Was jeder Hundeführer wissen sollte

Fast in jedem Hund ist noch der Urtrieb des Jagens und des Beutemachens vorhanden. Nur wenige Hunde, auch wenn sie sich in Rufweite iheres Führers befinden, lassen sich von der Verfolgung plötzlich aufstehenden Wildes abhalten.

Freya

Die Geruchsempfindlichkeit eines Hundes ist hundertmil-lionenmal größer als die des Menschen. Der Hund kann ebenso mit seinem ausgeprägten Gehörsinn doppelt so hohe Frequenzen wahrnehmen wie der Mensch.

Das Wild in unserer Gegend, in diesem Fall Rehwild, Hase, Kaninchen, Fasan und Rebhuhn, kennt aus Instinkt seine Fluchtdistanz. Dieses Wild legt sich am Tage ausserhalb dieser Distanz von begangenen und befahrenen Wegen versteckt hin und stört sich so nur wenig an den gewohnten Bewegungen auf diesen Wegen.

Geht aber ein Mensch, vor allem aber ein Hund, selbst wenn er nicht wildert, nur spielerisch von diesen Wegen ab, durchbricht er diese Fluchtdistanz! Das Wild steht auf und flieht. Dieses Fliehen reizt den Hund zum nachlaufen, es entsteht eine Hetze und das ist Tierquälerei. Dabei können, bei längeren und öfteren Störungen die Gelege der Fasanen und Rebhühner erkalten und absterben. Die Häsin legt ihre Jungen in einer Ackerfurche ab und nährt sie dort. Bei mehrmaligen Störungen verläßt sie diesen Bereich und die jungen Hasen verhungern.

Es gibt Führerleinen von 5-15 m, so dass der Hund, trotz Anleinens genügend Bewegungsfreiheit hat. Bitte machen Sie Gebrauch davon. Als Tierfreund werden Sie den wildlebenden Tieren und sich etwas Gutes tun. So können Führer und Hund nach einem erholsamen Spaziergang entspannt nach Hause gehen.


Wildmeister Peter Lessenich