Greifvogelauffangstation HAGARD
der Kreisjägerschaft Rhein-Sieg e.V.

 

Notfall-Telefon:

0170-1781046

0171-5417905

 

 

Wer wir sind und was wir leisten

Unter HAGARD haben sich im Jahre 2002 einige Falkner der Kreisjägerschaft Rhein-Sieg zusammengeschlossen um in Not geratenen Greifvögeln und Eulen zu helfen. Ziel ist dabei die Wiederauswilderung dieser Vögel in einem wildbahnfähigen Zustand. Greifvogelauffangstation HAGARD der Kreisjägerschaft Rhein-Sieg e.V.

 

UHU 10

Wir als Falkner und Jäger erleben tagtäglich im Revier das faszinierende Zusammenspiel von Jäger und Beute und können daher beurteilen ob der uns anvertraute Patient die sehr hohen Anforderungen eines Lebens in der Freiheit erfüllen kann. Es muss selbstverständlich berücksichtigt werden ob der aufgenommene Vogel ein Jungtier ist, das mit der Jagd noch keine oder erst sehr geringe Erfahrungen gesammelt hat und entsprechend eintrainiert werden muss oder ein erfahrener Altvogel, (der Begriff HAGARD ist dafür der falknerische Ausdruck) der z.B. nach einem Flügelbruch eine Rehabilitationsphase benötigt und nach entsprechendem Flugtraining gleich wieder Beute machen kann.

 

Komplex wird es je nach Art. Ein Mäusebussard, unser häufigster Greifvogel und auch dementsprechend unser häufigster Patient, ist ein eher gemütlicher Ansitzjäger. Bekommt er einmal keine Mäuse zu fassen genügen ihm (gelegentlich) auch Regenwürmer als Atzung und er nimmt auch Aas. Ein hoch spezialisierter Vogeljäger wie der Wanderfalke, muss als „Hochleistungssportler“ schon ganz andere Fähigkeiten besitzen und top fit sein.

 

Während der Mäusebussard nach einem Flügelbruch eine Ausheilungsphase und Flugtraining in einer großen Voliere benötigt, muss der Wanderfalke nach falknerischen Methoden abgetragen werden (an den Menschen gewöhnt werden um mit ihm arbeiten und trainieren zu können) und ein regelrechtes Ausdauerflugtraining bekommen um je wieder Beute machen zu können. Das kann selbst in der größten Voliere nicht vernünftig absolviert werden.

 

Dazu muss der Falke im kontrollierten Freiflug gearbeitet werden. Sobald der Falke die Beuteatrappe regelmäßig und hart schlagen kann, wird er in den sogenannten Wildflug gestellt. Die bisher noch benötigten Geschühe (Lederriemen) werden entfernt und der Vogel bekommt noch eine Zeit lang Atzung (Nahrung) zur Verfügung gestellt - fliegt aber frei. Irgendwann wird er von sich aus wieder Beute schlagen und verliert die Bindung an den Menschen sehr rasch.  Jeder Vogelpatient reagiert anders auf Behandlung und Training. Auf jedes Individuum muss daher auch entsprechend eingegangen werden.

 

Dass können wir nicht alles alleine tun. Wir arbeiten deshalb mit anderen Auffangstationen, Falkenhöfen, dem Veterinäramt, Polizei, Feuerwehr mit der unteren Landschaftsbehörde, der unteren Jagdbehörde und selbstverständlich mit kompetenten Tierärzten (auch überregional) ständig zusammen.

 

Leider können auch wir keine Wunder vollbringen und müssen, gemeinsam mit den Tierärzten entscheiden, ob der Vogel je wieder eine Chance hat in der Natur zu überleben. Es dürfte jedem einleuchten, dass ein halbblinder Falke oder ein Bussard mit amputierten Gliedmaßen zwar in der Lage wäre zu überleben, jedoch sicherlich nicht in der freien Wildbahn. Um diesen Individuen eine lebenslange Gefangenschaft, oft in Gesellschaft mit einem halben Dutzend ebensolcher Pechvögel, die aus Platzmangel in einer Voliere zusammengepfercht sind zu ersparen, heißt die vernünftige Entscheidung dann Einschläferung. Sentimentalität und falsch verstandene Tierliebe würden hier nur noch mehr Leid schaffen. „Gut gemeint“ ist eben leider nicht automatisch „gut gemacht“

 

Was Sie tun können

 

