Jahresbericht der Obfrau für Naturschutz

Bericht der Obfrau für Naturschutz

Im Jahr 2010 wurde ein neues Bundesnaturschutzgesetz verabschiedet. Als Folge dessen müssen die Länder ihre Landesnaturschutzgesetze entsprechend maßvoll und praktisch umsetzbar auf ihre Verhältnisse übertragen und dabei das geltende Landschaftsgesetz integrieren. Der in 2015 vom „Remmel-Ministerium“ dazu veröffentlichte Entwurf für NRW geht jedoch in Teilen weit über die Bundesvorschriften hinaus und findet in wesentlichen Punkten  nicht die Zustimmung der 17 Partnerverbände im Aktionsbündnis Ländlicher Raum.

Die Kernkritik richtet sich gegen den umfassenden behördlichen Regelungsanspruch und  nicht hinnehmbare Eingriffe in Eigentumsrechte, wie etwa die geplanten Ausweitungen zum Vorkaufsrecht der Naturschutzorganisationen, sowie gegen Einschränkungen für die Bewirtschaftung landwirtschaftlich, forstlich und gartenbaulich genutzter Flächen.

Biotop

Die Klage des LJV NRW auf Anerkennung als Tierschutzverein wurde im Dezember vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen abgewiesen. Gleichzeitig hat das Gericht die Leistungen jedes einzelnen Jägers und auch des Landesjagdverbandes für den Tierschutz ausdrücklich hervorgehoben und gelobt. Ebenso bestätigte das Gericht, dass Jagd und Tierschutz keinen Widerspruch darstellen, sondern auch die Jagd angewandter Tierschutz ist. Dennoch wies das Gericht aus rein satzungsformellen Gründen die Klage ab. In seiner mündlichen Urteilsbegründung erklärte das Gericht, dass es mit seiner Entscheidung juristisches Neuland beschritten habe und dabei im Wesentlichen Wertungsfragen zu beantworten gehabt habe. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache ließ das Verwaltungsgericht deshalb ausdrücklich die Berufung zum Oberverwaltungsgericht zu.

UrkundeBiotop

Auf dem Landesjägertag 2015 in Schmallenberg wurde die KJS Essen von der Wildtier- und Biotopschutz-Stiftung und dem Landesjagdverband NRW mit einer „Besonderen Würdigung“ für die Planung und Anlage eines Hundeausbildungs- und Prüfungsgewässers sowie einer damit verbundenen bedeutenden biotopverbessernden Maßnahme in der Großstadt Essen ausgezeichnet. Es handelt sich dabei um die Eckenscheider Teiche, die vom RVR gepachtet und durch ehrenamtliches Engagement Essener Jäger aus einem desolaten Zustand in ein herausragendes Feuchtbiotop umgewandelt wurden.

Anlässlich der Messe „Jagd und Hund“ fand im Februar ein Arbeitstreffen der Obleute für Naturschutz der Kreisjägerschaften des LJV NRW statt. In dem Vortrag von Dr. Martin Schmid, Landwirtschaftskammer NRW, zum Thema „Greening – eine Chance für biotopverbessernde Maßnahmen“ (siehe Anhang) wurden Möglichkeiten vorgestellt, wie man dem derzeitigen Verlust von Biodiversität (Artenvielfalt) möglicherweise entgegensteuern könnte. Um wild lebenden Tieren mehr Deckung und Äsung zu verschaffen, wurden Maßnahmen wie   Flächenstilllegung, Zwischenfruchtanbau, Untersaaten, Leguminosenanbau, Pufferstreifen entlang von Gewässern, Waldrand- und Feldrandstreifen detailliert erläutert und deren jeweilige Finanzierung und Umsetzung im Revier diskutiert.   

 

Mit Waidmannsheil
Inge Fitscher
Obfrau fürNaturschutz