Rund um die Jagd

  • Warum Jagd?

    Warum Jagd?

    Ein schöner Ausflug in Grüne, der Spaziergang über Felder und Wiesen, oder die angenehme Kühle des dichten Waldes im Hochsommer. Wer schätzt das nicht? Und wenn man dann auch noch einige Bewohner dieser schönen Umgebung erblickt, fühlt man sich schnell mit dieser Welt verbunden.

    Schade, dass davon nur noch so wenig übrig ist. Stetige Baumaßnahmen, intensive Landwirtschaft und die vielen Erholungssuchenden lassen keinen Raum mehr für Natur. Nicht ohne Grund fährt unsere heutige, zumeist verstädterte Gesellschaft in einen Zoo oder Wildpark, um Kindern die Tierwelt näher zu bringen. Mit der Natur, wie sie früher war, hat das natürlich nicht viel zu tun. Aber sicherer ist es auf jeden Fall.

    Schon früher, als die Jagd noch überlebenswichtige Nahrung lieferte, war Sicherheit wichtig. Raubtiere wie Bären oder Wölfe waren gewichtige Konkurrenten bei der Jagd auf das Wild und es war zudem wenig beliebt, auf der Speisekarte dieser Gattungen zu stehen. Nicht, das diese Arten für den Menschen eine ernsthafte Bedrohung dargestellt hätten, aber sicher ist sicher und so mussten sie weg.

    Auch heute dürfte es vielen Menschen Unbehagen bereiten, den Wald beim Spaziergang oder Ausritt mit (möglicherweise hungrigen) Bären und Wölfen zu teilen – oder? Und was würde dann in diesem Fall geschehen? Nun, heute haben wir leider nicht mehr die Wahl. Die Eingriffe der Menschen in das natürliche Ökosystem haben dazu geführt, dass die Natur viele Möglichkeiten der Selbstregulation verloren hat.

    Viele Aufgaben müssen hier inzwischen vom Menschen übernommen werden, um das Wenige, was verblieben ist, zu erhalten und zu schützen  Damit hat sich auch das Aufgabenbild des Jägers schon lange vom Erleger zum Heger gewandelt. Natürlich wird auch weiterhin der Ruf nach dem Jäger laut, wenn eine Rotte Sauen ein ganzes Mais- oder Kartoffelfeld verwüstet hat, aber die wesentlichen Aufgaben finden sich inzwischen in der Hege und in der Werbung für aktiven Naturschutz. Dabei stehen die Bestrebungen, unserem Wild einen, den Umständen entsprechend akzeptablen Lebensraum zu erhalten, an vorderster Stelle.

    Dieser Lebensraum setzt natürlich auch ein möglichst ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Arten voraus. Zudem erscheint es wichtig, dass einzelne Gattungen nicht in Überzahl vorkommen und andere Arten aussterben lassen. Dies ist überall dort möglich, wo der Jäger notfalls auch regulierend eingreifen kann. So gilt die Sorge beispielsweise derzeit bundesweit den Hasen und Rebhühnern, die unter der Last der Füchse und der (übrigens geschützten) Raubvögel kaum noch vertreten sind.

    Selbstverständlich sind das nur einige Bestandteile.Viel umfassender finden Sie die Anforderungen, den Aufgaben- und Verantwortungsbereich der heutigen Jagd zusammengefaßt in einem  Regel- und Pflichtenheft.

  • Aufgaben und Ziele der Jagd

    Aufgaben und Ziele der Jagd

    Der Jagdausübungsberechtigte – kurz “Jäger” – hat insbesondere folgende Aufgaben:

    Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepaßten artenreichen und gesunden Wildbestandes (Wildhege), Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen (Biotophege) sowie Berücksichtigung der Belange des Tierschutzes,

    Wildschäden in einer ordnungsgemäß betriebenen Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft möglichst zu vermeiden,

    Nachhaltige Nutzung und Regulierung von Wildbeständen einschließlich Prädatoren, wenn diese andere Tierarten in ihrem Bestand bedrohen oder deren nachhaltige Nutzung beeinträchtigen,

    Sorge zu tragen, dass die zum Schutz des Wildes und der Jagd erlassenen Vorschriften eingehalten werden.

