Präparate lassen Natur lebendig werden

Sonntag, 22. April, von 10 - 18 Uhr 
Tag der offenen Tür

Am Wochenende 21./22. April wird die wohl größte private natur- und jagdkundliche Präparate-Sammlung im nordwestdeutschen Raum in Ibbenbüren (NRW) eröffnet. Auf 520 Quadratmetern zeigt das Willi-Hellermann-Museum in der ehemaligen Bauleitung des Kraftwerks Ibbenbüren rund 1.500 lebensnah gestaltete Tierkörper, darunter Papageienarten ferner Kontinente ebenso wie heimische Vögel und jagdbares Wild.
 
whm2012 pieper willi frank

Die Ausstellungsräume sind thematisch gegliedert. Farbenprächtige Exoten, heimische Wasser- und Singvögel werden ergänzt von Dioramen, die Fuchs, Rothirsch und Wildschweine in ihrem natürlichen Lebensräumen zeigen. Zu sehen sind darüber hinaus sogar Arten wie der Waldrapp, die inzwischen in freier Natur ausgestorben oder höchst selten sind.

 So ganz genau weiß selbst der Namensgeber und passionierte Tierpräparat Willi Hellermann nicht, wie viele Tierkörper er im Laufe der Jahrzehnte ausgestopft hat. „Es dürften rund 1.500 sein“, schätzt der Hagener. Mit 86 Jahren trennt Hellermann sich nun von seinem Lebenswerk und vertraut es der Kreisjägerschaft Steinfurt und dem Förderkreis Lernort Natur Steinfurt an. „Es stand von Beginn der Gespräche an fest, dass die in ihrem Umfang wohl einmalige Sammlung der Öffentlichkeit präsentiert wird und zugleich als Lehr- und Anschauungsmaterial dienen soll. Deshalb wird sich das Willi-Hellermann-Museum unter wechselnden Themenschwerpunkten präsentieren und nach Anmeldung spezielle Führungen für Schulklassen und andere Gruppen anbieten“, verdeutlicht Kreisjägerschaft-Vorsitzender Wolfgang Pieper.

 In Hartmut Frank, dem Leiter des Steinkohlekraftwerks der RWE Power in Ibbenbüren, fand er einen engagierten Unterstützer. „Wir fördern gerne das Vorhaben, unsere heimische Tierwelt und auch Exoten sowie seltene Tierarten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und stellen dafür unsere Räumlichkeiten in der ehemaligen Bauleitung des Kraftwerks kostenfrei zur Verfügung“, erläutert Kraftwerksleiter Hartmut Frank.

Die Konzeption der Ausstellung entstand unter Mithilfe eines Museumsfachmanns und wird finanziell gefördert von der Wildtier- und Biotopschutz-Stiftung NRW des Landesjagdverbands.

 Manches Tier der zahlreichen Exponate hat der passionierte Jäger Willi Hellermann aus dem niedersächsischen Hagen am Teutoburger Wald selbst erlegt. Vieles bekam er geschenkt, etwa von Züchtern, wenn die Tiere dort gestorben waren. Das Präparieren wurde für den gelernten Schlosser ein Hobby, das er mit Leidenschaft in seiner Freizeit ausübte. So entstanden überwiegend Ganzkörper-Plastiken, mal als Einzeltier, mal als Ensemble, aber stets so realitätsnah als verharre das Lebewesen gerade in seiner Bewegung.


Kontakt: whm@lernort-natur-steinfurt.de