Der Lotse ist gegangen

schwontzen 2012

Bernd-Theo Schwontzen, 2012

Am 27. Mai verstarb Bernd-Theo Schwontzen im Alter von 69 Jahren.

 

 

 

Der aus Kornelimünster stammende passionierte Forstmann und Jäger übernahm von 1997 bis 2012 den Vorsitz der Siegkreisjäger bei schmaler Kassenlage und einem Mitgliederstand von 950 Jägern und Jagdinteressierten. Während seiner Amtszeit stieg die Mitgliederzahl der Kreisjägerschaft Rhein-Sieg e.V. auf 1.300 Jagd- und Naturschutzbegeisterte.

Der gut vernetzte Eifeler stand in seiner 15-jährigen Tätigkeit als Kreisvorsitzender der Jäger mit seiner stets ausgleichenden Art und einer großen Portion Mutterwitz für die Stärkung der Jagd in der modernen Gesellschaft und die Vermeidung unnötiger Konflikte zwischen Jagd und Forst- und Landwirtschaft. Ihm gelang auf Kreisebene die fruchtbare Verbindung zwischen Naturschutz und Jagd wie auch die gemeinsamen Projekte „Gagelstrauch“ in der Aulgasse bei Siegburg, der „Dachsbergheide“ in Bad Honnef und der „Hangelarer Heide“ in Sankt Augustin zeigen.

 

Auf der Basis der sog. Rheinbacher Vereinbarung begründete Bernd Schwontzen mit der Unterstützung der großen deutschen Naturschutzorganisationen BUND und NABU die erste dezentrale, ehrenamtliche Greifvogelauffangstation Deutschlands `Hagard´ im Kreisgebiet.

 

In Anerkennung seiner Leistungen für die Jagd und den ehrenamtlichen Naturschutz im Rhein-Sieg-Kreis wählten die Siegkreisjäger Bernd Schwontzen zu ihrem Ehrenvorsitzenden.

 

Auf dem Landesjägertag des Jahres 2016 in Aachen zeichnete ihn der Landesjagdverband mit seiner Ehrennadel in Gold aus.

Schwontzen hat sich in seinem Amt als Kreischef der Jäger stets als Lotse von Ideen der Mitglieder verstanden. Dieser Lotse ist nun endgültig von Bord gegangen.

 

Wir verlieren im Leben einen verlässlichen und treuen Sachwalter des Natur- und Artenschutzes. Im Herzen der Wegbegleiter leben Bernd-Theo Schwontzen und sein Wirken weiter.

 

Wir trauern und denken besonders an seine Frau Andrea, seinen Sohn Andreas und seine Enkel.

 

Für die Kreisjägerschaft
Thomas-Hans Deckert

Verleihung

Auf der Jahreshauptversammlung am 30.04.2021 wurden Herr Hans-Josef Krill und Frau Ursula Trülzsch geehrt, die jahrelang die „Rollende Waldschule“ als Team leiteten und vielen Menschen, klein und groß, die Tiere unseres Waldes und Feldes näherbrachten.

 

 

Die Kreisjägerschaft bedankte sich für ihr Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz und ehrte sie mit den "goldenen Ehrennadeln" der Initiative DJV „Lernort Natur“.

 

Bei dieser Gelegenheit wurde Herrn Krill besonders gedankt, der in den vergangenen zwei Jahrzehnten interessierten Bürgern Rede und Antwort stand und manchen Jungjäger vor dem Scheitern bewahrte. Er übergab sein Amt im Mai 2020 an Herrn Rohner.

 

Wir hoffen, dass Sie, Herr Krill, die nun gewonnene Zeit als Jäger nutzen können und wünschen Ihnen viel Waidmannsheil, vor allen Dingen Gesundheit.

 

Elisabeth Trimborn
Vorsitzende der Kreisjägerschaft Rhein-Sieg e.V.

 

dr-juengst

Dr. Jüngst

Lieber Herr Dr. Jüngst,

 

mit großem Bedauern hat die Kreisjägerschaft Rhein-Sieg e.V. von Ihren gesundheitlichen Probleme Kenntnis erhalten. Wir möchten Ihnen von dieser Stelle aus viel Kraft und gute Genesung wünschen.

