Zur Pirsch auf Gundermann, Scharfgabe und Girsch Kräuterseminar in Bottrop-Kirchhellen

Heimische Kräuter wie Girsch, Gundermann oder die Knoblauchsrauke standen im Mittelpunkt der Kräuterwanderung, an der elf Jägerinnen der KJS Essen sowie einige Gäste an Pfingstsamstag teilnahmen. Kräuterpädagoge Werner Gahlen leitete sachkundig die zweistündige Tour. Anschließend ging es im RVR Wald-Kompetenz-Zentrum Heidhof  in die Küche, wo die gesammelten Schätze aus der Natur verarbeitet wurden.

 

Kräuterwanderung mit Werner Gahlen, der die Vorzüge des Breitwegerichs als Mückenstichmittel erläutert

Kräuterwanderung mit Werner Gahlen, der die Vorzüge des Breitwegerichs als Mückenstichmittel erläutert.

Brennnesseln, eine Pflanze um die man besonders bei der Pirsch gerne einen großen Bogen macht, ist einer der Lieblinge von Werner Gahlen. „Die Brennnessel hat einen hohen Eisengehalt. Wer unter Eisenmangel leidet, kann damit seine Depots gut wieder auffüllen. Die oberen drei Blattpaare pflücken, kurz mit heißem Wasser übergießen und als Salat oder in Kartoffelpüree verwenden“, so der Kräuterexperte. Für Mückensticke empfiehlt er Breit- und Spitzwegerich. Die Jägerinnen staunen, sammeln und da es ein heißer Sommertag ist und die Mücken fliegen, kommt schnell der erste Wegerich zum Einsatz.

 

Weiter geht es in Richtung Heidhofsee, doch im Schneckentempo. Denn auf ein paar Quadratmetern gibt es vieles zu entdecken. Holunderblüten für Sirup, Beifuß und Girsch, die dank ihrer Bitterstoffe gut für die Galle und damit für die Fettverdauung sind. Die Knoblauchrauke, wie der Name schon sagt, für das Aroma und Gundermann als Basis für „After Eight“. „Gundermann hat Minzearomen. Wenn wir die Blättchen in Kuvertüre tauchen, werden diese freigesetzt und wir haben eine hübsche Tischdekoration und originelle Minzetäfelchen“, so Gahlen. Er zeigt hier und dort verschiedene Kräuter, erläutert Vorzüge und lässt alle immer ein paar Blättchen oder Blüten pflücken. „Sehen und fühlen sind wichtig fürs Lernen. Wer selber pflückt, merkt sich die Kräuter besser“, erläutert der Kräuterkundler.

 

Zurück am Heidhof sind alle ein bisschen schlauer. Jetzt geht es daran, aus den gesammelten Blüten und Kräutern etwas Leckeres zu kochen. Scharfgabe, Spitzwegerich und Labkraut landen im Kräutersalat. „Früher wurde Wild manchmal nicht fachgerecht gelagert. Intensive Kräuter wie Lorbeer und Wacholder wurden deshalb vorbeugend gegen Magenverstimmungen genutzt. Das ist heute nicht mehr nötig, weshalb wir ganz andere Würzmittel nutzen können“, erklärt Gahlen. Die Wildschweinsteaks liegen deshalb in einer Marinade aus Gisch und Bärlauch, werden dann gebraten und gerade die Sauce mit Wildpflaumenaufstrich ist ein Genuss. Dazu gibt es Spätzle mit gehackten Brenneseln und Girsch. Krönender Abschluss: Holundereis mit Holunderblütencreme.

 

Viele gute Eindrücke, wichtige Informationen und leckere Rezepte, die Jägerinnen verabschieden sich zufrieden von Werner Gahlen. Sie sind sich einig, dass das Seminar im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder angeboten werden sollte.

Bericht: Susanne Eybe

Fotos: Olaf Eybe