Hunde hetzen Wildtiere in Moers zu Tode

Moers, 02.09.2010

Erst kürzlich entdeckte Horst Heuken im Lauersforter Wald in Moers eine von Hunden beinahe zu Tode gehetzte Ricke. Das Reh hatte Junge. Immer wieder verletzen frei laufende Hunde Wildtiere. Jäger und Jagdaufseher wollen Hundehalter nun aufklären.

RehbockundRicke 01

Foto: Peggy Mendel / WAZ FotoPool

Der Lauersforter Wald ist ein Erholungsgebiet – ist und bleibt aber auch ein Wald, der etliche heimische Wildarten beherbergt. Es kommt es immer wieder dazu, dass frei laufende Hunde das Wild aufscheuchen und hetzen, oft auch durch Bisse verletzen.

Erst kürzlich fand Horst Heuken eine führende Ricke, also ein Muttertier, das von einem wildernden Hund fast zu Tode gehetzt worden war. Nun wollen Jäger und Jagdaufseher etwas dagegen unternehmen.

Jagdaufseher Heuken will das Problem praktisch lösen: „Wir gehen auf die Hundehalter zu und bieten einen Kurs an.“ Zehn Stunden sind es, in denen Hundehalter lernen, wie man sich in Wald und Feld verhält, lernen, wann das Rehwild besonderen Schutz be-nötigt. Und sie lernen, wie ihr Hund auf Pfiff gehorcht und sofort zurückkommt, auch wenn er gerade ansetzt, hinter einem Hasen, Kaninchen oder Reh her zu hetzen.

Tote Kitze auf der Halde Norddeutschland

Jeder Hund wildert, das weiß auch Horst Heuken. Alfred Nimphius, Pressesprecher der Kreisjägerschaft, fügt hinzu: „Der Jäger schützt die Hunde, denn er ist verpflichtet, gut ausgebildete Hunde bei der Jagd zu führen.“ Aber eben gut ausgebildete Hunde, da liegt der Hase im Pfeffer.

Nimphius gab kürzlich im eigenen Revier bei Rheinberg einem Stück Rehwild den Fangschuss, nachdem es von einem Schäferhund gehetzt und durch Bisse schwer verletzt wurde. „Der Hundehalter hat sich vorbildlich verhalten und die Polizei benachrichtigt. Die rief mich an, und ich konnte das Tier erlösen.“

Solche Geschichten kennt jeder Revierinhaber; Horst Heuken fand ein Reh, das von einem Hund gegen ein Tor gehetzt wurde und stecken blieb, während der Hund sich in die Hinterläufe verbiss. Otto Sartorius, Vorsitzender des Naturschutzbundes in Kamp-Lintfort, weiß von toten Kitzen auf der Halde Norddeutschland und begrüßt die Initiative der Jäger ausdrücklich.

Heuken rät allen, deren Hund im Wald verschwindet, neben der Polizei auch die Jäger zu rufen: „Wir helfen, den Hund zu finden.“ Der erste Kurs für Hundehalter läuft bereits mit großem Erfolg, das Verständnis für den Lebensraum Wald wächst.

Harry Seelhoff