Wildgatter

Die Geschichte des Wildgatters im Heissiwald

Hirsch

Die Geschichte des Wildgatters im Heissiwald 40 Jahre besteht das Wildgatter Heissiwald nun schon. Anfänglich ästen hier 6 Stücke Rotwild und ein Rudel Damwild. 1982 überstand das Wildgehege eine anstehende Schließung durch die Stiftung der Stadtsparkasse Essen, die vier eurasische Wildschafe (Mufflons) dazu erwarb. Heute leben in dem 6 ha großen Areal 6 – 8 Stück Rotwild und 6 – 8 Stücke Damwild mit Kälbern. 6 Wildschweine (Schwarzwild) mit jährlich ca. 6-15 Frischlingen sowie 6 – 9 Mufflons (Wildschafe) mit ihren Lämmern. Das Wildgehege gehört zu den schönsten und beliebtesten Erholungseinrichtungen unserer Stadt. Da 1994 keine öffentlichen Mittel mehr zur Verfügung standen ,verdankt das Wildgatter seinen Erhalt dem 1994 gegründeten Förderverein Wildgatter Essen Heissiwald e.V. ,der sich zum Ziel gesetzt hat, die Finanzierung durch Mitgliedsbeiträge und Spenden sicherzustellen.

Wildgatter

Plan des Wildgatters

Die Gründung des Fördervereins Am 18.03.1994 schreibt Kassner in der WAZ: Der Rat der Stadt Essen hat auf der letzten Sitzung beschlossen, das Wildgatter im Heissiwald aufzuheben, um damit die anfallenden Kosten zu sparen. Innerhalb von drei Monaten haben sich engagierte Bürger zusammengeschlossen und gründeten den Förderverein Wildgatter Essen-Heissiwald e. V. Nach langen Verhandlungen mit der Stadt Essen im Suchen und Ermitteln von Sponsoren, Spenden, von Sachmitteln und Mitgliedschaften und dem Erstellen einer Satzung erklärte die 1. Vorsitzende, Frau Antje Huber, 1995 die Bereitschaft des Vereins, die Grundfinanzierung aufzubringen. Die Versorgung der Tiere und die Bewirtschaftung des Wildgeheges erfolgt weiterhin durch die städtische Forstverwaltung. Seit Juli 1996 befindet sich das Wildgatter unter der finanziellen Obhut des Fördervereins. Im November 1996 hatte er bereits 296 Mitglieder. Dazu zählt auch die Kreisjägerschaft Essen e.V.

Bitte unterstützen auch Sie den Erhalt des Geheges
durch Ihre Mitgliedschaft im gemeinnützigen Förderverein!
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Rotwild - Naturgeschichte

Hirschrudel

Unter den Hirscharten (Cerviden) ist das Rotwild von besonderer Bedeutung und heute unsere größte freilebende Wildart (nach dem Auerochsen, Wisent-, Elch und Wildpferd ausgerottet bzw. aus der freien Wildbahn verdrängt sind). Alle Cerviden sind wiederkäuende Paarhufer. Ein gemeinsames Merkmal sind die Geweihe der männlichen Tiere. Beim Rothirsch ist das Geweih besonders umfangreich als Imponierorgan und Blickfang entwickelt. Geweihe bestehen im Unterschied zu den Hörnern der Boviden aus Knochensubstanz, sie werden jährlich abgeworfen und neu gebildet. Das Rotwild lebt in Rudeln. Zu Beginn der Brunft ziehen die Kahlwildrudel zu den gewohnten Brunftplätzen, wo sich dann auch die Hirsche einfinden. Hier ist der Platzhirsch ihr Gebieter, während die Beihirsche am Rande der Rudel mit mehr oder wenig Erfolg versuchen, zum Beschlag zu kommen. Rotwild war ursprünglich in offenen oder licht bewaldeten Waldsteppen und Auen beheimatet. Die Landeskultur und Besiedlung hat es in geschlossene Waldgebiete zurück gedrängt. Es kommt heute bei uns nur noch in mehr oder weniger großen voneinander isolierten Rückzugsgebieten vor. Meist in Mittelgebirgswäldern, den Bergwäldern der Alpen sowie in großen Waldgebieten des Flachlandes und vereinzelt noch in Flussauen. Das nächste natürliche Vorkommen finden sie im Raume Kirchhellen. Als ursprünglicher Steppenbewohner ist Rotwild ausgesprochener Grasfresser und weidet am liebsten Gräser und Kräuter der offenen Flächen ab. Im Wald besteht seine Äsung aber auch weitgehend aus Trieben von Laub, Nadelhölzern, Pilzen und Waldfrüchten aller Art, wie Eicheln, Bucheckern, Wild-, Obst- und Vogelbeeren. Rotwild hört und riecht sehr gut, während es zwar auch gut sieht, aber unbewegte Objekte schlecht erkennt. Verfärben nennt man den Haarwechsel im Frühjahr und Herbst. Beim männlichen Hirschkalb entwickeln sich gegen Ende des ersten Lebensjahres die knöchernen Stirnzapfen. Zu Beginn des zweiten Lebensjahres entstehen als Erstlingsgeweih meist einfache Spieße. Die Brunftzeit dauert drei bis vier Wochen, etwa von Mitte September bis Mitte Oktober. Dann schreien auch in unserem Gatter die Hirsche. Die Tragzeit beträgt 34 Wochen. Die Setzzeit fällt im Wesentlichen in den Juni.

