Bodenschichten im Wald



Der Wald ist mehr als eine Ansammlung von Bäumen, sondern eine Lebensgemeinschaft verschiedener Pflanzen und Tiere. Also gleichzeitig ein Biotop und eine Biozönose. Alles tierische und pflanzliche Leben dort steht in Wechselwirkung mit Wasser, Luft, Erde und Feuer (Sonne).

Jeder Wald weist eine typische Schichtung auf: Baum-, Strauch-, Kraut- und Moosschicht.

1. Baumschicht

Diese wird unterteilt in die 1. Baumschicht, die aus hochgewachsenen Bäumen besteht und in die 2. Baumschicht, in den nachwachsenden oder niedrigen Bäumen leben. Den oberen Abschluss bilden die Baumkronen, die starke Niederschläge abmildern. Dadurch wird das Regenwasser langsam nach unten geleitet. Allerdings dringt kaum das Sonnenlicht hindurch. In lichten Wäldern aus Lärchen oder Kiefern erreicht mehr Sonnenlicht den Waldboden, so dass dort auch andere Pflanzen als in dichten Wäldern vorkommen. Ein typischer Bewohner ist z. B. der Buntspecht, der dort in seinen Baumhöhlen nistet. Die verlassenen Spechthöhlen werden von Fledermäusen, Kleibern, Meisen oder Hohltauben genutzt. Außerdem leben in den hohen Bäumen viele Raubvögel.

2. Strauchschicht
 

Diese Schicht ist bis zu 5 m hoch. Sie setzt sich zusammen aus jungen Bäumen und Sträuchern. Die Strauchschicht benötigt viel Sonne und wenig Feuchtigkeit. Da die Baumkronen in Laubwäldern das Sonnenlicht abmildern, wachsen überwiegend Halbschatten- und Schattenpflanzen. Am Waldrand sorgen die Sträucher jedoch für Windschutz und sie schützen den Boden vor Trockenheit. Zu diesen Sträuchern zählen u. a. Holunder, Hasel, Weißdorn oder Brombeere. Dort leben viele Singvögel wie Amseln, Singdrosseln oder Rotkehlchen, aber auch Eichhörnchen und Siebenschläfer.

3. Krautschicht

Sie besteht aus Kräutern, Zwergsträuchern, Gräsern und Farnen und ist bis zu 1 m hoch. Dort finden sich Schmetterlinge, Libellen, Heuschrecken, Käfer und Wanzen. Auch folgende Tiere können dieser Schicht zugeordnet werden: Fasane, Feldhasen, Füchse, Rot- und Schwarzwild.


4. Moosschicht


In erster Linie bilden Moose, Pilze und Flechten diese untere Schicht, auch Bodenschicht genannt. Diese ist zusätzlich mit Steinen, Laub, abgefallenen Ästen und Erde durchsetzt. In einer Handvoll dieser Schicht findet man mehr Lebewesen als es Menschen auf der Erde gibt! Hier leben unter anderem Regenwürmer, Laufkäfer, Springschwänze, Milben, Käfer, Käfer- und Fliegenlarven, Asseln, Hundertfüßer und Tausendfüßer. Auch gehören Mäuse und Maulwürfe dazu. Die dort lebenden Bakterien, Pilze, Algen und Mikroorganismen zersetzen abgestorbene Pflanzenteile und tote Tiere. Dadurch werden dem Waldboden neue Nährstoffe zugeführt.
 

Lebensgemeinschaft Wald


Bäume:
Eiche, Buche, Fichte, Kiefer
Der Baum lebt vom Licht der Sonne, von Wasser und den Nährstoffen im Boden.
Er erzeugt Blätter oder Nadeln und Früchte.

Sträucher:
Hasel, Brombeere, Schlehe, Wildrose, Sanddorn
Der Strauch lebt vom Licht der Sonne, von Wasser und den Nährtoffen im Boden.
Er erzeugt Blätter und Früchte und braucht Insekten zum Bestäuben seiner Blüten.


Kräuter:
Gras, Veilchen, Heidelbeere, Heidekraut
Das Kraut lebt vom Licht der Sonne, von Wasser und den Nährstoffen im Boden.
Es erzeugt Blätter und Früchte und braucht Insekten zum Bestäuben seiner Blüten.


Bodentiere:
Bakterien, Pilze, Würmer, Schnecken, Insekten
Das Bodentierchen lebt in der Erde und zersetzt Larven- und Blattlauskot, Blätter,
totes Holz und Tierleichen zu Humus. Damit sorgt es für die gute Ernährung der Pflanzen.

Teichbewohner:
Fische, Muscheln, Schnecken, Käfer, Frösche, Molche, Insekten
Das räuberische Insekt ernährt sich von Insektenlarven, dem Honigtau der Blattläuse und Schmetteringsraupen. Es verhindert die übermäßige Vermehrung von Waldschädlingen und dient vielen Vögeln als Nahrung.

Pflanzenfressende Tiere:
Hirsch, Reh, Wildschwein
Das Pflanzen fressende Tier frisst hauptsächlich Gras. Wenn es davon nicht genug
bekommen kann, frisst es junge Bäume an. Manchmal dient es den Menschen als
Nahrung.

Nager/Kleine Tiere:
Maus, Spitzmaus, Igel
Das saugende Insekt lebt vom Saft oder den Blättern der Bäume und wird von
Vögeln und kleinen Tieren gefressen. Seine Ausscheidungen verbessern den Boden
für die Pflanzen.

Singvögel:
Meise, Buchfink, Rotschwanz, Amsel,  Goldhähnchen, Laubsänger, Rotkehlchen, Kleiber, Zilpzalp, Zaunkönig
Das Holz fressende Insekt lebt im Boden, auch seine Larven, oder unter der
Rinde geschwächter Bäume und wird von größeren Vögeln oder Tieren gefressen.

Mittelgroße Vögel:
Specht, Eichelhäher, Elster, Krähe, Taube, Kuckuck
Der mittelgroße Vogel frisst Früchte, Insekten, Würmer und Schnecken. Er dient
Raubvögeln als Nahrung.

Raubvögel:
Sperber, Habicht, Eule, Bussard, Kauz
Der Raubvogel frisst kleinere Vögel und kleinere Tiere.

Raubtiere:
Marder, Dachs, Fuchs, Luchs, Iltis
Das Raubtier frisst andere Tiere. Es hat keinen anderen natürlichen Feind
außer dem Menschen.