Jungjägerprüfung 2015

Warendorf. „Sie sind nur noch eine Stunde getrennt von Ihrem Jagdschein“. Mit aufmunterndem Nicken macht Martin Sievers, der Geschäftsführer der Kreisjägerschaft Warendorf, Hannes Döring und Ina Brüser Mut für ihre bevorstehende Jägerprüfung. Die beiden angehenden Jungjäger sitzen am Mittwoch um 10.45 Uhr im Grünen Zentrum in der Waldenburger Straße und warten darauf, dass sie ins Prüfungszimmer gerufen werden. Plötzlich geht die Tür auf. Heraus kommen Stefan Adam und Sabrina Auen. Die beiden jungen Leute haben die mündliche Prüfung gerade hinter sich, haben ihr Wissen in den Fächern Wildbiologie, Wildtierkunde, Jagdbetrieb, Waffenhandhabung, Wildkrankheiten und Jagdrecht unter Beweis stellen müssen.

 

2015 Jungjägerprüfung

Hier stehen die Prüflinge Ina Brüser und Hannes Döring den Prüfern, v. li. Ralf Holtstiege, Georg Graf von Spee, Herbert Winkelströter und Martin Sievers, Rede und Antwort.

„Die wollten ganz viel über Hunde wissen“, berichtet Auen den beiden Wartenden. Hannes Döring ist gar nicht begeistert, als er das hört, „Hunde habe ich mir gar nicht genau angeschaut,“ meint er. Viel mehr Zeit des Austauschs bleibt den vieren aber nicht. Die Geprüften werden zur Ergebnisverkündung wieder ins Zimmer gerufen. Wenig später öffnet sich die Tür, die beiden kommen erneut heraus, dieses Mal aber mit gelöstem Gesichtsausdruck und der Bescheinigung in der Hand, dass sie bestanden haben.

 

Dieses wunderbare Gefühl dürfen am Ende auch Döring und Brüsing erleben, die sich als Kenner der Materie ausweisen. Schon im Fach Wildbiologie wird es spannend. Es geht um Boviden und Cerviden, später beim Thema Wildkrankheiten um Zoonose, Endo- und Ektoparasiten, im Jagdbetrieb um Saufedern und Waidblatt. Was sich für Laien wie böhmische Dörfer anhört, können die angehenden Jungjäger ausführlich erklären. Es nötigt dem Außenstehenden schon Respekt ab, mitzuerleben, was die Jungjäger in ihrem vier Monate dauernden Kurs gelernt haben. Hannes Döring hatte Biologie als Leistungskurs, sein Interesse an Tier und Natur und letztlich auch an der Jagd war für ihn ausschlaggebend, den Jagdschein machen zu wollen und zwar noch bevor er im Oktober mit dem Maschinenbaustudium beginnt. Ina Brüser ist familiär vorbelastet. Sie kommt vom Hof, viele in ihrer Familie haben den Jagdschein und so möchte sie die lange Tradition fortleben lassen.

 

32 Jungjäger haben sich, wie Döring und Brüser, am Mittwoch und Donnerstag der mündlichen Prüfung gestellt. Zwei Tage zuvor mussten sie bereits ihre jagdlichen Kenntnisse und Fähigkeiten auf dem Schießstand und im Schriftlichen beweisen. „Die schriftliche Prüfung ist in diesem Jahr super gelaufen“, freut sich Sievers über die positiven Ergebnisse. Seine Freude wird nun durch die Leistungen der Jungjäger in der mündlichen Prüfung weiter aufrecht erhalten. „In diesem Jahr haben 29 Jungjäger die Jägerprüfung bestanden, das sind 91 Prozent“, kann er am Ende stolz verkünden. Für ihn ist das Ergebnis zum einen ein schöner Beweis dafür, wie engagiert und intensiv sich die Jungjäger mit der Thematik befasst haben. Zum anderen ist das gute Resultat laut Sievers auch ein Zeichen für die hohe Qualität der Jungjägerausbildung bei der Kreisjägerschaft Warendorf. Sein Dank gilt hier vornehmlich den Dozenten, die auch diesen Jungjägerjahrgang fit für die Jagd gemacht haben.