Verbandsjugendprüfung

Kreis Warendorf. Welche positiven Anlagen bringt mein Hund für die Jagd mit? Dieser spannenden Frage gingen am Wochenende bei der von der Kreisjägerschaft Warendorf organisierten Verbandsjugendprüfung sechzehn Jäger aus dem gesamten Kreisgebiet nach.

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Mit Begeisterung soll der Hund bei der Suche nach dem Wild vorgehen, dabei aber nie den Kontakt zum Hundeführer verlieren.

Mit seinen muskulösen Beinen, dem prächtig glänzenden Haarkleid sowie den stechenden hellblauen Augen, die an den derzeitigen James-Bond-Darsteller Daniel Craig erinnern, dürfte Alpha von der Pfingstlinde bei den Hundedamen schweren Schlag haben. Doch auch sein Frauchen und Herrchen, Beate und Frank Haske aus Sendenhorst, sind von ihrem zehn Monate alten Weimaraner sehr angetan. Der ist am Samstagmorgen wie die anderen jungen Hunde, die an der VJP teilnehmen, ganz wild darauf, sein Können unter Beweis zu stellen. Er zieht ungeduldig an der Leine, läuft nach rechts und links und will endlich loslegen. „Die Hunde sind alle jung, hochmotiviert und wollen Dampf ablassen,“ lacht Beate Haske. Vom Feldrand aus verfolgt sie kurz darauf ihren Hund, wie er sich bei der „Suche“ macht. „Bei dieser Bewertungskategorie soll der Hund Begeisterung zeigen, das Feld nach Wild durchpflügen ohne jedoch den Kontakt zu seinem Führer zu verlieren“, berichtet Willi Geismann, der Obmann für Hundewesen.


Die zufriedenen Mienen der Wertungsrichter spiegeln die guten Leistungen wieder, die die Jagdhunde bei der jüngsten VJP erbracht haben. Im Bild Helga Winkelströter, Willi Geismann, Bernhard Burholz sowie Gast Josef Westermann, Obmann für Jagdgebrauchshundewesen NRW.

Wie dieser erklärt, werden bei der Verbandsjugendprüfung zudem die Spur- und Nasenarbeit des Hundes, das Vorstehen und die Führigkeit geprüft. Bei der „Spurarbeit“ muss der Hund einen Hasen per Spur finden, auch wenn er ihn nicht sieht. Im Bereich „Nase“ bewerten die Richter, zu denen am Samstag neben Willi Geismann Helga Winkelströter und Bernhard Burholz gehören, wie der Hund sein Riechorgan einsetzt und wie er sich in den Wind stellt, um das Wild zu wittern. In der Kategorie „Führigkeit“ wird genau geschaut, wie der Jagdhund mit seinem Führer Kontakt hält, ob er ihn anschaut, auf ihn wartet und auf ihn hört und beim „Vorstehen“ muss der Hund, wenn er Wild in die Nase bekommt, nicht etwa blind los- und hinterher laufen, sondern stehen bleiben und seinem Herrchen die Witterung anzeigen. Aufgaben, die Alpha von der Pfingstlinde alle sehr gut löst.


Helga Winkelströter, Josef Westermann, Willi Geismann, Elmar Samson und Bernhard Burholz nach der Abnahme der Suche.

„Lediglich bei der Spur gab es windbedingt ein paar Abstriche“, berichtet Beate Haske am Nachmittag während der Siegerehrung im Hotel Börding in Sassenberg. Willi Geismann bereitete es sichtlich Spaß, hier die Sieger zu verkünden. Zum einen freute er sich, mit Josef Heumann und dessen Deutsch Drahthaar „Assia“ einen neuen Suchensieger mit dem Wanderpokal zu beglücken. Zum anderen konnte er mit den Zweit-, Dritt- und Viertplatzierten, den kleinen Münsterländern „Nora vom Schützenknapp“, geführt von Robert Schulze Zumloh, „Nurmi von Schützenknapp“, geführt von Ingo Hartmann sowie „Nando vom Schützenknapp“, geführt von August Austermann, gleich drei Hunde aus seiner eigenen Zucht auszeichnen. „Das macht einen schon ein bisschen stolz“, gestand  Geismann. Da alle Hunde ihre erste Prüfung bestanden hatten, konnte er am Ende auch den restlichen Hundeführern zu ihrer erfolgreichen Arbeit mit und an den Hunden gratulieren. Den Glückwünschen schloss sich die zweite Vorsitzende der Kreisjägerschaft Warendorf, Gabi Mackenberg, gerne an. Sie lobte die „klasse Gemeinschaft“ unter den Hundeführern und lud diese ein, die Arbeit mit den Jagdhunden auf den von der Kreisjägerschaft angebotenen Hundelehrgängen fortzuführen. Schließlich machen die genetischen Anlagen nur etwa ein Drittel eines erfolgreichen Jagdhundes aus. Zwei Drittel, da sind sich Praktiker und Wissenschaftler einig, gehen auf den Hundeführer, sein Training und seine Erziehung zurück.


Erfolgreiche Hundeführer: Ingo Hartmann (3. Platz), Robert Schulze-Zumloh mit Nora (2. Platz) sowie Josef Hermann (1. Platz). Willi Geismann, Obmann für Hundewesen in der KJS Warendorf sowie die zweite KJS-Vorsitzende Gabi Mackenberg gratulieren.