 

Es ist absolut verständlich, dass Sie unter diesen Umständen Ihr Amt als Hegeringleiter zur Verfügung stellen. Wir betrachten das allerdings als großen Verlust. Sie standen uns als kompetenter, hilfsbereiter, praxisorientierter und außerordentlich engagierter Kollege zur Seite und haben immer zum Wohle der Jägerschaft gekämpft und gestritten. Hier ist besonders die letzte Aktion zu nennen, in der Sie, unverzagt und mit klaren Worten, anlässlich der Jahreshauptversammlung des LJV 2021, Ihren Antrag zur Einführung des Jagdbeitrages, gestellt haben.

Dies ist nur ein Beispiel und macht die Ihnen innewohnende pragmatische und zupackende Haltung deutlich, die so manch' ein anderer vermissen lässt. Genau solche Menschen wie Sie brauchen wir in der aktiven Arbeit im Dienste der Jägerschaft.

 

Die Kreisjägerschaft Rhein-Sieg möchten Ihnen herzlich für Ihren Einsatz danken, für Ihr Wohlwollen und Ihre Kompetenz, die Sie in Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit Ihren Waidkameradinnen und Waidkameraden zur Verfügung stellten.

 

Alles Gute und viel Waidmannsheil wünscht Ihnen von Herzen Elisabeth Trimborn Vorsitzende der Kreisjägerschaft Rhein-Sieg e.V.

 

Ostergruß 2021

Liebe Jägerinnen und Jäger,

 

als ich den Ostergruß 2020 verfasste, war ich noch der Hoffnung,

2020 bleibt das „spezielle Ostern“.

 

Leider haben sich unsere Erwartungen nicht erfüllt.

Die Pandemie hat uns noch fest im Griff.

Auch Ostern 2021 wird ein Ostern mit wenig Begegnungen, einem veränderten Kaufverhalten, den ersten Impferfahrungen und hoher Inzidenz.

Das ist ein Kollektivschicksal, vielleicht lässt es sich mit dieser Haltung besser ertragen.

 

Jagdliche Tugenden sind Geduld und Gelassenheit, Tugenden, auf die wir in dieser besonderen Zeit zurückgreifen können.

Ungeachtet der Pandemie schenkt uns die Natur ihre voller Pracht.

„Mutter Natur“ lässt sich nicht irritieren, sie zaubert zarte Farben und kraftvolle Knospen, liebliche Stimmen, intensive Düfte und wärmere Temperaturen.

 

Nehmen wir uns ein Beispiel und lassen uns nicht unterkriegen.

Wir sind in der wunderbaren Lage, die Jagd als geliebtes Hobby verantwortungsbewusst ausführen zu können und die Welt zu genießen.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihren Lieben und Ihnen ein entspanntes und frohes Osterfest 2021, bleiben Sie gesund!

 

Waidmannsheil!

Elisabeth Trimborn

Vorsitzende der Kreisjägerschaft Rhein-Sieg e.V.

Georg Schneider

Abschied nach 30 Jahren Schweißhundestation


Georg Schneider

Aus welchen Motiven Du, lieber Georg, Nachsuchenführer geworden bist und eine anerkannte Schweißhundestation aufgebaut hast, kannst nur Du alleine beantworten.

Wir alle aber wissen, für Dich waren die Nachsuchen eine selbstverständliche Verpflichtung im Jagdgeschehen. Du hast Dir die Zeit genommen und bei unzähligen Drück- und Ansitzjagden die Jagdkameraden als Nachsuchenführer unterstützt.

 

Das Argument „Tierschutz“ halte ich nur für einen Teil der Wahrheit.

War es nicht auch die Freude an der Arbeit mit dem Hund? Deine vierbeinigen Helfer und Du,

Ihr ward ein vertrautes Gespann und konntet Euch immer aufeinander verlassen.

Etliche Anrufe zu jeder Tag- und Nachtzeit waren eine große Herausforderung und erforderten Geduld, Beharrlichkeit, volle Konzentration, aber auch die Entlastung der Jäger durch Deine kompetente Schweißarbeit. Verschwiegen und bescheiden führtest Du Dein Amt aus, wohl wissend, dass kopfloses Handeln viele Pirschzeichen zerstörte.

 

Deine selbstlose Arbeit im Dienst der Kreatur verdient unsere höchste Anerkennung.