Damwild - Naturgeschichte

Damhirsch

Die Bedeutung des Damwildes ist in Folge seiner geringen Verbreitung nicht zu groß wie die des Reh- und Rotwildes. Vor allem dort, wo das Rotwild mit Rücksicht auf die Landeskultur an Lebensraum verliert, findet Damwild eine weitere Verbreitung. Die ursprüngliche Heimat des Damwildes sind die östlichen Mittelmeerländer. Von dort wurde es bereits zur Römerzeit über Mitteleuropa verbreitet und häufig in Gehegen gehalten. Die normale Färbung der Sommerdecke ist braun mit weißen Tupfen, die Körperunterseite und die Innenseite der Läufe sind weiß. Im Herbst färbt die Decke auf dunkelbraun um. Farbvarianten sind in Folge häufiger Zucht in Gehegen nicht selten. Es gibt schwarzes, weißes und porzellanfarbiges Damwild. Sein natürlicher Lebensraum ist der Mischwald in klimatisch milden Gebieten. Hervorzuheben ist seine geringe Anfälligkeit gegen Wildkrankheiten. Die Brunft beginnt ab Mitte Oktober. Die Tragzeit beträgt 7,5 Monate. Die Setzzeit fällt in den Juni. Zwillingsgeburten kommen häufiger vor als beim Rotwild. Im Gegensatz zum Rot- und Sikawild suhlt Damwild nicht. Es sieht besser als Rotwild und ist mehr tagaktiv, weil weniger empfindlich gegen Störungen. Ein rauhes Röcheln und Rülpsen ist der Brunftruf der Schaufler.
Zwillingsgeburten kommen häufiger vor als beim Rotwild. Im Gegensatz zum Rot- und Sikawild suhlt Damwild nicht. Es sieht besser als Rotwild und ist mehr tagaktiv, weil weniger empfindlich gegen Störungen.

Schwarzwild - Naturgeschichte

Sauen

Das Wildschwein gehört zoologisch zu den nichtwiederkäuenden Paarhufern und ist der einzige Vertreter seiner Familie in Europa. In Nordskandinavien und England kommt Schwarzwild in freier Wildbahn nicht vor. Sonst ist es in vielen Ländern Europas, Asien und Nordafrika verbreitet, wenn auch zahlenmäßig sehr verschieden stark auftretendes Wild. Das Schwarzwild ist ein Nachttier. Wo es Hege genießt, treibt es sich insbesondere zu Zeiten der Eichel und Buchenmast auch tagsüber in den Beständen umher und sucht vor allem morgens oft erst lange nach Hellwerden den Einstand auf. Seine Nahrungsgrundlage ist – je nach Jahreszeit – frisches Gras, Klee, Wurzeln, im Boden lebende Kleintiere, Insekten, Würmer, Mäuse, auch Vogelgelege, Jungtiere und Aas (Allesfresser). Schwarzwild kann starke Wildschäden in der Landwirtschaft an Getreide, Mais, Kartoffeln und durch Umbrechen von Grünland anrichten. In der Forstwirtschaft hingegen ist das Schwarzwild sehr nützlich, da es dem Forstmann in großen zusammenhängenden Waldgebieten durch Vertilgung ungezählter Larven und Puppen der vielen forstschädigenden Insekten, als Feind der Mäuse und als unermüdlicher Kultivator (Lockerung und Durchlüftung der Waldböden) hilft. Schwarzwild sieht schlecht, hat einen ausgezeichneten Geruchssinn und hört auch sehr gut. Die Rauschzeit (Paarungszeit) erstreckt sich über eine lange Zeit mit dem Gipfel im Frühwinter. Die Zahl der Frischlinge schwankt zwischen drei und zwölf. Die Bache trägt nur knapp vier Monate. Dem Gebären geht der Bau eines Frischkessels oder Wurfnestes voraus. Dies ist ein nestartiges Lager, dass die Bache aus abgebissenen Zweigen, Gras oder Schilf aufschichtet in dem die Frischlinge die ersten ein bis zwei Wochen verbringen. Im Frühjahr und Herbst vollzieht sich der Haarwechsel. Im Sommer sieht Schwarzwild grau, fast silbrig, wie geschoren aus. Die Winterschwarte dagegen ist dunkelgrau bis schwärzlich.

