Dienstagsbläser

Der Name ist Programm! Auf dem ersten Wettbewerb vom Moderator entsprechend angekündigt, lautete die Antwort: Ja – denn montags malen wir! :-) Ein kleiner Scherz und nur als Bonmot vorab.

Bläserhutabzeichen bestanden – und jetzt? Eine gute Frage. Der direkte Einstieg bei den Hornissen ist wohl nur mit fundierten musikalischen Vorkenntnissen zu schaffen. Sonst macht´s eher Frust als Freunde.

Und so kamen im April 2009 Renate Steinkamp und Urs Pfannmüller auf die gute Idee, eine kleine Übungsgruppe ins Leben zu rufen. Schnell fanden sich zwei weitere „Jung-Bläser“. Dienstags abends war die Waldschule frei und so wurden unter bereitwilliger Anleitung der Hornissen Friederike Steinkamp und gelegentlich Ingrid Theis die erworbenen Kenntnisse vertieft und Neues erlernt.

Im September 2009 ging Friederike Steinkamp ins Studium und Birgit Pfeifer übernahm die musikalische Leitung. Die Gruppe wuchs schnell auf mehr als zehn Hörner an und bereits zur Jahreshauptversammlung der KJS im Mai 2010 gab es einen ersten Auftritt. Auch einige Wiedereinsteiger fanden den Weg zur Probe in die Waldschule und blieben. Inzwischen sprengte die Gruppenstärke die Waldschule und so durften wir unser „Winterquartier“ im Holzlager von Tom Bruns aufschlagen. Wohlwissend, dass Ziele anspornen, motivierte die Leiterin die Gruppe zur Teilnahme am Landesbläser-Wettbewerb 2012 auf Schloss Nordkirchen. Zur Anmeldung wurde ein Name benötigt, Zeit für lange Findungsprozesse blieb nicht und so wurde aus denen die dienstags blasen die „Dienstags-Bläser“. Beim geforderten „einheitlichen“ Outfit einigte man sich schnell auf die, inzwischen wohlbekannten, rotkarierten Blusen und Hemden kombiniert mit Blue Jeans.

Im Teamwork leiteten Friederike Steinkamp und Birgit Pfeifer die Vorbereitungen. Man übte, probte, lernte Aufmarsch, Aufstellung und Abgang, sogar mit Viedeoaufzeichung und -auswertung: ein Vorbereitung-Marathon. Zwei Tage vor dem Auftritt verstarb völlig überraschend unser Mitglied Volker Gieren. Alle waren zutiefst geschockt, bei der letzten Probeaufnahme war er noch dabei! Wir banden Trauerflor an unsere Hörner und spielten in reduzierter Aufstellung unter dem Motto: für Volker. Wir schafften einen ehrbaren 14. Platz von 23 Gruppen mit 814 Punkten in der Leistungsklasse C. Das Wetter spielte gar nicht mit. Regen, in unterschiedlichen Stärken, am ganzen Wochenende. Aber wir hatten ein nettes Quartier in Nordkirchen und verbrachten einen fröhlichen Abend. Am nächsten Tag unterstützten wir beifallspendend die Hornissen. Ein gelungenes Wochenende!

Zwei Jahre vergingen, eine Stammgruppe hatte sich fest etabliert. Immer wieder schlossen sich Neue an, Andere fanden keine Zeit mehr für regelmässige Teilnahme. Es wurden weitere Stücke einstudiert und Auftritte absolviert. Wir verbrachten gemeinsam fröhliche Jagdwochenende.

Und schon war wieder Wettbewerbszeit. 2014 auf Schloss Augustusburg in Brühl. Das Corps beschloss die Teilnahme, die Vorbereitungen lagen schwerpunktmässig bei Friederike Steinkamp, krankheitsbedingt stand Birgit Pfeifer nur bedingt zur Verfügung. Die zusätzlichen Proben durften wir im Garten von Dorothee und Franz Timmerhaus abhalten.

Die Gruppe hatte sich in den letzten Jahren so gut weiterentwickelt, dass über die Teilnahme in der Wertungsklasse C hinaus, für das Kürblasen gemeldet wurde. Und die Dienstags-Bläser wurden als einzige Gruppe der Klasse C ausgewählt ihre Stücke vorzutragen und mit der Auswahl „Jägermarsch Nr. 3“ „Auf, auf zum fröhlichen Jagen und „Alpenjäger-Marsch“ trugen sie sich den staunenden Beifall der Wertungsrichter ein. Im Wettbewerb erlangten sie den respektablen 10 Platz von 27 Gruppen mit einer Punktzahl von 851 Punkten. Wieder hatten wir ein schönes Quartier und ein noch besseres Lokal für den Abend gefunden. Einmal mehr hatten wir viel Spaß!

Inzwischen leitet Dirk Zbikowski einmal monatlich die Gruppe und bringt sie zu ungeahnten Leistungen. Das Ausbildungskonzept ist aufgegangen: einige BläserInnen wechselten zu den Hornissen. Und Neue rücken nach. Nach über fünf Jahren muss man sagen: aus der kleinen Übungsgruppe ist ein respektables Corps geworden! Weiter so!

Waidmannsheil
Eure Birgit Pfeifer