Vogelfuttermanufaktur & Weihnachtsmänner

Man meint ja, Basteln sei eher etwas für die Kleinen. Das meinten wir eigentlich auch. Dann aber stand ein ganzes Dutzend Alt-und Jungjäger auf der Matte, das den Kinderschuhen schon leicht entwachsen war. Allerdings doch mit vier Kindern im Gepäck - womöglich aus Alibigründen.

Ganze 16 kleine und große Leute also machten sich eifrig ans Werk, um das Leben unserer sesshaften heimischen Vögel in Notzeiten etwas angenehmer zu gestalten: mit leckeren Körnern und ordentlich kalorienreichem Talg für die schlanke Fluglinie.

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Das geht so: ab mit den Körnern in eine Schüssel, Talg in der Hand geschmeidig kneten (eine kleine Riesenmantschsauerei, die Kindern aber naturgemäß Spaß macht), dann den weichen Talg mit in die Schüssel und ordentlich vermengen. Man nehme einen gewaltigen Haufen Tannen- oder Kiefernzapfen, die man eine Nacht an einer warmen Stelle (z.B. im Heizungskeller) lagert - dann öffnen sich die Zapfen und zeigen sich aufnahmebereit. Das nutzt man schamlos aus und schmiert die Körner-Talg-Masse großzügig in die Zwischenräume, bis nichts mehr frei ist.

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Dann noch ein wenig Draht zum Aufhängen durch's Oberteil: fertig ist die Vogelmahlzeit für die kalten Monate. Den Vögeln scheint's zu munden - Meisen und Rotkehlchen nehmen diese rein biologische Nahrungsergänzung dankbar an, hin und wieder ertappt man sogar einen Specht dabei, sich statt an appetitlichen Insekten an veganer Kost zu laben. Wie im richtigen Leben : der Hunger treibt's hinein; vielleicht aber auch die Faulheit, weil sich die Spechte und Spechtinnen auf diese Weise eine Menge Kopfschmerzen ersparen, die sie bei ihrem sonstigen Hämmern doch unweigerlich bekommen müssten.

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Kurz: mit relativ wenig Aufwand und für sehr kleines Geld kann man etwas Sinnvolles tun - und hat auch selbst noch etwas davon, da man Vögel an der Futterstelle natürlich auch in Seelenruhe beobachten kann.

Anschließend produzierten wir noch ein etwas für die baldigen Feiertage: schräge Weihnachtswichte.Dazu nimmt man ein dickes Rundholz, um die 10 cm Durchmesser, sägt oben schräg ab - auf diese Schräge pinselt man ein freundliches Gesicht mit weißem Rauschebart, auf den Rest des Holzes die Kleidung. Das muss nicht detailliert werden, es reicht eigentlich, wenn der Rest einfach rot ist. Das genügt zum Erkennen.

Also: Holz genommen, Schräge dran, rot bemalt wie Weihnachtsmann, auf die Schräge das Gesicht- fertig ist der Weihnachtswicht.

VogelfutterWeihnachtsmann

Geht schnell, ist nicht schwierig und macht sich am Adventskranz, am Weihnachtsbaum oder auf dem Gabentisch recht ordentlich. Zudem macht ein wenig Handarbei so ziemlich Jedem Spaß; es tut einfach mal gut, abseits der meist üblichen Büro - und Kopfarbeit mal wieder etwas mit den eigenen Händen zu schaffen, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist. Daher kam auch keine Langeweile auf; bei der Arbeit wurde munter geschnattert, über dies, das , Gott und die Welt. So soll's sein!