Jungjägerprüfung

Warendorf (gl). Dienstagvormittag, 10.55 Uhr im grünen Zentrum an der Waldenburger Straße. Ludger Eickhoff sitzt im Warteraum und schaut nervös auf die Uhr. „Langsam müssen sie aber mal rauskommen“, sagt der Hoetmarer, der auf seine Frau Nicole wartet. Diese ist mit Thomas Elpermann schon  geschlagene 55 Minuten im Prüfungsraum. Da geht die Tür auf. Sichtlich angespannt betritt die Jungjägeranwärterin mit ihrem Kollegen den Raum. „Das war nichts“, stapelt die junge Frau tief. „Das lief super“, beruhigt sie Mitprüfling Thomas Elpermann. Und der sollte am Ende Recht behalten. Nach fünf Minuten wurde den Prüflingen zu ihrer bestandenen Jägerprüfung gratuliert. Dann hielten sie ihn, glücklich lächelnd, endlich in den Händen: den Jagdschein, in den sie die vergangenen Monate über 900 Stunden Unterricht plus der Lernzeit zuhause - investiert hatten. Das Glück der bestandenen Prüfung ward am Ende 40 der insgesamt 45 Teilnehmer des jüngsten Jungjägerlehrgangs beschert.

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Nicole Eickhoff und Thomas Elpermann haben in der Jungjägerausbildung viel gelernt. Das hat sich jetzt bei ihrer abschließenden mündlichen Prüfung mit dem Erhalt des Jagdscheins bezahlt gemacht. Dazu gratulierten am Ende die Prüfer (v. re.) Jochen Fricke, Ralf Holtstiege, Heinz Heselmann, Herbert Winkelströter und Martin Sievers.

„Wir sind zufrieden mit dem  Ergebnis.“ Es zeigt die Qualität der Ausbildung und unserer Ausbilder“, sagt Martin Sievers. Der Geschäftsführer der Kreisjägerschaft, der zugleich die Fächer Wildbiologie und Wildtierkunde prüft, weiß aber auch, dass die Prüflinge voll und ganz hinter ihrem Wunsch, Jäger zu werden, stehen müssen, wenn sie bestehen wollen. Heinz Heselmann, Leiter der Prüfungskommission, ist von dem Konzept der Jungjägerausbildung ebenfalls überzeugt. „Wir halten nichts von zweiwöchigen Crashkursen. Wir wollen nachhaltig ausbilden, damit der Jägernachwuchs möglichst lange von seinem Wissen profitieren kann“, so Heselmann. Und wissen müssen die Prüflinge eine ganze Menge. Letzte Woche stand schon die schriftliche und die Schießprüfung auf dem Plan. Jetzt in der mündlichen mussten die Prüflinge fit sein in den Fächern Wildbiologie, Wildtierkunde, Jagdbetrieb und Waffenhandhabung, Wildkrankheiten und Jagdrecht. Die Unterschiede zwischen Baum- und Steinmarder, verschiedene Wildkrankheiten und deren Symptome, alles zur Blattzeit und zu den einzelnen Jagdgesetzen – in 60 Minuten kann man ganz schön viele Fragen stellen. Die Prüfer zeigten sich jedoch allesamt fair, gaben hier und da schon mal eine kleine Gedankenstütze. Die hohe Zahl der Jugendlichen und der Frauen unter den Teilnehmern freut Heinz Heselmann. „Hier auf dem Lande haben wir keine Nachwuchssorgen, viele Jungjäger kommen über ihre Familien zur Jagd, sagt Heinz Heselmann. Aber auch das große Interesse an der Natur, an Wild und Wald ist bei einigen Teilnehmern, wie bei Nicole Eickhoff, Motivation genug, den Jagdschein machen zu wollen.