Waffenhandhabung

„Eine Waffe ist immer ein Tötungswerkzeug. Wenn einmal ein Schuss abgegeben wurde, kann man ihn nicht mehr zurücknehmen“. Mark Rüschenschmidt, Dozent der „Waffenkunde“ beim derzeitigen Jungjägerkurs, wird nicht müde, den angehenden Jungjägern die Wichtigkeit eines besonnenen Umgangs mit der Waffe immer wieder vor Augen zu führen. Jeden Samstag verbringen die Jungjäger zwei Stunden auf dem Schießstand und zwei Stunden bei der Kreisjägerschaft im Grünen Zentrum in Warendorf. 

 

Waffenhandhabung Jungjäger

Jeden Samstag werden die Teilnehmer des Jungjägerkurses in Theorie und Praxis in der Waffenkunde und -handhabung fit gemacht. Hier erklärt Dozent Mark Rüschenschmidt die Besonderheiten der einzelnen Langwaffen. Im Bild (v. li.) Miodrac Stipic, Stefan Look, Marlies Hagemann, Rainer Kieskemper, Stefan Schiewer, Mark Rüschenschmidt und Erik Schütte.

Hier lässt Rüschenschmidt stets jagdliche Situationen nachspielen, sich die einzelnen Schritte vom Ansprechen des Wildes bis zum Abschuss von den Teilnehmern genau erklären. „Ich erblicke das Wild. Als erstes überprüfe ich, ob ich ein freies Schussfeld habe und ein sicherer Kugelfang gewährleistet ist. Trifft beides zu, entsichere ich die Waffe und visiere das Wild an. Springt es weg, entspanne ich die Waffe sofort und sichere sie“, erläutert an diesem Samstagmorgen ein angehender Jungjäger. Dieser hat seine Sache gut gemacht, wie ein anerkennendes Nicken von Rüschenschmidt zeigt. Wie dieser erläutert, müssen die Teilnehmer nicht nur lernen, richtig mit der Waffe umzugehen. Sie müssen auch Waffen erkennen, sie zerlegen können und in der Lage sein, das benötigte Kaliber zu bestimmen. „Bei einem nicht für die Waffe bestimmten Kaliber kann es vorkommen, dass die Waffe gesprengt wird“, sagt Rüschenschmidt, der als selbständiger Büchsenmacher genau weiß, wovon er spricht. In einer Holzschachtel liegen die unterschiedlichsten Munitionsarten, die die Teilnehmer den Gewehren zuordnen müssen.

 


Nicht nur die Waffen müssen die angehenden Jungjäger beherrschen, sie müssen auch in der Lage sein, die unterschiedlichsten Kaliber den Waffen zuzuordnen.

Für den Laien sehen die Langwaffen, und dazu gehören die Bockdoppelflinte, die Bockbüchsflinte und der Drilling ziemlich gleich aus. Dennoch benötigen sie unterschiedliche Munition. Wer einmal ein solches Gewehr in die Hand genommen hat, weiß, dass man ganz schön viel Kraft benötigt, will man dieses über längere Zeit in die Höhe halten, wie etwa beim Tontaubenschießen nötig. Zwei bis drei Kilo wiegt so eine Waffe, die durch den Rückstoß beim Abschuss mit einer Kraft von einer Tonne auf die Schulter wirkt. Liegt der Schaft der Waffe nicht richtig in der Schulter, kann das mitunter ganz schön schmerzhaft sein. „Viele Teilnehmer klagen über blaue Flecken“, sagt Rüschenschmidt und kann sich hier ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. Für Rainer Kieskemper, Teilnehmer des Jungjägerkurses, ist die Waffenkunde eines der kompliziertesten Fächer. „Dafür muss man meisten Disziplin aufbringen“, so der angehende Jungjäger. Diese ist auch nach dem Kurs gefragt. Wie Rüschenschmidt immer wieder betont, sind die Jungjäger am Ende des Lehrgangs auf keinen Fall ausgebildete Schützen. „Wir vermitteln hier die Grundlagen“, so der Dozent. Martin Sievers, der Geschäftsführer der Kreisjägerschaft, ergänzt, dass jeder Jagdscheininhaber verpflichtet ist, auch nach bestandener Prüfung weiter auf den Schießstand zu gehen und die eigenen Fähigkeiten weiter auszubauen. Schließlich sei es des Jägers erste Pflicht, unnötiges Tierleid durch falsch gesetzte Schüsse zu vermeiden.