  • Hege

    Hege

    Hegepflicht

    Mit dem Jagdrecht ist die Pflicht zur Hege verbunden. Die Hegepflicht obliegt dem Jagdausübungsberechtigten, aber auch den Grundeigentümern des jeweiligen Jagdbezirks, z.B. im Hinblick auf die Flächenbereitstellung für die Biotophege. Die Hegepflicht mit ihren vielfältigen Aufgaben wie dem Biotopschutz als Bestandteil des Artenschutzes ist keiner anderen Bevölkerungsgruppe gesetzlich auferlegt. Nach dem Naturschutzrecht ist allein die öffentliche Hand zum Artenschutz verpflichtet.

    Wildhege

    Darunter fallen alle Maßnahmen, die der Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes dienen und eine nachhaltige Nutzung gewährleisten, insbesondere die des Jagdschutzes. Der Jagdschutz dient dem Arten- und Tierschutz und ist deshalb flächendeckend in allen Jagdrevieren, insbesondere in Schutzgebieten, unverzichtbar. Zur Erfüllung der Jagdschutzaufgaben wird jeder Jäger im Rahmen der Jägerausbildung geschult, seine staatliche Prüfung ist hier gesetzlich vorgeschrieben. Zur Hege gehört grundsätzlich auch die Fütterung des Wildes. Sie ist eine unterstützende Maßnahme in Notzeiten, in denen natürliche Äsung und ruhige Einstände aus Gründen der Biotopbeeinträchtigung, der Bewirtschaftung oder auch durch Naturereignisse nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung steht.

    Biotophege

    Die Pflege und Sicherung der Lebensgrundlagen von Wildtieren sollte sich nicht nur auf die Erhaltung seltener oder gefährdeter Lebensräume konzentrieren, vielmehr sind alle Biotoptypen zur Bewahrung intakter Lebensgemeinschaften zu fördern; dies muss in enger Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern geschehen. Im Mittelpunkt der Bemühungen darf nicht die Unterscheidung stehen, ob eine Art “nützlich” oder “schädlich” bzw. “jagdlich interessant” ist oder nicht. Maßnahmen des Biotopschutzes dienen auch den Tierarten, die nicht dem Jagdrecht unterliegen. Die Jägerschaft hat in enger Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern darauf hinzuwirken, dass unsere Kulturlandschaft den Ansprüchen einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt gerecht wird.

    Hegegemeinschaften

    Die Notwendigkeit die Reviergrenzen überschreitender Hege führt in vielen Gebieten schon seit Jahren zum Zusammenschluss von Revieren zu Hegegemeinschaften, die den Lebensraum bestimmter, dort heimischer Wildarten, insbesondere der großen Schalenwildarten, umfassen. In den Hegegemeinschaften werden insbesondere folgende Maßnahmen getroffen: Absprachen über die Bejagung, Festlegung von Wildfolgeregelungen, Aufstellung gemeinsamer Abschusspläne sowie Auswertung der Abschussergebnisse, revierübergreifende Hegemaßnahmen (z.B. Äsungsflächen, Fütterung, Ausweisung von Wildruhezonen etc.), Erstellung von Artenschutz- und Hegekonzepten einschließlich Förderung bestandsbedrohter Wildarten. Dadurch werden mit Zustimmung der Grundeigentümer Leistungen für die Erhaltung, Sicherung oder Wiederherstellung bestmöglicher, natürlicher Lebensgrundlagen für die Wildtiere erbracht. Bei der Bildung von Hegegemeinschaften ist auf die Zusammenfassung bestimmter Lebensräume für freilebende Tiere zu achten und nicht auf politische Grenzen von Gemeinden oder Kreisen. Dabei sind auch die Reviere der Bundes- und Landesforsten mit einzubeziehen. Das Ziel der Hegegemeinschaften ist nur zu erreichen, wenn alle zugehörigen Revierinhaber bei dieser zeitgemäßen Form der Selbstverwaltung mitarbeiten. Großflächige Hegegemeinschaften könnten auch angestellten Berufsjägern neue und erweiterte Betätigungsfelder bieten (z.B. Umsetzung von Hegemaßnahmen, Wildmanagement, beratende Funktion, Verwaltungstätigkeiten).