Wenn Sie einen wehrlosen, verunfallten, kranken Greifvogel oder eine Eule gefunden haben,kontaktieren Sie bitte unser Notfalltelefon. (Polizei und Feuerwehr haben in der Regel auch Kontakte zu örtlichen Pflegestationen und Tierärzten falls Sie als Finder sich nicht in unserem Einzugsgebiet befinden) Wir holen den Vogel ab. Sollte es Ihnen jedoch möglich sein, den Vogel zu bringen, wären wir Ihnen sehr dankbar. Für Sie ist es nur eine Fahrt. Wir fahren unter Umständen mehrmals täglich. Sie können uns so schon sehr unterstützen, denn unsere Arbeit ist ehrenamtlich und wir sind auf Spenden angewiesen. Auto und Kraftstoff kosten mittlerweile sehr viel Geld.

 

Da Greifvögel auch verletzt sehr wehrhaft sein können, tragen Sie bitte dicke (Schweißer-) Lederhandschuhe oder ergreifen den Vogel, indem Sie eine Decke über ihn werfen. Es hat sich auch bewährt einen Karton über den Vogel zu stülpen um ihn festzusetzen. Bedenken Sie, dass der Vogel nicht weiß dass ihm geholfen wird!  Halb verhungerte oder bewusstlose Vögel werden kaum Gegenwehr leisten. Vögel mit Verletzungen an Körper und Gliedmaßen werden sich aber mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln wehren und können den Helfer stark verletzen!

 

Sollten Sie sich nicht zutrauenden Greifvogel oder die Eule anzufassen, dann versuchen Sie die Methode mit dem Karton oder bitten uns am Telefon um Rat. Natürlich holen wir den Vogel dann ab. Stellen Sie sicher, dass der Vogel am Fundort bleibt bis der Helfer dort ist. In der vergangenen Saison sind wir leider oft umsonst gefahren weil der Vogel nicht aufzufinden war.

 

Bitte zwingen Sie den gefundenen Vogel nicht zur Nahrungsaufnahme. Der Zustand des Greifvogels kann durch die Gabe von Nahrung oder Wasser ggf. zu dessen Tod führen. Überlassen Sie das bitte uns. Durch den täglichen Umgang mit unseren eigenen Vögeln haben wir das nötige Wissen und werden uns umgehend fachgerecht um den Pflegefall kümmern und zusätzlich einen Tierarzt mit Spezialwissen konsultieren!

 

Sollten Sie einen hilflosen Jungvogel entdecken, nehmen Sie diesen nicht sofort mit nach Hause. Gerade bei Eulen verlassen die Jungen schon sehr früh das Nest und werden von den Altvögeln weiter versorgt. Nehmen Sie sich etwas Zeit oder bitten Sie einen Anwohner den Jungvogel aus der Entfernung zu beobachten. Lässt sich auch nach Stunden kein Altvogel blicken oder gefährden Katzen, Hunde, Krähen, etc. den hilflosen Vogel, müssen Sie handeln (s. oben).

 

Unter Umständen müssen Sie die Notrufnummer mehrmals anrufen, da auch wir nicht immer sofort an den Apparat gehen können. Sollten Sie Ihre Telefonnummer nicht unterdrücken, rufen wir gerne umgehend zurück. Bitte vermeiden Sie es, bei mehreren Stationen gleichzeitig anzurufen. Es ist für die Helfer zwar ggf. „amüsant“ sich dann am Vogel zutreffen - kostet aber enorm viel Zeit, Nerven und Geld.

 

In dem Zusammenhang noch eine Bitte: Es ist für Niemanden hilfreich, den Helfer am Telefon unter Druck zu setzen. Sätze wie z.B. „Kommen Sie sofort, Sie werden dafür schließlich bezahlt“ (...das werden wir eben nicht!) oder „dann soll der Vogel doch verrecken“, sind weder sozial besonders verträglich noch bringen sie uns weiter. Unter Umständen muss ein Helfer erst einmal seinen regulären Arbeitsplatz verlassen oder einen Vertreter ausfindig machen, der dann fährt. In der Regel muss der Helfer anschließend einen dienstbereiten Tierarzt aufsuchen. Außerhalb der regulären Sprechstunde ist auch das nicht immer einfach.

 

Wir werden in jedem Fall alles versuchen was menschenmöglich ist, um zu helfen.

 

Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, sind wir für eine Spende auf folgendes Konto dankbar:

 

Kreisjägerschaft Rhein-Sieg e.V.

Sparkasse Köln

BIC: COKSDE33

IBAN: DE39370502990001013846


Kennwort: GVAS HAGARD

 

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