Pflanzaktion | 20.11.2021 | Rüthen

"Es ist des Jägers Ehrenschild, dass er beschützt und hegt sein Wild", so beginnt das bekannte Gedicht "Waidmannsheil" aus dem Jahr 1880 von Oskar von Riesenthal. Aber auch das Erhalten und Verbessern der natürlichen Lebensräume haben sich die aktiven Jäger vom Hegering Rüthen zur Aufgabe gemacht.

Der Verein spendete und pflanzte 550 Stieleichen (Botanisch: Quercus robur) am Standort 'Die Mark' im Stadtwald Rüthen zwischen Möhnetal und Rabenknapp. Vormals standen hier alte Fichten, diese wurden Opfer der Kalamität durch den Borkenkäfer und Trockenheit in den vergangenen Jahren. Die Folge waren kahle Flächen im Wald und fehlende Ruhezonen fürs Wild.

 

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Das Team der Pflanzaktion  

Der Hegeringsleiter Heiner Grotenhöfer begrüßte die 7 Teilnehmer um 10°° Uhr am Treffpunkt im Wald und bedankte sich für die aktive Bereitschaft zur Hilfe.

Die Stadt Rüthen hat eine Fläche zur Verfügung gestellt und für die Neuanpflanzung durch Hegeringsmitglied und Revierförster Andreas Goebel vorbereitet. Ein Gatter mit Wildschutzzaun gegen Verbiss der neuen Pflanzen im Jugendstadium wurde errichtet. Wenn die Pflanzen eine gewisse Wuchshöhe erreicht haben und 'aus dem Äser raus sind', das bedeutet die Terminal- und Leittriebe der Pflanzen sind für Reh- und Rotwild nicht mehr erreichbar, wird der Wildschutzzaun wieder abgebaut und es entsteht ein Rückzugsplatz für alle Wildarten. Anschließend wurden in der verkrauteten Fläche Pflanzschneisen mit dem Freischneider angelegt.

Die Stieleichen waren einjährig mit einer Höhe von ca. 30 bis 50 cm aus Einzelkornsaat in Topfplatten im Gewächshaus aufgezogen, die sogenannten 'Containerpflanzen'. Eine Forstbaumschule aus Österreich hat sich darauf spezialisiert, die Anlieferung nach Rüthen erfolgte mit eigenen LKW. Forstbaumschulen aus Deutschland bieten aktuell noch keine Containerpflanzen an, nur wurzelnackte Forstpflanzen. Die Containerpflanen haben einen hohen Anwuchserfolg, denn der Topf gibt Starthilfe auch auf schwierigen Standorten.

Zuerst wurde mit einer Wiedehopfhacke die Grasnarbe an der Pflanzstelle abgezogen. Danach wurde mit einem Spezial-Setzeisen das Pflanzloch in Größe des Topfballens ausgestochen, die Pflanze eingesetzt und der Boden angedrückt. Der Abstand zur nächsten Pflanze beträgt ca. einen Meter. Bei dieser Jungpflanzenhöhe und Standort war kein Fiberglasstab zur Markierung notwendig. Anders als bei zum Beispiel jungen Weißtannen, die ohne diese Stäbe bei weiteren Pflegemaßnahmen so gut wie nicht wiederzufinden sind, wenn die Begleitvegetation bis auf Augenhöhe wächst. Anfang November haben alle Laub- und Nadelgehölze ihr Wachstum abgeschlossen, können bis zum Wintereinbruch aufgeforstet werden und dann im nächsten Jahr zügig weiterwachsen. Die leeren Topfplatten gehen als Pfandartikel zurück an die Forstbaumschule in Österreich für die weitere Verwendung.

In einer Pause konnte sich das Pflanzteam mit Kaffee, Kuchen und Getränken stärken.

Der Hegering Rüthen wird in Zukunft die weitere Betreuung dieser angelegten Pflanzfläche übernehmen.