Pressebericht zur HZP 2014

Kreis Warendorf/Sassenberg. Ganz beseelt genießt Cyra von der Emsaue die Streicheleinheiten ihres Herrchen Friedhelm Beuse. Der Jäger aus Ostbevern ist glücklich. Hat doch sein Kleiner Münsterländer bei der Verbandsherbstzuchtprüfung der Kreisjägerschaft Warendorf  alle Anforderungen, die ein guter Jagdhund mitbringen sollte, erfüllt. „Hauptsache bestanden“, kommentiert Beuse die erste Prüfung seines gelehrigen Jagdhundes, der am Ende sogar auf dem zweiten Platz landen wird.

 

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Konnten bei der jüngsten Verbandsherbstzuchtprüfung der Jagdhunde punkten: (v. li.) Bernhard Rotthege, Werner Schulte, Willy Geismann, Friedhelm Beuse, Gaby Mackenberg und Peter Lippert.

„Es ist schon ein wahnsinniger Schlauch, wir haben uns seit einem Dreivierteljahr intensiv auf diese Prüfung vorbereitet, berichtet er. Friedhelm Beuse ist am Samstag nur einer von insgesamt 20 Jägern, die ihre Hunde auf ihre Jagdfähigkeit testen lassen. „Genau genommen, handelt es sich hierbei um eine Gehorsamsprüfung nach den Richtlinien zur Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden“, erklärt Willy Geismann. Der Hundeobmann der Kreisjägerschaft ist an diesem Samstag überall zu finden. Im Revier, wo die Freiverlorensuche, die Führigkeit und das Bringen von Federwild geprüft wird genauso wie am Teich am Butterpatt, wo es um den allgemeinen Gehorsam und das Aufspüren und Bringen von Enten geht. „Hierbei können die Hunde auch ihre Schussfestigkeit, ihr Durchhaltevermögen und ihre Nase beweisen“, weiß Willy Geismann. Der Hundeobmann, selbst erfolgreicher und passionierter Jagdhundehalter und –züchter, spricht sich ausdrücklich für die Beibehaltung der Hundeausbildung an lebenden Enten aus - eine Praxis, die jetzt  im neuen Jagdgesetz verboten werden soll. „Die Hunde brauchen die nötige Wildschärfe und die erhalten sie nur, wenn wir sie mit realen Jagdsituationen vertraut machen. Ohne Wildschärfe wird ein Hund eine verletzte Ente auch nicht aufspüren,“ begründet Geismann sein Dafürhalten. Gerhard Cornelissen, der Hunde seit 40 Jahren bei der Wasserarbeitet bewertet, kann seinem Jagdkollegen hier nur beipflichten.


Kreative Pause auf der Richterbank: (v. l.) Hermann Heithaus, Gerhard Cornelissen und Willy Geismann, Hundeobmann der Kreisjägerschaft Warendorf.

Nachdem alle 20 Hunde die verschiedenen  Disziplinen abgelegt hatten, trafen sich die Hundehalter nach einem langen Prüfungstag – Treffpunkt war bereits um 7.30 Uhr  – wieder bei Börding in Sassenberg zur Siegerehrung ein. Hier konnte Geismann Werner Schulte zum ersten Platz gratulieren. Sein kleiner Münsterländer „Blitz von Dackmar“ erlangte 193 Punkte, gefolgt von „Cira von der Emsaue“, die von Friedhelm Beuse geführt wurde und 188 Punkte erreichte. Guter Dritter wurde „Angie von der Mittelheide“. Der Große Münsterländer von Bernhard Rotthege erzielte 187 Punkte. Zu den Gratulanten zählte auch Gaby Mackenberg. Die zweite Vorsitzende der Kreisjägerschaft überbrachte nicht nur die Grüße des ersten Vorsitzenden, Dr. Hermann Hallermann, sie selbst war mit ihrem kleinen Münsterländer „Lucky vom Kusenhorst“ auch unter den Prüflingen. „Ich habe ebenso gelitten und gefiebert und weiß, wieviel Zeit man in die Ausbildung der Hunde steckt“, so Mackenberg. Gesamtsieger Werner Schulte, der vor 57 Jahren seinen ersten Münsterländer geführt hat, zeigte sich dankbar: „So eine Prüfung gewinnt man nicht alle Tage. Es ist ein schönes nachträgliches Geburtstagsgeschenk“, befand  Schulte, der vor kurzem seinen 70. Geburtstag gefeiert hat.