     

  • Nachhaltige Nutzung

    Nachhaltige Nutzung

    Die Jagd hält fest an dem Prinzip der nachhaltigen Nutzung ihrer Ressourcen und steht dabei im Einklang mit der Biodiversitätskonvention von Rio de Janeiro aus dem Jahre 1992. Die Wildbestände werden nur in dem Umfang jagdlich genutzt, wie sie tatsächlich nachwachsen. Die Jagd setzt auf diese Weise ihre Tradition der bestandserhaltenden Nutzung fort und trägt zur langfristigen Überlebensfähigkeit von Arten bei.

    Die verantwortungsbewusste Jägerschaft entscheidet im Rahmen der Jagdgesetze über Art und Ausmaß des jagdlichen Eingriffs. Wenn Bestandsveränderungen eine Nutzung ohne sachliche Bedenken möglich machen, so ist dem ohne bürokratischen Aufwand Rechnung zu tragen. Auch eine ganzjährige Schonung darf nicht unumkehrbar sein.

    Nachhaltige Nutzungsformen gewährleisten die Umsetzung von Pflege- und Entwicklungszielen und motivieren die an diesen Zielen arbeitenden Menschen

  • Jagd und Land- bzw. Forstwirtschaft

    Jagd und Land- bzw. Forstwirtschaft

    Mit einem bundesweiten Flächenanteil von 84 % (54 % Landwirtschaftsfläche und 30 % Waldfläche) bestimmen Land- und Forstwirtschaft das Gesicht unserer Landschaft. Sie bieten gleichzeitig einem Großteil unserer Pflanzen und Tiere Lebensraum. Im Bundesnaturschutzgesetz wird bestimmt, dass bei Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege die besondereBedeutung der Land- und Forstwirtschaft für die Erhaltung der Kultur- und Erholungslandschaft zu berücksichtigen ist. Dies entspricht den jahrhundertelangen Leistungen dieser Wirtschaftszweige. Das Verhältnis der Land- und Forstwirte zur Jagd ist im allgemeinen gut. Als Grundeigentümer und Inhaber des Jagdrechts üben sie in ihren Eigenjagden oder oft auch als Pächter in den heimatlichen gemeinschaftlichen Jagdbezirken die Jagd aus. Sie sehen in der Jagd eine mit ihrem Eigentum verbundene Landnutzung.

    Jagd und Landwirtschaft

    Die Einengung der Fruchtfolgen, die Konzentration auf wenige marktfähige Kulturen sowie die Verwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln wirken sich auf die Lebensbedingungen zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, insbesondere des Niederwildes, ebenso negativ aus wie der Einsatz von schnellfahrenden Großmaschinen.

    Sie führen aufgrund rascher Bearbeitung und Ernte zu einer schlagartigen Verschlechterung des Lebensraumes. Durch Entwässerung und Nutzungsintensivierung wurden in der Vergangenheit viele natürliche Lebensräume, wie beispielsweise Feuchtwiesen, zerstört. Zunehmend werden die landwirtschaftlichen Produktionsverfahren im Hinblick auf ihre Umweltverträglichkeit an wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgerichtet. Die notwendige Reduzierung landwirtschaftlicher Produktionsflächen sowie Extensivierungsmaßnahmen sollten als Chance, freiwerdende Flächen wieder an wildlebende Tiere und Pflanzen zurückzugeben, stärker genutzt werden.

