Präparatekunde als Vorbereitung auf die Abschlussprüfung

Der Countdown läuft. Ende des Monats müssen die Jungjäger, die  derzeit an dem von der  Kreisjägerschaft  Warendorf angebotenen Jungjägerkurs teilnehmen, Farbe bekennen. Sowohl schriftlich als auch mündlich und vor allem praktisch müssen sie dann beweisen, dass sie die Sachkompetenz, das nötige Wissen, die Fähigkeiten und die nötige Reife haben, um das „grüne Abitur“ zu bestehen. Als Vorbereitung für die kommende Abschlussprüfung trafen die Jungjäger in spe am Samstag gruppenweise auf dem Hof Sievers in Sassenberg ein, um sich von Dr. Norbert Nottebaum, Oberstudienrat a. D., in der Präparatekunde fitmachen zu lassen.

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Das Alter des Habichts ist am Gefieder zu erkennen. Die Jungtiere (li.) ziert ein längsgetropftes Federkleid, die Alttiere hingegen haben eine deutliche Querbänderung des Gefieders (re.).

 

Martin Sievers, KJS-Geschäftsführer, hatte dazu nicht nur die rollende Waldschule geöffnet, sondern auch seine Jägertenne dementsprechend vorbereitet. An die 40 verschiedene Federtiere standen auf den langen Tischen und blickten die Jungjäger mit starrem Blick an. „Woran erkennen wir hier, ob es sich um ein altes Rebhuhn oder ein junges Tier handelt?“, zeigte Dr. Nottebaum auf ein Rebhuhnpaar, das sich neben diversen Krähensorten auf dem ersten Tisch befand. „Am Schnabel“, kam prompt die Antwort eines Teilnehmers. Und die war richtig. Wie Dr. Nottebaum seinen Schülern nochmal in Erinnerung rief, ist der Schnabel bei jüngeren Rebhühnern hellbraun, bei älteren Tieren blau. Auch die Läufe, also die Krallen und die Federenden geben Aufschluss wie alt ein Tier ist. Bei den Habichten ist das Alter deutlich an der Querbänderung des Gefieders zu erkennen. Jungtiere dieser Art ziert ein längsgetropftes Federkleid. Natürlich wissen die Jungjäger längst, dass alle Greifvögel unter Naturschutz stehen und nicht gejagt werden dürfen. Jagdbar hingegen sind Tauben, Fasane, Gänse, Stockenten, Rabenkrähen und Elstern. Hier müssen die Jungjäger jedoch die Schonzeiten der einzelnen Tiere beachten.  Rabenkrähen haben zum Beispiel vom 1. August bis Ende Februar Schonzeit, frischte Dr. Nottebaum das Wissen der künftigen Jungjäger auf.

 

In knapp zwei Wochen findet die Abschlussprüfung der Jungjäger statt. Am Samstag wurden die Teilnehmer des gegenwärtigen Kurses von Dr. Norbert Nottebaum fitgemacht im Fach Präparatekunde.

 

In den zwei lehrreichen Stunden auf dem Hof Sievers wurden aber längst nicht nur die Federtiere behandelt. Auch die Besonderheiten der Haartiere, darunter fallen Hase, Kaninchen, Fuchs, Marder und Waschbär, sowie das Schalenwild wurden nochmal ausführlich erläutert. „Der Lehrstoff ist sehr umfangreich, deshalb müssen die Jungjäger auch viel zu Hause nacharbeiten, um mit einem guten Gefühl in die Prüfung gehen zu können. Dabei unterstützen wir sie so gut wir können“, so der KJS-Geschäftsführer Martin Sievers. Obwohl er als Hauptverantwortlicher der Rollenden Waldschule selbst Experte auf dem Gebiet der Präparatekunde und Wildbiologie ist, hält er sich am Samstag im Hintergrund. „Als Prüfer darf ich nicht gleichzeitig Dozent sein“, erklärt er.