Obmann für Umweltfragen & Landwirtschaft: Ulrich Bultmann

Brennwiesenweg 74
33378 Rheda-Wiedenbrück

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Varianten und Zusammenfassung der in 2019/2020 gültigen Greening-Regeln für die Landwirtschaft bei der Anlage von Wildäckern und Biotopflächen

  1.  Anlage auf GAP-Antragsflächen in der Landwirtschaft

 

1) Freiwillig aus der Erzeugung genommenes Ackerland = Stilllegung (Code-Nr. 591)

 

→ Einsaat bis 01.04.

→ wenn danach: spätestens bis 15.05., wenn zuvor Sonderantrag auf Verschiebung bei LK gestellt und von ULB genehmigt wurde

→ beachten: Pflegevorschriften gelten sowohl für ÖVF als auch Nicht-ÖVF

→ keine Düngung, kein Pflanzenschutz, keine Nutzung

→ Möglichkeiten: aktive Begrünung (auch Selbstbegrünung); Sommer-Nachbegrünung mit Wildackereinsaat ab 01.07. ebenfalls zulässig, keine Einschränkung/Vorgaben in der Saatgutmischungszusammensetzung 

 

2) Streifen auf Ackerland, nur als ÖVF

 

-Waldrandstreifen, Code-Nr. 54

max. 1 bis 20 m breit. Achtung: direkter Anschluss an Wald notwendig ohne zwischenliegenden trennenden Weg; Nutzung des Aufwuchses möglich!

 

-Feldrandstreifen sowie Pufferstreifen entlang von Gewässern, Code-Nr. 56

max.1 bis 20 m breit und in Anpassung an Gewässerlauf zur Schaffung einer “geraden Furche“ Breite variabel, Ufervegetation ist mit einzubeziehen.

 

Für alle Streifen gilt:

 

→ Einsaat bis 01.04.

→ wenn danach: spätestens bis 15.05., wenn zuvor Sonderantrag auf Verschiebung bei LK gestellt und von ULB genehmigt.

→ Möglichkeiten: aktive Begrünung, Selbstbegrünung, (Schwarzbrache auch Sommer- Nachbegrünung ab 01.07. möglich, keine Vorgaben in der Saatgutzusammensetzung, jedoch lohnt nennenswerte Kulturartenanteile wie Getreide, Mais, Raps, Rüben

 

3) Wildacker auf landw. Fläche (Ackerland)

 

→ mind. 1000 m2  Flächengröße, Code-Nr. 910

→ keine Vorgaben für Saatgutzusammensetzung

→ keine Vorgaben für Aussaatzeitpunkt und Pflegemaßnahmen (Mulchen, Nachsaat usw.)

→ bedarfsgerechte Düngung und ggfs. Pflanzenschutz erlaubt

→ Ackerstatus bleibt erhalten!

→ kann aber nicht als ÖVF zur Erfüllung der Greening-Verpflichtung angegeben werden

 

4) Mischkulturen Saatgutmischung Code-Nr. 50

 

→ gilt nur für Anbau von Sondermischungen, z. B. für  Energie aus Wildpflanzen

→ Düngung, Pflanzenschutz und Nutzung möglich

→ keine Vorgaben Aussaatzeitpunkt und Saatgutzusammensetzung

→ Ackerstatus bleibt erhalten

→ Anwendung für Wildäcker und Biotopflächen eher fraglich, da Nutzung im Vordergrund stehend

 

II. Agrarumweltmaßnahmen NRW (Vertragsnaturschutz 5-jährige Vertragslaufzeit nach vorherigem Grundantrag)

 

1) Uferrandstreifenprogramm;5-jährige Laufzeit, Breite: 3 bis 30 m, variabel entlang des Gewässerlaufs

Kondition: 1.100,00 EUR/ha;

Verortung 5 Jahre fest an gleicher Stelle

 

– Einsaat nur mit Gräserarten und ohne Klee, deshalb: Wildackermischung hier nicht zugelassen

- keine Düngung

- kein PSM, keine Düngung, kein Pflanzenschutz, aber Nutzung ab 01.07. erlaubt

- jährlich einmal mähen oder mulchen (hier keine Ausnahme zulässig!)

 

2) Blühstreifen/Blühflächen

 

fünfjährige Vertragslaufzeit und 0,5 ha Gesamtantragsfläche als Bagatellgrenze

Blühstreifen:  max. 20 % eines Schlages, 6 – 12 m breit; Blühflächen:  max. 0,25 ha je anliegendem Bezugsschlag

Konditionen: 1.200,00 EUR/ha

neue Grundanträge sind bis jeweils 30.06. zu stellen

 

→ wichtig: Vorgaben in der Saatgutzusammensetzung beachten,

 dabei vielfältige Gestaltung möglich

 („Gütersloher Mischung“ entspricht den Vorgaben!)

→ Einsaatzeitpunkt: lt. Programmvorgaben erst nach (neuem) Grundantrag, d. h.  im Sommer oder nächstem Frühjahr

→ Pflegeeinsaaten 'zwischendurch' auch im Frühjahr bis 15.05. möglich,

→ unklar: Pflegeeinsaat nach 01.04., wenn gleichzeitig als ÖVF angegeben

→ keine Düngung, kein Pflanzenschutz

→ Nutzung nicht erlaubt!

 

  1. Zwischenfruchtanbau als Nachweis/Verpflichtung ÖVF

 

→ bereits bei Antragstellung im Frühjahr anzugeben. Anerkennungsfaktor 0,3

→Düngung nur mit Wirtschaftsdünger erlaubt nach vorheriger Düngebedarfsermittlung

→ Einsaat mit mind. 2 Mischungsbestandteilen, davon erster max 60 % des Samenanteils (nicht des Saatgutgewichts);

keine Vorgaben zu den Mischungsarten, wenn aus Liste förderfähige ZF-Mischung)

 

→ Einsaat 15.07. bis 30.09.

 

→ Standzeit mind. bis 15.02. des Folgejahres

 

→ gemulchte Jagdschneisen werden im Zweifelsfalle von der Nachweisfläche abgezogen, deshalb beim Flächennachweis

für die ÖVF vorhalten!

 

IV. Neu: Honigbrachen als ÖVF, Anerkennungsfaktor 1,5

 Einsaat streng nach vorgegebenen Mischungsanteilen aus wertvollen Kräutern und Gräsern beachten (fertige Mischungen im Handel zu beziehen)

 

V. Anlage auf Flächen, die -eher selten- nicht im GAP-Flächenprämienverfahren der Landwirtschaft eingebunden sind (z. B. Waldschneisen und –lichtungen, ehem.

Brachland, Deponien etc.) oder auch Flächen von „Nicht-Antragstellern“

 

→Keine Einschränkungen und Vorgaben hinsichtlich Einsaatzusammensetzung und Einsaatzeitpunkt;

→Wenn in (Natur-)Schutzgebieten gelegen, ggfs. die Schutzgebietsvorgaben und Brachlandschutz beachten, ebenfalls

Landesforstgesetz (Verbot der Waldumwandlung);

auf Waldwiesen und Lichtungen nur Gras- Kleegemenge zulässig

 

Ansprechpartner:

 

Herr Bultmann (Vorzimmer: Frau Höing) bei der Landwirtschaftskammer Gütersloh, Münster, Warendorf

 

 

Anmeldung:

per E-Mail:  ingrid.hoeing@lwk.nrw.de

 

per Telefon:  02581/6379-20 bzw. -21