 

Auch Deine Tätigkeit als „Obmann für Jagdschutz“ unserer Kreisjägerschaft möchte ich hervorheben. Die Selbstverständlichkeit, mit der Du Dein Wissen uneigennützig weitergabst, macht Dich zu einem wahren Waidkameraden. Deine Vorträge und Anschuss-Seminare fanden immer ein breites Publikum und so manch' „alter Hase“ konnte von Deiner Expertise profitieren.

 

Unser Dank gilt besonders Deiner Familie, die Dich bei Deiner Tätigkeit stets unterstützte und Dir den Rücken freihielt.

 

Lieber Georg, wir danken Dir für die 30 Jahre, die Du der Leiter einer anerkannten Schweißhundestation im Rhein-Sieg-Kreis warst, Danke für Dein Engagement, Deine Kraft und Deine Lebenszeit.

Die Fußstapfen, in die Deine Nachfolger treten, sind riesig.

 

Wir wünschen Dir Gesundheit, Freude und viel Waidmannsheil.

 

Elisabeth Trimborn

Vorsitzende der Kreisjägerschaft

Rhein-Sieg e.V.

Einladung zur Jahreshauptversammlung 2021

Hier die Einladung als PDF-Datei zum Download:

 

Herunterladen: einladung jhv 2021

Am 21. März 2021 ist der internationale "Tag des Waldes", der in den 70er Jahren als Reaktion auf die globale Waldvernichtung von der FAQ (Food and Agriculture Organization of the United Nations) ausgerufen wurde.
 

Der Wald ist Rohstofflieferant, Klimaschützer, ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen, aber auch ein beliebtes Erholungsgebiet für uns Menschen. Der Wald bedarf unseres Schutzes. Die Bedrohung durch den Klimawandel hat in den letzten Jahren eine wichtige Bedeutungsdimension bekommen.
 

Die höheren Temperaturen, zu wenige Niederschläge oder extreme Wetterereignisse und starker Schädlingsbefall bedingen ein fürsorgliches Verhalten dem Wald gegenüber. Es ist unser aller Aufgabe, den Ressourcenverbrauch unserer Konsumgesellschaft schnellstens zu verändern. Helfen wir unserem Wald, in dem wir klimabewusst handeln.

 

Jeder einzelne kann aber auch direkt dazu beitragen, den Wald zu schützen. Bitte lassen Sie im Wald keinen Müll liegen, bleiben Sie auf den Wegen, um den Schutzraum des Wildes und der Pflanzen nicht zu betreten. Einen besonderen Appell möchten wir an die Mountainbike-Fahrer richten, bitte halten auch Sie sich an die Regel. Bitte bedenken Sie, dass die kurze Freude einer rasanten Abfahrt  langfristigen Schaden in der Pflanzen- und Tierwelt verursacht.

 

Nur ein achtsames Miteinander erhält auch uns Menschen diese kostbare Erholungsmöglichkeit. Für uns alle sollte es eine Herzensangelegenheit sein, sich für den Wald-, Natur- und Artenschutz einzusetzen.

 

https://www.forstwirtschaft-in-deutschland.de/waelder-entdecken/lebensraum-wald/

 

https://www.bmel.de/DE/themen/wald/

 

 

Elisabeth Trimborn

Vorsitzende der Kreisjägerschaft Rhein-Sieg e.V.

Nachruf

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Gerlinde Rosenbaum (2014)

Die Jagd ist aus, der Hörnerklang verhallt.

Wir, die Kreisjägerschaft Rhein-Sieg e.V., trauern um Gerlinde Rosenbaum, die Hegeringleiterin des Hegerings Agger-Sieg, die am 1. März 2021 im Alter von nur 67 Jahren nach schwerer Krankheit verstarb.

Ihre Passion galt viele Jahrzehnte dem Jagdhornbläserwesen, dem sie mit Hingabe, Engagement und musikalischem Talent verbunden war.

Mit unerschütterlicher Pflichterfüllung, Beharrlichkeit und großem Organisationstalent steuerte sie die Geschicke des Hegerings Agger-Sieg und wird uns als tatkräftige und erfahrene Jägerin in Erinnerung bleiben.