    Der Vertragsnaturschutz bietet hierzu gute Möglichkeiten und muss verstärkt durch die öffentliche Hand gefördert werden.

    Jagd und Forstwirtschaft

    Jagdliche Ausbildung und jagdliche Aufgaben gehören in Deutschland traditionell zum Berufsbild des Forstmannes. Aus Gleichbehandlungsgründen müssen die Jägerprüfung und die dazugehörige Ausbildung bei Forstleuten und anderen Jägern denselben Ansprüchen genügen.

    Ein zweckmäßiges Jagd- und Wildtiermanagement erfordert großflächige Planungen und grenzübergreifende Maßnahmen. Davon dürfen Reviere der Öffentlichen Hand nicht ausgenommen werden. Um eine einheitliche Betrachtung zu gewährleisten, dieselben Gesichtspunkte anzuwenden und revierübergreifend zu urteilen, muss die örtlich zuständige Jagdbehörde für alle Reviere, das heißt auch für die des Staates, sachlich zuständig sein. Es gibt keinen zwingenden Grund für die Befugnis der Forstbehörde, zugleich die Funktion der Jagdbehörde auszuüben.

    Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft

    In § 1 BJG ist den Jägern vorgegeben, die Hege so durchzuführen, dass Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land- und forstwirtschaftlichen Nutzung, insbesondere Wildschäden, möglichst vermieden werden. Die Formulierungen des Gesetzgebers und die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass insbesondere pflanzenfressende Wildtiere ganz ohne Verbiss nicht erhalten werden können. Die freilebende Tierwelt wird sich in unserer Kulturlandschaft mit den für sie negativen Veränderungen naturgemäß immer in einer gewissen Konkurrenzsituation zur Land- und Forstwirtschaft befinden. Wildschäden dürfen nicht bagatellisiert werden. Sie können folgende Ursachen haben:

    • Verlust an Lebensräumen
    • Einengungen der Lebensräume durch Beunruhigungen aller Art
    • unzureichende Äsungsverhältnisse
    • großflächige Landbewirtschaftung
    • verstärkter Anbau von Pflanzen im landw. Bereich, die besonders anfällig für Wildschäden sind
    • überhöhte, dem Lebensraum nicht angemessene Wildbestände
    • unsachgemäße Fütterung.

    Eine Verringerung der Wildschäden kann erfolgen durch:

    • Verbesserung der Lebensräume
    • natürliche Äsung und Deckung
    • angepasste Wilddichten
    • Verhinderung von Wildkonzentrationen durch entspr. Äsungsangebot
    • sach- und zeitgerechte Fütterung
    • die Anwendung von Zaunschutzmaßnahmen sowie Verbiss-, Schäl- und Fegeschutzmitteln
    • Betretungsregelungen
    • Entflechtung der Freizeit- und Erholungsaktivitäten.

    Wild und Wald

    Die Art der Waldbewirtschaftung steuert in erheblichem Maß die Qualität des Lebensraumes für die Wildtiere, vor allem das Angebot an Äsung und Deckung. Waldbauliche Verfahren, die den Lebensraum des Wildes verbessern, tragen deshalb auch zur Reduzierung von Wildschäden bei. Um in Gebieten mit ungünstigen Voraussetzungen die Probleme zu entschärfen, müssen alle Waldbesitzer und Revierinhaber eng zusammenarbeiten.

