Jungjäger Christoph Westrup

Warendorf (gl). „Seinen Jagdschein nebenbei zu machen, das funktioniert nicht. Man muss es schon wollen“, weiß der Geschäftsführer der Kreisjägerschaft Martin Sievers. Einer der gewollt hat, der Hobbies und Freunde hintan gestellt hat, um die Jungjägerausbildung erfolgreich zu bestehen, ist der sechzehnjährige Christoph Westrup. In einem Alter, in dem andere Fußball oder Computerspiele spielen, hat der Warendorfer sich neben der Schule nur einer Sache gewidmet: seinem Jagdschein.

Mit vierzehn gehörte er mit zu den jüngsten Lehrgangsteilnehmern. Mit fünfzehn hatte er die Jagdprüfung, unter Jägern auch als grünes Abitur bekannt, erfolgreich absolviert. „Man muss am Tag der Prüfung fünfzehn Jahre alt sein“, sagt Martin Sievers. Eine Altersbegrenzung nach oben gebe es indes nicht. „Im Durchschnitt sind unsere Teilnehmer 30 bis 35 Jahre alt, immer wieder sind aber auch ganz junge, so wie Christoph Westrup dabei“, so Sievers, der die Ausbildung organisiert und auch als Prüfer fungiert. Dass Christoph seinen Jagdschein so früh gemacht hat, findet Vater Klemens, der ebenfalls begeisterter Jäger ist, gut. „Als junger Mensch, der zur Schule geht, ist man im Lernen drin, da fällt es einem leichter als in späteren Jahren. Wenn man ins Studium geht, fehlt einem auch oft die Zeit dafür“, meint Vater Westrup. Dieser geht einmal in der Woche mit seinem Sohnemann auf die Pirsch. Er freut sich über dessen Wissen, kann so auch eigene Kenntnisse nebenbei auffrischen. Für Christoph Westrup selbst war die Ausbildung sehr sinnvoll. „Man bekommt einen feineren Blick für die Natur, sieht, wo der Wildwechsel hergeht, man weiß Fährten zu lesen und hat ein besseres Gefühl beim Ansprechen des Wildes. Hierbei hat der Jäger zu prüfen, ob sich das Wild vor seinem Auge zum Abschuss eignet oder nicht. „Vor dem Lehrgang hat die Pirsch Spaß gemacht, jetzt macht sie mir noch mehr Freude“, sagt Christoph Westrup, der seit der bestandenen Prüfung in Begleitung eines Waidmanns mit dem Gewehr jagen darf. „Der Jagdschein bedeutet aber mehr als nur Schießen“, sagt Martin Sievers. Er beinhaltet  zudem die Hege und Pflege des Wildbestands. Auch das, was unter dem Begriff der „Jagdmoral“ und „Jagdethik“ steht, wird den Lehrgangsteilnehmern in der Jungjägerausbildung vermittelt. „Die Jäger müssen in der Lage sein, das Schießen  zurückzustellen, wenn das Tier beispielsweise zu jung ist oder man es nicht mit einem sicheren Schuss töten kann“, erklärt Sievers, der die Jagd als lebenslanges Lernen begreift. Wer sich für die Jungjägerausbildung interessiert, ist eingeladen, am 4. Dezember um 19 Uhr zu einem Informationsabend in die Kreisjägerschaft in die Waldenburger Straße Nr. 10 zu kommen. Die Kreisjägerschaft nimmt aber auch schon jetzt Anmeldungen unter Tel. 02581-931720 bzw. der Mailadresse info@kjs-warendorf.de entgegen.


Hintergrund
Die nächste Jungjägerausbildung der Kreisjägerschaft beginnt am 3. Januar 2014. Sie umfasst ca. 100 Theoriestunden. Der Unterricht findet zweimal wöchentlich, montags und mittwochs von 19 bis 21.30 Uhr sowie an acht zusätzlichen Freitagen in den Unterrichtsräumen der Kreisjägerschaft statt. Die schriftliche Prüfung ist landesweit auf den 28. April 2014 festgelegt. Weiteres Wissen erlangen die Jungjäger in spe während einiger Exkursionen. Hier sind zum Beispiel Waldbegehungen und der Besuch eines Wildgeheges vorgesehen. Während der viermonatigen Ausbildung lernen die Teilnehmer vieles über die Wildbiologie, über Pflanzen und Naturschutz. Sie werden in der waidgerechten Jagdausübung, im Hundewesen und in der Jagdwaffenkunde ausgebildet. Letztere impliziert auch das Schießen auf dem Butterpatt. Der Stundenplan wird komplettiert durch das Fach „Jagdrecht“. Hier stehen das Waffenrecht, aber auch das Tier- und Naturschutzrecht im Fokus des Interesses.

Christoph Westrup hat, wie er sagt, sehr von der Jungjägerausbildung der Kreisjägerschaft Warendorf profitiert. Im Januar 2014 beginnt der nächste Kurs, zu dem man sich schon anmelden kann.