 

Unser Mitgefühl und aufrichtiges Beileid gilt ihrem Ehemann, Josef Rosenbaum, der sie liebevoll, unterstützend und fürsorglich im Leben und in der schweren Krankheitsphase begleitete.

Wir wünschen ihm Kraft für diese schmerzliche Phase seines Lebens.

 

Elisabeth Trimborn

Vorsitzende der Kreisjägerschaft Rhein-Sieg e.V.

Jagen- keine Frage des Alters!

 

Die Kreisjägerschaft Rhein-Sieg e.V. wünscht ihrem langjährigen aktiven Mitglied, Frau Ursula Trülzsch, alles Gute zum 90. Geburtstag.

 

 

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Ursula Trülzsch

 

Dass das Jagen keine Frage des Alters ist, beweist Frau Trülzsch jeden Tag. Das „Kraxeln“ auf Hochsitze, das Aufbrechen, das Zerwirken, aber auch die fachgerechte Präparation der Trophäen zeigen, dass sie als erfahrene Jägerin bis ins hohe Alter selbstständig ihrem geliebten Hobby nachkommen kann.

 

Regelmäßig sitzt sie an oder ist Jagdgast im Bundesforst. Auch das Schießen bereitet ihr große Freude. Als Mitglied der Bundeswehrkameradschaft steht sie häufig auf dem Schießstand „Talbecke“, um ihre Fertigkeiten auch auf diesem Gebiet zu vervollkommnen.

 

Vielleicht ist gerade ihre aktive und tatkräftige Seite das Geheimnis ihrer Fitness und ihrer Gesundheit.

 

Bereits früh zeigte sich, dass ihr neben dem Jagdhandwerk auch die Brauchtumspflege ein wichtiges Anliegen war. Vor dem Erwerb ihres Jagdscheines erlernte sie das Jagdhornblasen und ist seitdem ein wichtiges Mitglied der „Jagdhornbläsergruppe Siegburg-St. Augustin“, unter der Leitung von Erwin Gierlach. Zuverlässig und hingebungsvoll stellt sie sich den Einladungen der Bläsergruppe zur Verfügung.

Auch der „rollenden Waldschule“ steht sie seit mehr als 20 Jahren in verantwortlicher Tätigkeiten getreu zur Seite. Liebevoll wurde ihr der Spitzname „die Waldomi“ verliehen.


Ursula Trülzsch und die "Rollende Waldschule"

Wir wünschen Frau Trülzsch einen schönen Ehrentag, Gesundheit, Freude und viel „Waidmannsheil“.

 

Elisabeth Trimborn

Die jagdpolitische Wende in NRW setzt sich beim Fuchs weiter fort

Jagd am Kunstbau wird im ganzen Land wieder erlaubt werden – Ministerium mahnt intensive Bejagung von Beutegreifern zum Schutz der Tierwelt an

 

Die jagdpolitische Wende in Nordrhein-Westfalen nimmt schon weiter Gestalt an, bevor die von der neuen Landesregierung angekündigten und notwendigen gesetzlichen Regelungen nach den erforderlichen Beratungen durch den Landtag verabschiedet werden können. Das Landesministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz hat in einer dienstlichen Mitteilung vom 17. Oktober alle Unteren Jagdbehörden der Kreise und kreisfreien Städte Nordrhein-Westfalens aufgefordert, in deren jeweiligen Zuständigkeitsgebieten die Jagd auf den Fuchs im Kunstbau zu erlauben. 

 

„Das Jagdrecht in Nordrhein-Westfalen wird wieder vom Kopf auf die Füße gestellt “, sagte dazu Ralph Müller-Schallenberg. Der Präsident des Landesjagdverbandes zeigte sich einmal mehr überzeugt, dass es in NRW nach dem Regierungswechsel insgesamt zu einer modernen und sachgerechten Jagdgesetzgebung mit den Hauptbetroffenen und nicht gegen sie kommen werde.