    Dabei kommt es besonders auf einen intensiven Gedankenaustausch zwischen Jägern und Förstern an der Basis an. Im Rahmen eines solchen Gedankenaustausches können nachstehende Fragestellungen thematisiert werden:

    • Schaffung von Lichtungshieben in Altholzbeständen zur Begünstigung von Naturverjüngungen
    • Frühzeitige Durchführung starker Durchforstung zur Förderung der Bodenvegetation
    • Anlegung weiter Pflanzverbände bei der Aufforstung von Kahlflächen zur Verzögerung des
    Absterbens der Bodenvegetation
    • Weitgehender Verzicht auf die Bekämpfung der Schlagflora (z.B. Himbeere) und Erhaltung von
    Pionierbaumarten (etwa Erle) in Pflanzungen und Naturverjüngungen
    • Anbau und Erhaltung von masttragenden Bäumen
    • Offenhalten bestockungsfreier Flächen im und am Wald
    • Vornahme von Holzeinschlag im Winterhalbjahr, um dem Wild die Aufnahme von Knospen und
    Trieben der gefällten Bäume zu ermöglichen
    • Bereitstellung von mindestens 1 % der Holzbodenfläche für die Anlage von Äsungsflächen
    • Verzicht auf großflächige Zäune und unverzüglicher Abbau entbehrlich gewordener Zäune zur
    Verminderung der Wildkonzentration auf der Restfläche.

    Eine auf die verbesserten Äsungs- und Deckungsbedingungen abgestimmte Bejagung des Schalenwildes ist zur Reduzierung von Wildschäden unerlässlich.

  • Jagdarten

    Jagdarten

    Jagdarten

    Alle in der Bundesrepublik Deutschland für die Jagdausübung zugelassenen und praktizierten Jagdarten sind zeitgemäß, soweit sie waidgerecht durchgeführt werden.

    Die waid- und tierschutzgerechte Bejagung von Wild ist ohne brauchbaren Jagdhund nicht möglich. Unabdingbar gilt weiter, daß bei jeder Such-, Drück- oder Treibjagd, bei der Bejagung von Schnepfen und Wasserwild und bei jeder Nachsuche auf Wild brauchbare Jagdhunde in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen bzw. mitgeführt werden müssen.

    Einzel- und Gesellschaftsjagd sind gleichrangige Möglichkeiten der Jagdausübung. Beide sind zur Regulation von Wildpopulationen unverzichtbar. Wildarten, örtliche Gegebenheiten, Jahreszeit und gesetzliche Vorgaben bestimmen jeweils die Jagdart und ihre Gestaltung. Bewährte Jagdmethoden und regionale Erfahrungen sind dabei zu bewahren und ggf. fortzuentwickeln.

    Gesellschaftsjagden dienen u.a. der zeitlichen Konzentration des Abschusses. Bei Bewegungsjagden, die in der Regel nur einmal pro Jahr in einem Teilgebiet des Reviers stattfinden sollten, sind bevorzugt einzeln jagende Hunde einzusetzen. Diese müssen vom Wesen und Körperbau her geeignet sein. Sie dürfen aufgrund ihrer Ausbildung und ihres Wesens nicht zu weit jagen und das Wild nicht zu stark bedrängen; das Wild muss sich den Hunden zeitweise entziehen können. Aus Tierschutzgründen müssen im vorhinein Fragen der Wildfolge ebenso geklärt sein wie die Organisation möglicher Nachsuchen. Die fachgerechte Versorgung erlegten Wildes ist stets sicherzustellen.

    a) Lockjagd
    Die in Deutschland ausgeübten Arten der Lockjagd sind als bewährte Jagdarten zu erhalten. Sie entsprechen den allgemein anerkannten Grundsätzen deutscher Waidgerechtigkeit. Dies gilt auch für die Kirrung, eine jagdliche Maßnahme, um mit geringen, nicht regelmäßig gegebenen artgerechten Futtermengen außerhalb fester Fütterungseinrichtungen bestimmte Wildarten anzulocken. Sie dient der Erfüllung des notwendigen Wahlabschusses und ist nicht etwa eine Fütterung zur Arterhaltung.

    b) Fangjagd
    Das Fangen von Tieren mit Fallen wird von den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen mit den unterschiedlichsten Zielen durchgeführt (Mausefallen, Bisamfang, Fang von streunenden Katzen durch Tierschützer). Die Fangjagd ist eine notwendige, legitime Form der Jagdausübung.