Alle Fotos dieses Berichtes wurden vom Fotografen A. Pomplun im Wildgehege gemacht und uns dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt.

Die Texte zur Naturgeschichte stammen aus: Krebs , Vor und nach der Jägerprüfung

Muffelwild - Naturgeschichte

Muffelgruppe

Das Muffelwild oder Mufflon ist das einzige Wildschaft Europas und weltweit die kleinste Wildschafform. Verglichen mit den nordamerikanischen Dickhornschafen und den gewaltigen Wildschafen Asiens (Urial Agali). Seine Herkunft ist ungewiss. Die heute in Mitteleuropa lebenden Bestände wurden um die Jahrhundertwende durch Aussetzen gegründet. Ausgehend von den damals einzigen freilebenden Vorkommen auf der Insel Korsika und Sardinien. Vermutlich handelt es sich um eine urtümliche sehr früh wieder verwilderte Hausschafrasse, die aus Kleinasien in den Mittelmeerraum gelangt ist. Im Zuge der Einbürgerung in weiten Teilen Europas kam es zu verschiedenen Einkreuzungen mit Hausschafen, ( z. B. Zackelschaf, Heidschnucke) sowie mit asiatischen Wildschafen, so dass reinblütiges Muffelwild aus den ursprünglichen Vorkommen auf Korsika und Sardinien heute kaum mehr vorhanden ist. Bei geeignetem Klima, möglichst trocken warm und Vorhandensein von steinig felsigen Boden gedeiht Muffelwild in vielen Waldrevieren gut. Das Muffelwild lebt überwiegend im Wald, es bevorzugt Lichtungen und Blößen innerhalb des Waldes und in Deckung in Laub- und Nadelholzdickungen. Muffelwild sieht und hört sehr gut und sieht besser als anderes Schalenwild. Es lebt gesellig in Rudeln. Das Muffelwild verfärbt zweimal im Jahr. Das männliche Lamm (Widderlamm) schiebt im Alter von drei bis vier Monaten Stirnzapfen mit kleinen Hornspitzen, dem Beginn der Schnecken. Die Hornschläuche wachsen in Jahresperioden weiter. Sie werden nicht, wie bei den Rehen und Hirschen, jährlich abgeworfen. Die Brunft fällt in die Monate November und Dezember. Zwischen starken Widdern kommt es häufig zu Kämpfen, bei denen sie mit gesenkten Häuptern aufeinander prallen, so dass man das Krachen über weite Entfernungen hört. Das Schaf trägt 21 Wochen. Ende April, Anfang Mai werden ein bis zwei Lämmer gesetzt.

Nutzung des Wildgatters

Muffel

Nutzung des Wildgatters Viele Spaziergänger aus dem gesamten Ruhrgebiet wissen den Heissiwald mit dem darin liegenden Wildgatter als Erholungsgebiet zu schätzen. Von zwei Schaupodesten besteht zusätzlich die Möglichkeit die Tiere zu beobachten. Wo lernen Kinder heute noch heimische Tiere in freier Wildbahn kennen. Im Rahmen von Unterichtsgängen , Waldführungen werden Naturbeobachtungen gemacht, die unersetzbare Grundlage für Kenntnisse des Verhaltens der Tiere darzustellen. Aktionen im Rahmen des Ferienspatzes ermöglichen Grundschul- und Kindergartenkindern ein wertvolles Naturerlebnis.