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Von den Gastgebern der Auftaktveranstaltung zu den NaturErlebnisWochen NRW hatte vermutlich niemand damit gerechnet, wie aktiv der Protest der bergischen Jägerinnen und Jäger gegen den aktuellen Entwurf zum neuen Jagdgesetz in NRW auch hier vor Ort sein kann. Die Kreisjägerschaften Remscheid, Solingen und Wuppertal hatten ihre Mitglieder dazu aufgerufen, ihren Unmut kund zu tun – und wie auf der bislang größten Kundgebung im März in Düsseldorf von der Landesvereinigung versprochen – jeden Auftritt von Minister Remmel (Grüne) zu begleiten. Am vergangenen Sonntag ließ es sich der Minister nicht nehmen, vor dem Beginn der eigentlichen Veranstaltung in direkten Kontakt mit den anwesenden Jägerinnen und Jägern zu treten. Und Johannes Remmel fand deutliche Worte: „Sie machen gute Arbeit.“ attestierte er den Anwesenden stellvertretend für alle Jägerinnen und Jäger in NRW. Und ergänzt: „Aber aus Tierschutzsicht ist die Hundeausbildung an der lebenden Ente ein Problem.“ Trotz der merklich in der Luft liegenden Spannung war erfreulicherweise ein meist sachlicher Dialog möglich. „Wer kümmert sich um verunfalltes Wild, wenn wir es nicht mehr tun würden?“, „Wer bringt mit der Rollenden waldschule ehrenamtlich Kindern die heimische Natur näher?“ und „Wer übernimmt in seiner Freizeit die Nachsuche von krankem Wild?“ - Die Fragen aus dem Publikum machten einmal mehr deutlich, wie groß der Unterschied zwischen engagierten Jägern und reinen „Schießern“ ist. Die anwesenden Jägerinnen und Jäger verstehen ihren Auftrag als praktizierten Naturschutz und die vielfältigen Aufgaben rund um Wald und Flur als Auftrag. Am Stadion in Reinshagen wurde alles dafür getan, dies auch Minister Remmel zu verdeutlichen.