Ein Wolf ist kein Kuscheltier – richtiges Verhalten bei einer Begegnung

„Ein Wolf in Ennepetal“ ist derzeit in aller Munde. Die Kreisjägerschaft ist dem Nachgegangen und gibt allgemeine Hinweise, falls es wirklich zu einer Wolfsbegegnung kommen sollte. „Richtig ist, dass es gerissene Haustiere gibt. Richtig ist auch, dass ein wolfsähnliches Tier mehrfach gesichtet wurde. Gewissheit gibt nur eine DNA Probe.“, so Simon Nowack, Vorsitzender der Kreisjägerschaft im Ennepe Ruhr Kreis.

Wolf

Foto: C. Sagniez/pixabay.de

Das Land NRW verfügt inzwischen über ein gut ausgebautes Netz regionaler Wolfsberater. Mittlerweile stehen über 70 Ansprechpersonen dafür zur Verfügung, mit denen für ganz NRW eine flächendeckende Präsenz gewährleistet wird.

Bastian Dobberstein, Hegeringleiter in Ennepetal, berichtet dazu: „Die bisherigen Fälle wurden dem Wolfsberater gemeldet. Leider konnten nicht alle Proben verwendet werden, da sie teilweise zu alt waren. Aber die Proben, die verwertet werden konnten, zeigen keine DANN vom Wolf sondern die DNA von Hunden.“

Dobberstein rät weiter: „Bei Nutztierschäden ist es wichtig, innerhalb von 24 Stunden eine Probenahme für die genetische Auswertung zu sichern. Betroffenen Tierhalter wird daher empfohlen, sich unmittelbar nach dem Auffinden augenscheinlich gerissener oder durch einen Beutegreifer verletzter Tiere an das Landesumweltamt zu wenden. Werktags unter der Telefonnummer 02361-305-0 und außerhalb der Geschäftszeiten, insbesondere an Wochenende unter der Bereitschaftstelefonnummer 0201-714488. Ein Wolfsberater wird allerdings vor Ort nicht direkt bestätigen können, ob es sich bei dem Hinweis um einen Wolfsnachweis handelt. Vielmehr werden sämtliche Spuren gesichert, die den Experten im Landesumweltamt und Forschungsinstitut Gelnhausen eine fundierte Bewertung ermöglichen.“

Nowack ergänzt: „Auch wenn die bisherigen Sichtungen kein Wolf waren, so ist dennoch Vorsicht geboten. Wölfe werden eher selten gesichtet. Das hängt damit zusammen, dass Wölfe eher den Menschen ausweichen. Direkte Begegnungen finden eher selten statt, am ehesten aus dem Auto. Aber auch dann gilt: Niemals aussteigen. Weiter beobachten, filmen, fotografieren ist dann möglich und dann dem Wolfsberater zu melden.“

Weiter führt der Ennepetaler Martin Schmidt, Geschäftsführer der Kreisjägerschaft aus: „Gefährlich wird es, wenn man unmittelbar einem Wolf gegenübersteht. Erst recht, wenn ein Hund bei Spazierengehen an der Leine ist. Wolfsangriffe sind sehr selten. Dennoch kann es passieren, dass man einen Wolf, der eigentlich flüchtet, sichtet. Dies lässt sich auf drei Ursachen zurückführen: Tollwut, Provokation und Futter. Ursache für dieses gefährliches Verhalten von Wölfen ist eine starke Gewöhnung an die Nähe von Menschen verbunden mit Füttern. Dies nennt man Futterkonditionierung und ist höchst gefährlich. Bleibt das Futter aus, kann es dazu führen, dass die betroffenen Wölfe ein aufdringliches und aggressives Verhalten entwickeln.“ 

„Ein Wolf ist kein Kuscheltier.“ mahnt Nowack weiter, „Auch wenn der Haushund vom Wolf abstammt, so ist das Verhalten grundsätzlich anders. Wölfe müssen sich von anderen Tieren ernähren. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesumweltministerium Verhaltensweisen bei einer möglichen Sichtung von Wölfen entwickelt.“ 

Grundsätzlich gilt, dass man sich bei einer Begegnung ruhig verhalten und Abstand halten sollte. Wenn der Wolf sich nicht zurückzieht und Ihnen die Situation nicht geheuer ist, sprechen Sie laut oder klatschen Sie in die Hände, um sich bemerkbar zu machen. Rennen Sie nicht davon, dies könnte ein Verfolgungsverhalten des Tieres auslösen. Sollte der Wolf sich Ihnen wider Erwarten nähern, bleiben Sie stehen und machen Sie sich groß, versuchen Sie ihn einzuschüchtern.

Begegnen Sie den Wölfen mit Respekt. Versuchen Sie nicht, sich einem Wolf anzunähern und schon gar nicht, ihn anzulocken. Lassen Sie ihm Raum für den Rückzug. Füttern Sie Wölfe unter keinen Umständen und lassen Sie keine Essensreste liegen. Die instinktive Vorsicht, die Wölfe Menschen gegenüber zeigen, kann verloren gehen, wenn die Tiere positive Reize vom Menschen erfahren. Daraus kann ein problematisches oder sogar aggressives Verhalten des Wolfes entstehen.