Mitgliederversammlung 2019

Zahlreiche Jägerinnen und Jäger aus den Altkreisen Arnsberg, Brilon und Meschede folgten dem Aufruf der Kreisjägerschaft Hochsauerland, die Mitgliederversammlung in Oberhenneborn zu besuchen. Schon bei den Grußworten erfuhren die Jäger, dass ihr Wirken positiv in der heimischen Politik aufgenommen wird. Der stellvertretende Landrat Ferdi Lenze ging auf die Schwarzwildrekordstrecke 2017/ 18 ein, wo die heimische Jägerschaft mit enormen Zeitaufwand die Abschüsse um fast 80 % erhöhen konnten. Aber nicht nur das, auch an einer Übung zu einem möglichen Szenario des Ausbrechens der Afrikanischen Schweinepest in den Sauerländer Wäldern haben sich Vertreter der Jägerschaft beteiligt und die verantwortlichen Behörden unterstützt. Lenze konnte zudem von einem weiteren Rekord berichten: 108 Jagdscheinkursteilnehmer sind zur diesjährigen Prüfung angemeldet. Nachwuchsprobleme müssen die Hegeringe im Kreisgebiet somit erstmal nicht befürchten. Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Schmallenberg, Horst Broeske, erinnerte nochmal daran, wie im Stadtgebiet der Einsatz der Jägerinnen und Jäger honoriert wird. Hier wurde eine Steuervergünstigung für brauchbare Jagdhunde eingeführt. Diese sind für weite Teile der Jagdausübung nicht nur zwingend erforderlich, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben.

Gespannt waren die Mitglieder auf den Bericht der Kreisjägeschaftsvorsitzenden Nicole Heitzig, hat sich im vergangenen Jahr doch einiges bewegt. Der Kreisjägerschaft und den Hegeringen war es ein besonderes Anliegen sich an dem Projekt Fellwechsel zu beteiligen. Hier werden in ganz Deutschland Sammelstellen für erlegtes Raubwild wie Fuchs und Waschbär in Form von Kühltruhen errichtet. Diese werden dem Projekt Fellwechsel zugeführt. Die gewonnen Felle werden mit einem Nachhaltigkeitslabel zertifiziert und dem Kürschner Handwerk zugeführt. Die Felle des Raubwildes, welches anlässlich der Niederwildhege und der Unterstützung diverser Artenschutzprojekte generell anfallen, können somit sinnvoll genutzt werden und stellen eine Alternative zu Pelzen aus Zuchtfarmen oder unverrottbarem Kunstfell dar. Des Weiteren wurden mehrere Sammelstellen für die Trichinenproben von erlegtem Schwarzwild eingerichtet, um so die Wege zu verkürzen und die Logistik zu verbessern. Auch in anderen Bereichen war die Kreisjägerschaft nicht untätig, so konnten 14 Aspiranten die Prüfung zum Bläserhutabzeichen absolvieren. Außerdem wurde mit viel Arbeitseinsatz die Teichanlage zur Hundeausbildung renoviert. Diese wird auch zur Ausrichtung der Brauchbarkeitsprüfung genutzt und wird unter Beteiligung des Landesjagdverbandes im Mai 2019 feierlich eröffnet. Ein weiteres Highlight für 2020 konnte Heitzig ebenfalls verkünden. Die Kreisjägerschaft Hochsauerland wird dann im Wildwald Voßwinkel den Landesbläserwettbewerb ausrichten. Hier konnte sich die hiesige Kreisjägerschaft bei der Ausschreibung beim Landesjagdverband gegen einen anderen Bewerber durchsetzen. Erwartet werden über 1000 Jagdhornbläser aus ganz NRW. Auch das nichtjagende Publikum ist hier herzlich willkommen. Des Weiteren konnte Heitzig nochmals Details zum neuen Landesjagdgesetz, welches am 13. März 2019 in Kraft getreten ist, berichten. Die Vorsitzende ging insbesondere auch auf die Erweiterung des Tierartenkataloges ein, welcher in der Öffentlichkeit teilweise gleichgesetzt wird mit einer Bejagungsmöglichkeit dieser Wildarten. Dem ist nicht so, denn eine Vielzahl der Tierarten bekommt eine ganzjährige Schonzeit. „Vielmehr geht hiermit die Hegeverpflichtung einher, die erbeigenste Aufgabe der Jägerschaft“, so Heitzig. Ein Punkt der die Jägerschaft bis ins nächste Jahr beschäftigen wird, ist der Wegfall der Jagdabgabe. Diese Pflichtabgabe wird in Zukunft vom Land NRW nicht mehr erhoben, allerdings werden hiervon auch Projekte des Landesjagdverbands wie Fortbildungen, Jagdhundeprüfungen, Schießstandertüchtigungen und ähnliches finanziert. Der Jagdverband ist bestrebt, dies durch eine eigene Jagdabgabe zu kompensieren. Für Unmut sorgt hier bei vielen Mitgliedern, dass hiervon nur die im LJV organisierten Jäger betroffen wären und nicht wie im Vorfeld alle Jagdscheininhaber NRWs. Hier wird Heitzigs Einsatz im Landesjagverband deutlich, sie hat sich dafür eingesetzt, dass kein übereiltes Konzept durchgebracht wird. Sie befürwortet ein transparentes Vorgehen, um alle Mitglieder in der Kreisjägeschaft informieren zu können. Die Entscheidung wird sich somit bis 2020 hinziehen. Es ist geplant im Vorfeld über die Mitgliederversammlungen der Hegeringe und Kreisjägerschaft die Mehrheitsmeinung abzufragen. Eine positive Maßnahme ist schon erkennbar, der Landesjagdverband hat eine Kommission eingerichtet, die sich damit beschäftigt die Mitgliedschaft attraktiver zu gestalten.

Auch an diesem Abend standen Ehrungen für besonders aktive Mitglieder an. So wurde Claudia Jagfeld vom Hegering Fredeburg mit der Verdienstnadel in Bronze des Deutschen Jagdverbandes ausgezeichnet. Sie ist zwölf Jahre als Obfrau für das jagdliche Brauchtum und als Bläsercorpsleiterin tätig. Die bronzene Verdienstnadel des Deutschen Jagdverbandes erhielten ebenfalls Josef Mertens, Markus Freiherr von Weichs und Philipp Bernholz vom Hegering Eslohe. Mertens ist seit 2009 Bläsercorpsleiter der Jagdhornbläser im Hegering Eslohe, von Weichs war zunächst von 2008 bis 2010 stellvertretender Hegeringleiter und ist seit 2010 erster Vorsitzender im Hegering Eslohe. Bernholz folgte von Weichs als Stellvertreter im Jahr 2010, außerdem ist er Berwerter der Esloher Trophäenschau, Landschaftsbeirat und Luchsbeauftragter. Sabine Molitor wurde für ihr Engagement als Obfrau für das Jagdgebrauchshundewesen und der jährlichen Durchführung des Hegeringhundekurses mit der Verdienstnadel Rüdemann in Bronze ausgezeichnet.

Dr. Martin Peters rundete mit einem informativen und kurzweiligen Vortrag zum Thema Wildkrankheiten die Veranstaltung ab.