Wolf in Köln

In der Nacht vom Mitwoch dem 19.Mai auf den 20. Mai sorgte ein Wolf im Kölner Norden für Aufsehen. Vermutlich durch die  in Köln noch geltenden Ausgangssperre begünstigt, bewegte er sich von Ehrenfeld über einen großen Verwaltungskomplex am Parkgürtel, Bilderstöckchen in Richtung Weidenpesch. Hierbei wurde er mehrfach gefilmt und fotografiert und von einer Polizeistreife beobachtet.

Am Donnerstag Morgen entdeckte ein Schafshalter in Merkenich vier gerissene und weitere verletzte Schafe auf seiner Wiese. 

Wegen gleichzeitiger Hühnerrisse die eindeutig vom Fuchs verursacht wurden, informierte er den Jagdausübungsberechtigten und dieser auf Grund der Spurenlage mich als  örtlichen Förster. Da die vorgefundenen Fährten und die sämtlich durch Kehlbiss getöteten Schafe deutlich auf einen Wolf als Verursacher hinwiesen, entschied ich mich die Wolfsberater des LANUF hinzu zu ziehen. 

Die Wolfsberater nahmen die Risse auf, nahmen Proben, die zur Genanalyse an das Senkenberginstitut gesand werden. Die Ergebnisse wird das LANUF in ca. 6 Wochen veröffentlichen.

Auf Grund der Spurenlage und der am Freitag bekannt gegebenen Wolfsbeobachtungen deutet alles auf einen Wolf als Verursacher der Risse hin.

Am Freitag Morgen informierte mich der Schafshalter, dass in der vergangenen Nacht ein weiteres  Schaf gerissen und noch ein Schaf verletzt wurde. Da er die Kadaver vor dem langen Wochenende entsorgen wollte, verzichtete er auf eine erneute Aufnahme un damit auf mögliche Entschädigungen. Der Schafshalter möchete nicht öffentlich zu den Vorfällen Stellung nehmen.

Sämtliche Weidetierhalter im Kölner Norden sind sehr besorgt. Da es sich höchstwarscheinlich um ein Junges Einzeltier handelt, ist auch nicht warscheinlich dass es versuchen wird Großtiere wie Rinder und Pferde zu reißen. Aber schon das auftauchen eines Wolfes kann die Tiere in Panik versetzten und zu gefählichen Fluchten von den Weiden führen.

In den sozialen Medien bitten die betroffenen Landwirte nachdrücklich um Unterstützung. (Das rechtsrheinische Stadtgebiet von Köln gehört zum offiziell ausgewiesenen Wolfsgebiet im Bergischen Land/Westerwald. Hier können Weidetierhalter Zuschüsse für Wolfssichere Einzäunung erhalten.)

Offenbar hat sich der Wolf bis Freitag noch im Naturraum zwischen der A1, der A57, der Chemieindustrie  im  Norden und dem Rhein aufgehalten. (wobei der Rhein und die Autobahnen für einen Wolf keine unüberwindbaren Hindernisse darstellen). Es bleibt zu hoffen, das der Wolf den für Ihn wenig geeigneten Lebensraum (zu klein und zu dintensiv menschlich genutzt) schnell wieder verlässt. 

Bis dahin  sollten  hier vor Allem Schafe, Ziegen u.ä. zumindest Nachts in den Stall  oder mit  Elektrozäunen gesichert werden. Für Menschen besteht kein Grund zur Panik. Allerdings sollten Spaziergäger ihre Hunde besser nicht unangeleint in Wälder, Gebüsche oder andere möglichen Verstecke für einen Wolf lassen. Dies ist wegen der im Moment stattfindenden Setz- und Brutzeit vieler Wildtiere auch ohne den Wolf unverantwortlich.

Michael Hundt
Vorsitzender