Großes Interesse am neuen Jungjägerkurs

Jonas Potthoff ist Schüler und achtzehn Jahre jung. Er möchte Jäger werden. So wie schon sein Großvater und sein Vater. Dirk Leuer steht im Arbeitsleben und ist 32 Jahre alt. Er hat sich schon immer für die Jagd und die Hege interessiert, ist früher oft als Treiber bei diversen Jagden dabei gewesen. Jetzt will auch er es wissen und seinen Jagdschein machen. Bei Martina Steeb erwachte das Interesse an der Jagd durch ihren Jagdhund. So unterschiedlich wie die einzelnen Beweggründe sind, so bunt ist auch das Bild, das sich dem Betrachter beim gut besetzten Informationsabend der Kreisjägerschaft Warendorf zum nächsten Jungjägerkurs bietet.

 

Ob Mann oder Frau, alt oder jung – sämtliche Altersklassen waren im Sitzungssaal im Grünen Zentrum vertreten. „Angesichts der politischen Grundhaltung gegenüber der Jagd freue ich mich sehr, Sie hier so zahlreich zu begrüßen“, hieß der Geschäftsführer der Kreisjägerschaft, Martin Sievers, die Besucher willkommen. Er schwor die Anwesenden darauf ein, sich darüber Gedanken zu machen, warum man Jäger werden wolle. Neben den wunderbaren Naturmomenten, die Jäger erlebten, sei natürlich auch das Beute machen, ein wesentlicher Bestandteil der Jagd.

 

Beim Jungjägerkurs mitmachen kann jeder, der am Tag der Prüfung 15 Jahre alt ist und der keine Bemerkung im polizeilichen Führungszeugnis aufweist. Die schriftliche Jägerprüfung, die auf den 20. April 2015 fällt, markiert das Ende des Kurses, der bereits am 5. Januar 2015 um 19 Uhr im Grünen Zentrum in Warendorf beginnt. Der Lehrgang ist alles andere als ein Spaziergang. Über 900 Stunden werden die angehenden Jäger im grünen Zentrum, auf Exkursionen und auf dem Schießstand der Kreisjägerschaft auf das Jägersein vorbereitet. „Sie werden drei bis vier Abende hier verweilen, manchmal sogar an fünf Tagen im Rahmen des Jungjägerkurses unterwegs sein“, berichtete Sievers. Die künftigen Jungjäger müssen mit dem Gewehr umzugehen und schießen lernen, sie müssen sich im Jagd- und Waffenrecht auskennen, müssen die verschiedenen Wildtiere erkennen und diese hinterher aufbrechen und hygienisch verarbeiten können. Sie müssen sich zudem mit dem Naturschutz auseinandersetzen und in der Lage sein, die Gründe, warum sie jagen, überzeugend darzulegen. Vor allem aber sollten die Jungjäger die Reife und Moral mitbringen, die unabdingbar sind, wenn man mit dem Gewehr auf andere Lebewesen schießt. Das alles wird den Teilnehmern des Jungjägerkurses vermittelt.

 

Von ihnen wird aber mehr verlangt, als nur anwesend zu sein. „Ohne Nacharbeiten zuhause werden Sie die Prüfung nicht bestehen“, weiss Sievers aus langjähriger Erfahrung. Im Anschluss an die einführenden Worte stellten die Dozenten sich und die Inhalte ihres Faches vor. Anmeldungen nimmt die Kreisjägerschaft weiterhin entgegen.

 

Jonas Potthoff möchte in die Fußstapfen treten und wie sein Großvater und Vater Jäger werden.