 

Die generell von der Vorgängerregierung verbotene Jagd auf den Fuchs im Kunstbau war 2015 für zwei Jahre in bestimmten Regionen des Landes örtlich ermöglicht worden („kartografische Gebietskulisse“). Nun hat die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung die Lage neu bewertet und kommt zu dem Ergebnis, die Gebietskulisse zum Schutz der Tierwelt auf das gesamte Landesgebiet Nordrhein-Westfalens mit Ausnahme befriedeter Bezirke auszuweiten. Feldhase, Fasan und andere Tierarten gehen demnach im Bestand weiter zurück, die Fuchsbesätze dagegen haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Das Ministerium hat deshalb die Unteren Jagdbehörden gebeten, „die Baujagd auf den Fuchs im Kunstbau in Ihrem Zuständigkeitsgebiet von Amts wegen für fünf Jahre (Jagdjahr 2017/18 bis 2021/22) zu erlauben.“

 

Zudem weist die Forschungsstelle nach Angaben des Ministeriums darauf hin, dass angesichts der prekären Bestandssituation vieler Arten die Raubwildbejagung auch durch andere Jagdmethoden nicht vernachlässigt und nicht auf die Fuchsbejagung am Kunstbau fokussiert werden sollte. „Vielmehr ist es geboten, die Bejagung aller Prädatoren, die für den Feldhasen und die Bodenbrüter relevant sind, in ihrer gesamten Bandbreite zu aktivieren“, heißt es aus dem Ministerium.

 

Die Weisung des Ministeriums bezieht sich derzeit ausdrücklich nur auf die Fuchsjagd im Kunstbau. Nachfragen des LJV haben ergeben, dass für die Anlage von Kunstbauten auch in bisherigen Nicht-Kulisse-Gebieten kein Antrag auf Genehmigung erforderlich sein wird, sondern die Anlage- und Jagderlaubnis auf dem Weg einer Allgemeinverfügung erteilt werden soll.

Quo vadis - Niederwild?

Die Jägerschaft Rhein-Sieg diskutierte mit Prof. Ulrich Köpke und Betriebsleiter Dr. Berg auf dem Wiesengut in Hennef die Möglichkeiten, Tieren der Agrarlandschaft einen verbesserten Lebensraum zu gestalten. Als Leiter des Institutes für organischen Landbau und Mitglied verschiedener Kommissionen entwickelt Prof. Köpke in der praktischen Erprobung Vorgehensweisen für ein Nebeneinander von Wildflora, -fauna und moderner Landwirtschaft. Erhöhung der Grenzlinien, Minimierung von Pflanzenschutz, Klee-Gras-Gemische, Wildkrautstreifen entlang der Schläge, Hecken, die nicht einfach durchwachsen, sondern mustergültig in Abschnitten auf den Stock gesetzt werden und Vielfalt der Ackerfrüchte bleiben nicht ohne Wirkung: im Durchschnitt der Jahre beherbergt das Wiesengut einen Hasen je ha und liegt damit weit über dem Durchschnitt der umliegenden Siegauenlandschaft. Der Versuchsbetrieb der Universität Bonn kann in seinen Maßnahmen nicht Leitlinie für den allgemeinen Ackerbau im Rheinland sein, es ergeben sich aber viele Fragen und Angebote: Ist der Hasenreichtum Ergebnis einer optimalen Ernährung im Säugestadium der Häsinnen, erlauben die lichter geführten Bestände mit einer noch weit verbreiteten Kräuterpalette Lebensraum auf ganzer Fläche, sind Vorgewendestreifen mit anderem Pflanzenbau die eigentliche Chance des Greening und der Bodenpflege, welche Rolle spielt der Insektenreichtum für Fasan und Rebhuhn? Die Diskussion erbrachte einige Kritik an den bisherigen Greeningbemühungen. Nicht nur die Fläche von lediglich 5 % wurde bemängelt , sondern auch die Wirksamkeit mancher Maßnahme. Wird z. B. eine Zwischenbegrünung dunkel und nass gestaltet, zudem noch im falschen Zeitpunkt gemulcht, ergibt sich oft eher eine Falle als ein neuer Lebensraum.

Interessant auch der Apell nach mehr Absprache zwischen Landwirten und Jägern. Neben der Lebensraumfrage ist Prof. Köpke sich absolut sicher: nur wer die Prädatoren im Griff hat, kann bei den sich über Jahrzehnte eingestellten schlechten Grundbedingungen der Ackerlandschaft dennoch Erfolge beim Niederwild erzielen.

 

Dr. Norbert Möhlenbruch KJS Rhein-Sieg