunde, selbst Hütehunde, es war nahezu alles vertreten. Am Ausgeprägtesten waren sicher die Vorstehhunde, die dazu eingesetzt werden, das Wild zu lokalisieren, aufzustöbern und zu apportieren. Diese Hunde sind sehr wesensfest und arbeiten gerne im Wasser.

Die Klassiker hier sind sicherlich der DD, PP, Weimaraner, Bracken, DL, KML und GML. Hiervon waren natürlich die meisten vor Ort. So langsam qualmte den angehenden Jägern der Kopf. Mal war man sich sicher, ein Drahthaar wäre die richtige Begleitung zur Jagd, dann zwei Vorstellungen weiter, erschien der Große Münsterländer die erste Wahl zu sein. Nun gut, in erster Linie ging es nicht darum sich sofort einen Jagdhund zu kaufen sondern erst mal die klassischen Hunde unterscheiden zu können. Das war bei diesem extrem großen Aufgebot schon schwer genug. Da musste selbst der Profi Berning schon mal genauer hinschauen. Rauhaardackel, Kurzhaardackel, so wirklich konnte man da keinen Unterschied erkennen.

Selbst exklusive Hunderassen waren vertreten: Der Bracco Italiano, eine sehr seltene und alte Vorstehrasse mit Schlappohren, in Deutschland aber nur selten vertreten, oder der französisch Langhaar, aus Malta, ein Karnickelhund, von dem es nur ca. 20 Stück bei uns gibt, Border Collies, die sich bis zu 140 Befehle merken können, ein Setter, der eher selten für den jagdlichen Gebrauch genutzt wird aber eine alte renommierte Zucht vertritt und für die Arbeit vor dem Schuss eingesetzt wird. Zwischendurch brauchte man ganz einfach einen Kaffee und ein leckeres Brötchen. Die gab es Dank der perfekten Organisation in frischer und ausreichender Menge. Am Rande des ganzen Geschehens waren die Akteure der RWS Frau Leisten und Herr Niehues wieder im Einsatz. Unermüdlich erklärten die beiden den wissbegierigen Jungjägern den großen Strauß mitgebrachter Äste und Zweige sowie die vorhandenen Präparate.

Die Organisatoren Schmithüsen und Berning zeigten sich daher sehr zufrieden und bedankten sich ausdrücklich bei allen Beteiligten. Es bleibt zu hoffen, dass die geballte Ansammlung von Hunden den Jungjägern geholfen hat, die Jägerprüfung zumindest in einem Fach sicher zu bestehen. Ein Dank an alle, die zum Gelingen dieser wirklich praktischen und eindrucksvollen Hundeschau beigetragen haben.

 

Alfred Nimphius