Sommerzeit ist Grannenzeit !

Im Juli und August ist besondere Vorsicht geboten. Getreide und Wildgräser sind jetzt reif und trocken, und bei einem Spaziergang entlang der Wiesen und Felder bleiben schnell die Grannen im Fell unserer Hunde hängen. Sie müssen nach (besser noch während) des Spaziergangs sofort entfernt werden! Augen, Ohren und die Zwischenräume der Zehen sollten dabei sehr sorgfältig in Augenschein genommen werden.

mäusegerste

Mäusegerste (Quelle: Wikipedia)

Besonders “garstig” sind die Grannen der Mäusegerste, denn sie haben winzig kleine Widerhaken. Dringen sie z.B. ins Ohr ein, können sie nur in eine Richtung wandern (zur Spitze hin) und man bekommt sie nur schwer heraus. Gelangt die Granne ins Auge, schwellen die Bindehäute stark an. Einmal im Gehörgang, wandert sie tief hinab und kann sich durch das Trommenfell bohren. Das Ohr ist sehr schmerzhaft. An den Pfoten stechen sich die Spitzen der Granne durch die dünne Haut zwischen den Zehen. Man fühlt oft eine Beule, der Hund leckt ständig die Pfote. Aber auch durch andere dünne Hautstellen, wie z.B. im Achsel – oder Kniebereich, können sie eindringen.

Schwere Entzündungen oder Abszesse sind die Folge. Grannen können auch in die Nase oder Rachen gelangen. Achten Sie also auf Niesen oder Husten. Es ist wichtig, bei Symptomen sofort zum Tierarzt zu gehen, der die Granne (ggf. unter Narkose) entfernt.

Ohren:

Ist eine Granne ins Ohr eingedrungen schüttelt der Hund (seltener die Katze) schüttelt den Kopf, kratzt sich am Ohr oder hält den Kopf schief, da die Granne den Gehhörgang reizt. Bleibt die Granne zu lange im Ohr besteht die Gefahr, dass das Trommelfell geschädigt wird.


Pfoten:

Vor allem zwischen den Zehen hacken sich Grannen ein und bohren sich regelrecht in die Haut. Das Tier schleckt sich intensiv und steigt eventuell nicht mehr auf. Die Pfote schwillt an und fühlt sich heiß an. Manchmal ist sogar noch das Loch zu sehen über das die Granne eingedrungen ist. Wartet man zu lange ab bildet sich zunächst häufig ein Abszess aber auch die ganze Pfote kann sich entzünden und zu eitern beginnen.

Augen:

Bei Katzen verfängt sich die Mäusegerste oft im Augenbereich. Die Bindehaut wird rot und schwillt an, ist die Hornhaut in Mitleidenschaft gezogen wird sie trüb. Das Auge beginnt zu tränen. Nase: Wenn eine Granne in die Nase eingesogen wurde führt das meist sofort zu einem heftigen Niesanfall. Die Tiere halten manchmal auch den Kopf gesenkt und reiben mit der Pfote an der Nase. Etwas später tritt dann einseitiger, eitriger Nasenausfluss auf, sehr selten kann er auch beidseits auftreten, wenn die Granne schon weiter nach hinten gewandert ist.