Kooperation zum Schutz der Bodenbrüter in der Rietberger Emsniederung

Das von der EU und vom Land NRW geförderte LIFE-Projekt „Wiesenvögel NRW“ bemüht sich um den Schutz der bodenbrütenden Vogelarten. Die Rietberger Emsniederung mit dem Steinhorster Becken ist das bedeutendste Brutgebiet für den Großen Brachvogel, die Uferschnepfe und den Kiebitz im Kreis Gütersloh.

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Es ist daher eines von acht Vogelschutzgebieten die im Zentrum des Projektes stehen und von der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld betreut werden. Neben der notwendigen Verbesserung der Lebensräume zeigt sich das Zurückdrängen der Beutegreifer als wirksame und daher notwendige Schutzmaßnahme. Zu diesem Zweck kooperiert die Biologische Station sowie das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) mit den Jagdrevierinhabern in diesem Gebiet. Aus Projektmitteln wurden den 4 Rietberger Revieren und einem Delbrücker Revier jetzt 10 komplette Lebendfallen mitsamt dem notwendigen Zubehör zur Verfügung gestellt.

Am 15. Oktober 2022 wurden diese an die Revierpächter übergeben. Im Vorfeld hatte Frank Püchel-Wieling von der Biologischen Station mit Hilfe von Wildkameras bereits untersucht, welche Beutegreifer in welcher Anzahl in diesem Gebiet unterwegs sind. Es zeigte sich, dass Füchse, Steinmarder und Iltisse hier am häufigsten vorkommen. Entgegen der Erwartungen wurden Waschbären selten fotografiert. Zusammen mit den Jägern wurden auf dieser Basis geeignete Standorte für die Fallen ausgewählt. Der Berufsjäger Elmar Eickhoff demonstrierte den Jägern den Aufbau der Fallen, so dass diese eigenständig an den vorgesehenen Stellen platziert werden konnten. Die Laufzeit dieses Vorhabens ist zunächst bis zum Oktober 2027 geplant, in denen die Fallen in der entsprechende Jagdzeit betrieben werden sollen. Art und Anzahl der gefangenen Beutegreifer werden dem LANUV gemeldet, damit diese Zahlen mit den Zählungen der Brutvögel in Beziehung gesetzt werden können.

 

Dieses Projekt ist ein weiteres Beispiel für die gute Zusammenarbeit zwischen Jagd und praktischem Naturschutz zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume in der heimischen Kulturlandschaft, jenseits ideologischer Abgrenzungen.