    Die in Deutschland vorkommenden Raubwildarten sind vorwiegend nachtaktiv und können deshalb mit der Schusswaffe nicht ausreichend und erfolgreich bejagt werden. Im Interesse des Artenschutzes und der Tierseuchenbekämpfung ist deshalb die Bejagung des Raubwildes mit der Falle unerlässlich. Bedingt durch die ständig zunehmende Besiedlung urbaner Bereiche, insbesondere durch Steinmarder und Fuchs, kommt der arten- und tierschutzgerechten Fangjagd eine immer größere Bedeutung zu. Auf die Fangjagd kann auch zur Erfüllung der Jagdschutzaufgaben gemäß § 23 BJG nicht verzichtet werden.

    Nur Fallen, die unversehrt oder sofort tötend fangen, sind zugelassen, zeitgemäß und bei ordnungsgemäßer Handhabung auch tierschutzgerecht. Die erforderliche Sachkunde ist notwendig. Eine Selektion der zu fangenden Tierarten ist möglich. Sie wird erreicht u.a. durch die Wahl des Köders, die Anlage von Fangbunkern sowie die Wahl der Fallenart. Dadurch wird den Belangen des Artenschutzes entsprochen, es werden Unfälle vermieden und den gesetzlichen Schonzeiten Rechnung getragen.

    c) Beizjagd
    Die Jagd mit Hilfe von Greifen und Falken (Beizjagd) ist eine der ältesten Jagdarten. Sie ist eine besonders naturnahe Jagdart, weil der Beizvogel praktisch in derselben Weise jagt wie der Wildvogel.

    Die Beizjagd, zu deren Helfern vorstehende oder stöbernde Jagdhunde sowie das Frettchen gehören, erfordert von dem Falkner ein hohes Maß an Können, das er in einer besonderen gesetzlichen Prüfung nachweisen muss.

    Falkner tragen auch zum Erhalt bedrohter Greifvogel- und Falkenarten bei, indem sie nachgezogene Vögel auswildern.

  • Jagdsignale

    Jagdsignale

    Traditionsreich seit Anfang des 17. Jahrhunderts überliefert, dienten die Jagdsignale, geblasen auf dem Jagdhorn in früherer Zeit zur Kommunikation, sowohl zwischen den Jägern als auch mit den Treibern. Heute leicht durch ein Funkgerät oder Handy ersetzt, waren sie damals unverzichtbarer Bestandteil der Jagdausrüstung. Besonders bei Gesellschaftsjagden, wenn es galt, die Treiber zu lenken, oder allen eine Nachricht zukommen zu lassen.

    Heute ginge die Nachricht “zum Essen” auch per SMS. Das ist zwar wenig waidmännisch, aber zumindest etwas leiser. Trotzdem darf das Jagdhorn bei keiner Gesellschaftsjagd fehlen. Hier einige Beispiele:

  • Die Jägersprache

    Die Jägersprache

    Man nennt sie auch Waidmannssprache und es ist beeindruckend, wie diese Zunftsprache nicht nur als wesentlicher Bestandteil des jagdlichen Brauchtums seit dem 7. Jahrhundert – nur bis hier reichen leider entsprechende Urkunden – gewachsen ist, sondern in einer
    Vielzahl von Ausdrücken und Wendungen heute auch für Nichtjäger zum allgemeinen Sprachgut geworden ist.
    Sicher finden Sie im folgenden Begriffe, die Sie schon häufig verwendet haben – die Ursprünge sind jagdlicher Natur:

    • von etwas Wind bekommen
    • sich nicht in’s Gehege kommen
    • durch die Lappen gehen
    • etwas auf’s Korn nehmen
    • die Flinte in’s Kom werfen
    • sich mit fremden Federn schmücken
    • sich an den Hut stecken
    • auf der Strecke bleiben

