26. Juni 2019
Schwarzwild effizient bejagen! Aber wie?

Als Erfolg konnte die Teilnahme von über 65 Teilnehmenden aus Jäger- und Landwirtschaft an der Infomationsveranstaltungs zur revierübergreifender Bewirtschaftung und Bejagung des Schwarzwildes am 26. Juni 2019 gewertertet werden.

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Am 26. Juni 2019 veranstaltet die Kreisjägerschaft Aachen Stadt und Land e.V. in Kooperation mit dem Rheinischen Landwirschafts-Verband e.V. (RLV) auf Initiative von Michael Schlamann (Hegering Roetgen) die Vortragsveranstaltung zum Thema Schwarzwild.

Dank an Dr. Heyde

Dr. Peter Heyde

Der KJS-Vorsitzende Günther Plum begrüßte die Teilnehmenden und übergab das Wort an Dr. Peter Heyde, Veterinäramt Städteregion Aachen. In seinem Vortag informierte er über den derzeitigen Stand der Dinge in Sachen Afrikanische Schweinepest.
Zur Zeit entwickelt sich die ASP Richtung Frankreich und Luxemburg. Dies sollte die Jäger in der Städteregion Aachen, Düren und Euskirchen jedoch nicht in Sicherheit wähnen. Anhand eines Beispiels stellte er die Bewegungsgeschwindigkeit eines männlichen Stückes dar, das in 18 Monaten ca. 50 km aus Eupen Richtung Düren zurücklegte.
Dr. Heyde wies dringend darauf hin, tot aufgefundenes Schwarzwild an das Veterinäramt der Städteregion zu melden. Maßnahmen für den Ausbruch der ASP in der Städteregion sind bereits eingeleitet (Zäune sind vorhanden, die Planung einer Kadaver- und Wildsammelstelle in der Eifel sind bereits konkret).
Auch wies er auf die zahlreichen Konsequenzen für Jäger, Landwirte und Naturnutzer hin und wies auf einen zu erwartenden wirtschaftlichen Schaden in Höhe von 2–3 Mrd. EUR für Deutschland hin. Fazit: Die beste Prävention liegt in der Reduktion des Schwarzwildbestands.

 

Peter Markett

Peter Markett

Und damit übernahm Berufsjäger Peter Markett, der sich im Rahmen des Projektes „Beratender Berufsjäger NRW" für die Information über die effektive Schwarzwildbejagung und das Aufbauen von „Schwarzwildringen“ einsetzt.
Er wies auf die hohe Populationspotential von Schwarzwild vorallendingen bei falscher Bejagung und Zerstörung der Rottenstruktur (Trächtigkeit weiblicher Frischlinge) sowie dem hohen Energieangebot (hohe Waldmastmengen und energiereiche Feldfrüchte) und der sinkenden Frischlingssterblichkeit aufgrund klimatisch bedingt milder Winter hin.
Für die Praxis bedeute dies: Intensives Eingreifen in die Frischlingsklasse – auch wenn es für uns Jäger ein „emotionales“ Problem darstellt.
Des Weiteren ist das Erreichen von hohen Streckenzahlen möglich, wenn revierübergreifend Bewegungsjagden veranstaltet werden.
Sehr eindrucksvoll berichtet er über die erfolgreiche Bewegungsjagd in der Nähe von Münster, der sich ein Vielzahl von Reviere angeschlossen hatten. Intensiv, dass heißt unter Beunruhigung in allen angeschlossenen Revieren, auf einer Fläche von einigen 100 Ha wurde gejagt und eine Streckenzahl von ca. 170 Stücken erzielt.
Für revierübergreifende Jagden ist eine intensive Planung der beteiligten Reviere essentiell. Bei diesen Planungen steht das Projekt „Beratender Berufsjäger NRW“ den Organisatoren zur Hilfe und berät bei der gemeinschaftlichen Planung (Sichtung Revierkarten, Planung der Schützenstände unter revierspezifischen Eigenheiten, Einsatzgebiete der Hundeführer, …).
Bei dieser Art von Planung und Umsetzung sind hohe Streckenzahlen quasi die gewünschte Konsequenz.
Und was kann die Landwirtschaft tun: Gemeinsam mit Landwirten können sich jagdlich sinnvolle Bejagungsschneisen in hohen Feldfrüchten und oder Greeningflächen mit niedrig wachsenden Pflanzen eingerichtet werden. Finanziell stellt die Zusammenarbeit zwischen Jagdinhaber und Landwirt für eben diesen keinen Nachteil dar (da hier die Einrichtung entsprechende Maßnahmen meist preiswerter als der Ernteausfall ist). Aber auch hierzu ist eine gute Kommunikation zwischen und Planung von Jagdinhaber und Landwirt sind die Basis für die erfolgreiche Schwarzwildbejagung.

Im Anschluss an den Vortrag wurde im Kreise der Teilnehmenden noch diskutiert.
Und in einer Interessentenliste für die revierübergreifende Gesellschaftsjagd und ggf. Bildung eines Schwarzwildrings in der Eifel schrieben sich viele Jäger ein. So dass hier die Planungen weitergehen werden.

 

Dank an M. Schlamann

Dank an Michael Schlamann und sein Team

Der Vorstand der Kreisjägerschaft Aachen Stadt und Land e.V. bedankt sich bei Michael Schlamann und seinem Team für die Umsetzung dieser Veranstaltung.

Ebenfalls bedanken wir uns für das Interesse und das Engagement der Unteren Jagdbehörde der Städteregion Aachen.
Auch gilt der Dank den Referenten Dr. Peter Heyde und Peter Markett sowie allen Teilnehmenden der Jäger- und Landwirtschaft.

 

INTERESSE ?!

Sollten Sie mit Ihrem Revier für die revierübergreifende Bewegungsjagd auf Schwarzwild interessiert sein, so wenden Sie sich für den

Bereich der Eifel an Michael Schlamann:

mschlamann69@gmail.com
 

Bereich Aachen an Columbine Stuhlmann:

c.stuhlmann@kjs-aachen.de

 

Wir werden Sie über weitere Aktivitäten hinsichtlich revierübergreifende Jagd auf Schwarzwild und Bildung von Schwarzwildringen auf der Webseite der Kreisjägerschaft und dem Newsletter informieren.

 


DOWNLOADS:
Wir bedanken uns für die Bereitstellung der an diesem Abend besprochenen Inhalte!

Herunterladen: Vortrag Dr. Heyde, komprimierter Ordner

Herunterladen: Informationen zum Vortrag Peter Markett

Herunterladen: Einladungsdatei zur Veranstaltung