22. Oktober 2021. Verleihung des Biotophegepreises 2021 durch den LJV NRW an die Hegeringe Halle, Versmold und Rietberg

Die höchste Ehrung des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen (LJV NRW) für Aktivitäten im Tier- und Naturschutz wurde im Rahmen einer Feierstunde im Hubertusheim in Rheda-Wiedenbrück den drei zur Kreisjägerschaft gehörenden Hegeringen…..

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Die Gruppenaufnahme zeigt die Vertreter der Hegeringe und den Vorstand der KJS Gütersloh, in der Mitte Laudatorin Petra Bauernfeind-Beckmann und Gregor Klar, Referatsleiter Naturschutz und Weiterbildung beim Landesjagdverband NRW.

22. Oktober 2021. Die höchste Ehrung des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen (LJV NRW) für Aktivitäten im Tier- und Naturschutz wurde im Rahmen einer Feierstunde im Hubertusheim in Rheda-Wiedenbrück den drei zur Kreisjägerschaft gehörenden Hegeringen Halle, Versmold und Rietberg verliehen. Aus den Händen von Petra Bauernfeind-Beckmann, Beirätin im Landesvorstand des LJV NRW, erhielten Klaus Meyer (stellv. Vors. HR Versmold), Dr. Volker Janssen (Hegeringleiter HR Halle) und Edgar Erves (Hegeringleiter HR Rietberg) die Ehrenurkunden überreicht; mit der Preisverleihung ist die Übergabe eines Geldpreises in Höhe von 2.000 EUR verbunden. Die Wildtier- und Biotopschutzstiftung NRW ehrt die drei Hegeringe für ihre hervorragenden Leistungen bei der Planung und Umsetzung des Projekts „Rehkitzrettung mit der Drohne vor der Mahd“, wie der Text der Ehrenurkunde die Arbeit der Hegeringe ausweist. In ihrer Laudatio ließ Petra Bauernfeind-Beckmann die Anfänge des Drohneneinsatzes bei der Frühjahrsmahd Revue passieren. 2018 startete der Hegering Halle unter dem Vorsitz von Tierarzt Dr. Volker Janssen mit der Anschaffung der ersten Drohne und fand schnell begeisterte Helfer, die sich in die Arbeit des aufwendigen Einsatzes beim Absuchen von Grünlandflächen, die in der Landwirtschaft zur Fütterung von Nutzvieh gemäht werden, einbrachten. Und der Erfolg gab dem Hegering Halle recht. Schon im ersten Jahr wurden 49 Rehkitze vor dem Mähtod gerettet, die Zahlen erhöhten sich 2019 mit dem Einsatz einer zweiten Drohne auf 136 gerettete Rehkitze. Auf diesem hohen Niveau bestätigte sich der Einsatz der vielen Helferinnen und Helfer auch in den Jahren 2020 (132 Rehkitze) und 2021 (139 Rehkitze). Den positiven Erfahrungen des Hegering Halle folgend starteten die Hegeringe Versmold und Rietberg 2019 ebenfalls mit der Anschaffung zunächst einer Drohne zur Überprüfung der zu mähenden Grünlandflächen und bewahrten ebenfalls im ersten Jahr 93 (HR Versmold) sowie 57 Rehkitze (HR Rietberg) vor dem sicheren Mähtod. Und auch hier wurden im Jahr 2020 und 2021 jeweils zwei Drohnen bei der Kitzrettung eingesetzt. Die Zahlen der vor dem Mähtod bewahrten Rehkitze stieg beim Hegering Versmold auf 140 (2020) und 162 (2021) Stück, beim HR Rietberg auf 103 (2020) und 128 (2021) Stück. Doch nicht nur das Rehwild profitiert vom Einsatz der mit der Wärmebildkamera kontrollierten Grünlandflächen. In allen Revieren der drei genannten Hegeringe wurden viele Junghasen, Fasanen- und Entengelege aber auch Gelege des seltenen Brachvogels vor dem Ausmähen gerettet. Nimmt man allein die Zahl der geretteten Rehkitze in den Jahren 2018 bis 2021, so beläuft sich diese auf 1.139 Stück Rehwild. Weiterer Vorteil für die Landwirtschaft ist der Schutz vor Verunreinigung des Grünlandschnitts und der daraus folgenden Erkrankung bei der Fütterung von z.B. Milchvieh und Rindern. Clostridium botulinum bildet mit dem Nervengift Botulinum-Toxin das stärkste aller bekannten biologischen Toxine. C. botulinum ist Auslöser des klassischen Botulismus, bei dem die Tiere durch verunreinigte Silage (Tierkadaver, Erde) meist tödliche Mengen des Toxins aufnehmen, das zu Muskellähmungen und schließlich zum Tod durch Ersticken führt. Der Erfolg der Hegeringe bei der Wildtierrettung ist aber nicht zuletzt auch durch die intensive Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft begründet. Die Landwirte informieren die Verantwortlichen in den Hegeringen zumeist einen Tag vor der Grünlandmahd von ihrer Absicht und geben genaue Hinweise, welche Flächen tags darauf zur Mahd anstehen. So haben die Drohnentrupps genügend Zeit, alle notwendigen Vorbereitungen zu treffen und zur organisieren. Ulrich Bultmann, Kreisgeschäftsführer der Landwirtschaftskammer NRW GT/MS/WAF, selbst aktiver Jäger und Hegeringleiter, unterstützt die Aktivitäten der Hegeringe und wies darauf hin, dass die landwirtschaftlichen Organisationen aus einem speziellen Fond die Anschaffungen von Drohnen zur Kitzrettung unterstützen. So wie es aussieht, werden bald alle Hegeringe in der Kreisjägerschaft Gütersloh dem Beispiel ihrer Kollegen aus Halle, Versmold und Rietberg folgen. Praktizierter Tier- und Naturschutz im Kreis Gütersloh.