    Seit Beginn des 12. Jahrhunderts begann sich die Jägersprache zur Zunftsprache der Jäger zu entwickeln und erreichte ihren Höhepunkt im 17. und 18. Jahrhundert. Man sagt, sie ist im Vergleich zu anderen Zunftsprachen die ausgebildetste und reichhaltigste, zudem ist es eine
    sich ständig weiterentwickelnde Sprache. Sie umfasst ca. 6.000 jagdliche Ausdrücke, wobei man davon ausgehen kam, dass ungefähr 3.000 zum allgemeinen Grundbestand gezählt werden können.

    Der Altmeister der deutschen Sprachwissenschaft, Jacob Grimm, nennt die Jägersprache sogar poetisch und episch, weil sie wie das Epos eine Fülle von bildlichen Wörtem enthält. In Bezeichnungen für Wildkörperteile, Simiesäußerungen des Wildes, jagdlichem Handwerken
    des Jägers und anderem jagdkulturellem Handeln wird schnell deutlich, was er damit meinen könnte.
    Die Jägersprache ist auch mundartlich geprägt, besonders in den Alpenländem ist sie sehr umfangreich. Obwohl sie im Rahmen der Vorbereitung auf die Jägerprüfung gelehrt wird, ist sie zwar kein Prüfungsbestandteil, wohl aber ein Kennzeichen für einen „gerechten“ Jäger oder eine „gerechte“ Jägerin, also einer Person, die das Waidwerk gründlich versteht.

    Sprachwissenschaftlich sehr interessant und auch kulturell von großer Bedeutung sind die Herleitungen dieser Begriffe; der Rahmen unseres kleinen „Jägersprachen 1 x 1“ damit aber schnell gesprengt.

