Schon mit der Gründung des Hegerings Pelkum musste auch das Schießwesen neu organisiert werden, denn durch das Reichsjagdgesetz von 1935 wurde mindestens ein Übungsschießen pro Jahr für jeden Jäger vorgeschrieben. Zusammen fast ein halbes Jahrhundert engagierten sich die Schießobleute Karl Brand und Friedrich Coers für den Hegering. Bogdan Stieglan folgte 1972. Unter seiner Leitung entstand der Schießstand Hamm Lerche. Noch im selben Jahr wurde auch der „Wurftaubenclub TIRO Pelkum- Lerche“ gegründet. Durch regelmäßiges Training sollte dem Jäger zur waidgerechten Jagdausübung verholfen werden. Bis zum Jahre 2010 stand uns dieser Schießstand zur Verfügung. Von der Jungjägerausbildung bis zum Hegeringsmeisterschaft, vom Übungsschießen bis zur Wettkampfvorbereitung wurde dieser Schießstand schon von Generationen von Jägern und Jagdschützen genutzt. Auf dieser Anlage konnten die Disziplinen Trap oder Skeet geschossen werden. Die Disziplin Trap simuliert einen „abstreichenden“ (abfliegenden) Fasanenhahn und die Disziplin Skeet vorbei- bzw. anfliegende Tauben. Tontaubenschießen – richtig gesagt – Wurftaubenschießen ist aber keine lästige Pflicht. Jung und Alt treffen sich auf dem Schießstand, tauschen Erfahrungen aus, geben gegenseitige Tipps und lernen sich kennen. Es ist schon ein tolles Erlebnis, wenn man eine Wurfscheibe im Flug trifft.

Heute gibt es aber noch weitere sehr interessante Möglichkeiten, das jagdliche Schießen zu üben. Jagdpacoursschießen mit der Flinte auf der LJV- Anlage in Buke ist hier sicherlich die Königsdisziplin. Eingebettet in eine rund 25 ha große Hügellandschaft sind dort 19 Wurfmaschinen installiert. Auf dieser Fläche sind 22 Schützenstände integriert. Das hört sich eigentlich eher unspektakulär an, ist aber tatsächlich eine Herausforderung für jeden Flintenschützen. 

Auch das Schießen mit der Büchse ist durch die moderne Technik bereichert worden. In so genannten Schießkinos wird eine reale Jagdsituation in einer Filmsequenz dargestellt. Es kann dann mit der eigenen Waffe scharf auf die Leinwand geschossen werden. Die Schüsse bzw. der Treffer wird in einer Wiederholung genau angezeigt.

Von den Anfängen, als die Wurfmaschinen noch von Hand gespannt wurden, hat sich bis heute schon einiges verändert. Leider hat aber auch die Toleranz gegenüber uns Jägern in der Bevölkerung abgenommen, viele Schießstände wurden geschlossen. Ohne Übungsmöglichkeiten ist aber eine waidgerechte Jagdsausübung nicht mehr möglich. Deshalb sind wir dringend auf den Erhalt von den wenigen Schießständen angewiesen.

 

Frank Bollenberg

Obmann für jagdliches Schießen