Nachlese zum Seminar für Hundeführer am 12.09.2019: “ Alles rund um die Drückjagd mit Hund“

Unsere Obfrau für das Jagdgebrauchshundewesen der Kreisjägerschaft organisierte eine Fortbildungsveranstaltung speziell für Hundeführer, die auf Drückjagden mit ihren Hunden den Abstellschützen das Wild vor die Büchse bringen.  Immerhin 36 interessierte Hundeführer trafen sich am 12.09.2019 im Schulungsraum der Geschäftsstelle der KJS. Mit Dr. Michael Frowein wurde ein erfahrener Jagdpraktiker eingeladen, kann dieser doch auf eine fast 40-jährige Erfahrung als Hundeführer zurückblicken und ist als anerkannter Schweiß- und Stöberhundeführer mit seinem Hannoverischem Schweißhund, Bracken und Terrier auch heute noch aktiv.

Hundeführer Schulung Drückjagdseminar

Drückjagden sind heute aus dem jagdlichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Dort, wo ehemals Treibjagden auf Hasen und Fasan stattfanden, wird mit zunehmender räumlicher Ausdehnung des Schwarzwildbestandes nunmehr „gedrückt“. Aber auch in den etablierten Einstandsgebieten unseres Schalenwildes haben sich die Jagdbedingungen massiv verändert. Unterbewuchsarme Nadelholz- und Buchenwälder weichen infolge klimatischer Veränderungen und neuer Forststrategien Windwurfflächen, die durch langsam wachsende Gehölze nicht nur dem Unterbewuchs ideale Lebensbedingungen verschaffen, sondern unserem Wild eine so bislang nicht gekannte Deckung bieten. Längst vorbei sind die Zeiten, in denen unser Wild allein durch Hundegeläut und Treiberlärm in Bewegung gebracht und gehalten werden konnte.

Zunehmender Freizeitdruck und die Gewöhnung des Wildes an Hund und Mensch tun ihr Übriges. Dies mit der Folge, dass die Arbeit für unsere Jagdgebrauchshunde und den Hundeführern nicht nur anstrengender geworden ist, sondern vor allem auch wesentlich gefährlicher. Trotzdem wird der Treiber-, Hundeführer und Hundeeinsatz auf Drückjagden immer noch vielfach sehr stiefmütterlich gehandhabt, finden wir schlecht ausgerüstete Treiber und Hundeführer sowie ungeeignete Hunde in den Treiberwehren.

Um diesem Zustand entgegenzuwirken organisierte unsere Obfrau für das Jagdgebrauchshundewesen der Kreisjägerschaft am 12.09.2019 eine Fortbildungsveranstaltung speziell für Hundeführer die auf DJ mit ihren Hunden den Abstellschützen das Wild vor die Büchse bringt.  Immerhin 36 interessierte Hundeführer folgten der Einladung.  Ihre Erwartung wurde nicht enttäuscht. Mit Dr. Michael Frowein wurde ein erfahrener Jagdpraktiker eingeladen, kann dieser doch auf eine fast 40-jährige Erfahrung als Hundeführer zurückblicken und ist als anerkannter Schweiß- und Stöberhundeführer mit seinem Hannoverischem Schweißhund, Bracken und Terrier auch heute noch aktiv.

Neben der richtigen Bewaffnung, Kleidung und Schutzausrüstung für Hund und Hundeführer lag der Schwerpunkt der Fortbildung im richtigen und vor allem sicheren Waffengebrauch durch den Hundeführer. 

Das Abfangen eines verletzten Stücks bedeutet für Hund und insbesondere für den Hundeführer Stress. Ist man hierbei in der Nachsuche in der Regel allein auf sich gestellt, kommen in einem Treiben noch andere Stressfaktoren wie beigeschlagene Hunde, hinzueilende Treiber oder Jäger hinzu.

Gerade hier sind Besonnenheit, Disziplin, aber auch automatisierte Handlungsabläufe unabdingbar. Dazu gehört das geschulte Abschultern der Waffe wie vor allem später ihr sofortiges Entladen und das Wiederherstellen eines nur unterladenen und gesicherten Zustands, in welchem die Waffe ausnahmslos im Treiben zu führen ist. 

Vermittelt wurden Techniken des Annäherns an ein krankes Stück, nicht ohne hierbei die Gefahren zu vergessen, die damit verbunden sein können. Auch das sichere Abfangen mit der kalten Waffe bildete einen Schwerpunkt – Fragen wie welches Messer und wohin führe ich den Stich, aber auch welche Wirkung erzeugt der richtige Stich wurden detailliert behandelt. Auch Techniken der ersten Hilfe kamen nicht zu kurz.

Nach dem dreistündigen Vortrag, der keine offene Fragen zurückließ, waren sich alle einig: –  schon das Treiben in deckungsreichen Gelände, das viele Überraschungen bereit halten kann,  und erst recht das Abfangen bergen zurzeit das größte Risiko, das man hierzulande auf einer Jagd überhaupt eingeht.  Umso unverständlicher bleibt die teils schlechte Ausrüstung, die fehlende Erfahrung und die oft zweifelhafte Konstitution mancher Hundeführer, aber auch, dass immer noch schlecht ausgebildete, stumm jagende und nicht ausreichend scharfe Hunde zum Einsatz kommen. Hier sollte der stärkere Kontakt zu unseren Jagdgebrauchshund- und Zuchtvereinen gesucht wird, um auch von dieser Seite Hilfestellung zu bekommen.  

Ein durch und durch toller Informativer kurzweiliger Abend.

Peter Wingerrath

Semiarteilnehmer