Jägerschaft hilft Rebhühnern

Rebhühner sind eine Leitart der Feldflur, dort wo ihr metallisch klingender Lockruf zu hören ist, fühlen sich auch Grauammer, Feldsperling, Lerche, Hase und Wiesel wohl. Der Rückgang der Bestandszahlen im Rhein-Sieg-Kreis spiegelt eine generelles Problem modern bewirtschafteter Ackerfluren wieder. Es fehlen Krautsäume, Hecken, Brachestreifen und abwechselnde Feldfrüchte. Die gut gemeinten Blühstreifen entlang von Wegen sind bei der heutigen intensiven Freizeitnutzung nur selten eine Hilfe, weil die Störungen überwiegen.Die helfenden Maßnahmen sind also möglichst zwischen den einzelnen Ackerschlägen anzulegen. Selbst die zunehmende Verlärmung scheint den Feldhühnern zuzusetzen, ihre Rufe werden vom Verkehrslärm übertönt und verhindern das Zusammenfinden.

 

Beim neu aufzustellenden Landschaftsplan Niederkassel setzt sich die Kreisjägerschaft Rhein-Sieg vehement für eine Anreicherung der Feldflur mit produktionsintegrierten Maßnahmen ein. Kann der Landwirt nämlich an Bewirtschaftungs- und Eigentumsgrenzen streifenweise Sonderflächen wie Brache, Krautsäume und schwach bestocktes Getreide in seinen Anbauplan selbstverantwortlich anlegen, ist allen gedient : den Feldtieren und Ackerblumen sowie einer modernen Landwirtschaft.

 

Am Wiesengut in Hennef sind Beispiele für dieses Vorgehen zu sehen, auch wenn die Versuchsanbauten der Universität Bonn im Rahmen des naturgemäßen Landbaus nicht auf jeden anderen Betrieb übertragen werden können. Der Erfolg ist für jeden Bürger sichtbar: im Norden von Hennef gibt es die höchste Hasendichte im gesamten Kreis. Auf jedem Hektar ist mindestens ein Hase anzutreffen und im Herbst machte eine große Kette Rebhühner deutlich, dass ihnen diese Landschaft zusagt.

 

Rebhühner werden seit langem nicht mehr bejagt und dennoch geht ihre Zahl weiter zurück. Dr. Norbert Möhlenbruch, neuer Vorsitzender der Kreisjägerschaft in Siegburg, setzt sich mit den neun Hegeringen für eine Verbesserung in der Feldflur ein. Viele Landwirte sind selbst Jäger und unterstützen zum Teil mit Vertragsnaturschutzmaßnahmen des Kreises  die Feldtiere .

 

Ganz aktuell ist auch in diesem Zusammenhang das Naturschutzprojekt Chance 7 im Südkreis zu sehen. Im Pleistal war noch vor 15 Jahren ein ansehnlicher Besatz mit Feldhühnern zu sehen, nun ist ein Neuaufbau notwendig, den die Jägerschaft mit Unterstützung des Naturschutzes starten möchte. Dazu ist ein Bau einer Auswilderungsvoliere genauso notwendig wie eine Begrenzung der tierischen Feinde des Rebhuhns. Die großen Gewinner der Landschaftverarmung und zunehmenden Besiedlung sind nämlich Rabenkrähe und Fuchs, ihre Zahl wächst jährlich, weil trotz natürlich auftretender Nahrungsengpässe Nahrungsabfälle in der Landschaft zunehmen. Für diese Tiere ist daher eine natürliche Regulierung nur eingeschränkt zu sehen, insbesondere nachdem die Tollwut als verbreitete Krankheit der Füchse ausgelöscht wurde. Die Armut an Krautsamen im Winter erfordert zudem die Anlage von Schütten, die mit samenreicher Getreidespreu in den Winterlebensräumen ausgebracht werden.

 

Der Schwerpunkt der Hilfsmaßnahmen wird allerdings zunächst dort liegen müssen, wo die natürlichen Gegebenheiten für das Feldhuhn Vorteile aufzeigt, das sind die Gebiete um Hennef, Oberpleis, St.Augustin und Niederkassel.

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