    • Aufbaumen: Der Aufstieg des Jägers auf die Ansitzleiter /-kanzel (Gegenteil: Abbaumen).
    • Ausfahrt: Der Ausgang einer Röhre beim Fuchs-, Dachs- oder Kaninchenbau (Gegenteil: Einfahrt)
    • Bruch: Ein abgebrochener grüner Zweig von Eiche, Erle, Kiefer, Fichte oder Tanne, im Hochgebirge auch Lärche, Alpenrose und Wacholder (sog. bruchgerechte Holzarten). Er wird als Bruchzeichen bei erlegtem Wild (Wildbruch und letzter Bissen) sowie zur Verständigung der Jäger unter sich (Haupt-, Leit-, Anschuß-, Fährten-, Standplatz-, Warte– und Warnbruch) und als Schmuck (Erlegerbruch) verwendet.
    • Changieren: Ein Schweißhund wechselt von einer angenommenen Fährte auf eine andere.
    • Down! Auch: Nieder!, Platz! oder Runter! Befehl für den Jagdhund, sich niederzulegen. Ein gut abgeführter Jagdhund muss sich auf das Hochstrecken des rechten Armes und/oder Trillerpfiff niederlegen, down machen.
    • Erdhund: Bauhund, Sammelbegriff für Hunderassen, die zur Baujagd, also unter der Erde, verwendet werden; Teckel und Terrier.
    • Fährtenkunde: Die Lehre von den Spuren und Fährten aller Wildarten.
    • Geheck: Der Nachwuchs (Wurf) des Raubwildes, insbesondere beim Fuchs: „ein Geheck Füchse“.
    • Hubertus: Der heilige Hubertus; ein Schutzpatron der Jägerei. 700 bis 728 Bischof von Lüttich; seine Gebeine sollen in der Abtei St. Hubert in den Ardennen ruhen. Ursprünglich waren der hl. Eustachius und der hl. Iwan Schutzheilige der Jägerei.
    • Isegrim: Fabelname des Wolfes.
    • Jagdgöttin : In der griechischen Mythologie Artemis, in der römischen Diana.
    • Kahlwild: Bei Rot-, Dam-und Sikawild. Alles weibliche Wild und die Kälber beider Geschlechter, weil sie im Gegensatz zum Hirsch auf dem Haupt „kahl“ sind.
    • Licht: Bezeichnung für das Auge. Alles Schalenwild hat Lichter. Alles Haarraubwild, Hase, Kaninchen, Biber und Murmeltier hat Seher, alles Federwild Augen.
    • Malerfeder : Auch Schnepfenfedern oder Schnepfengrandeln; das kleine, vor der ersten Schwungfeder am Flügel sitzende Federchen der Waldschnepfe (auch beim Auerhahn und Fasan). Früher zum Malen feinster Striche verwendet; auch als Trophäe gebräuchlich.
    • Nasenbremsen: Auch Nasenbrehmen oder Rachenbremsen. Sammelname für mehrere Gattungen von Fliegen, deren Larven in den Luftwegen des Schalenwildes schmarotzen und Entzündungen verursachen.
    • Oculi: So heißt der 4. Sonntag vor Ostern. Gilt als Beginn des Schnepfenstrichs, des Balzfluges der Waldschnepfen. „Oculi, da kommen sie“.
    • Platzhirsch: Der stärkste Hirsch eines Brunftplatzes, der das Kahlwildrudel führt und Nebenbuhler abkämpft. In gleichem Sinne bei Auer- und Birkhahn (Platzhahn).
    • Quarthase: Ein Junghase (2-3 Monate alt), der etwa ein Viertel seiner späteren Größe erreicht hat.
    • Rotte: Eine Gesellschaft von Sauen (Schwarzwild/Wildschweine), nicht jedoch für eine Bache mit Frischlingen. Auch umgangssprachlich: „zusammenrotten“.
    • Schlag:
      • 1. Die Verletzung durch eine Sau mit dem Gewaff: „Der Hund wurde von dem Keiler geschlagen;
      • 2. Der Ruf der Wachtel (Wachtelschlag) und einzelnes Knappen in der Balzarie des Auerhahns;
      • 3. Die Unterteilung einer Hunderasse, leichter Schlag, schwerer Schlag.
    • Tritt:
      • 1. Der Abdruck eines einzelnen Laufes bei allem Haarwild. Die Aneinanderreihung der einzelnen Tritte ergibt die Fährte oder die Spur;
      • 2. In der Zusammensetzung Kreuztritt, Beitritt, Abtritt, Schloßtritt beim Rothirsch;
      • 3. Bezeichnung für die Füße der Hühner, der kleineren Vögel und der Tauben.
    • Ungerade: So nennt man ein Geweih oder Gehörn, dessen Stangen eine ungleiche Endenzahl tragen, z.B. ungerader Zwölfer, ungerader Sechserbock.
    • Vorstehhund: Sammelbegriff für die Jagdhundrassen, die Niederwild vorstehen; es ist die Naturveranlagung des Vorstehhundes, in Lauerstellung zu verharren, wenn er Wild Witterung in die Nase bekommt, wittert.
    • Waffen:
      • 1. Gewaff: die hervorstehenden Eckzähne im Ober- und Unterkiefer des Keilers. Die unteren werden Gewehre, auch Hauer oder Wetzer genannt, die im Oberkiefer stehenden Haderer;
      • 2. Die Klauen des Luchses und der Wildkatze;
      • 3. Die Krallen der Greifvögel; 4.Blanke Waffen des Jägers sind Saufeder, Schweinseisen, Hirschfänger, Waidblatt. Die Bezeichnung Waffe für Gewehr, Büchse, Flinte, Stutzen entspricht nicht der Jägersprache.
    • Zukunftsbock: oder Zukunftshirsch; gut veranlagte Rehböcke und Hirsche, die noch jung sind und daher geschont werden. Im Gegensatz zu Abschussbock und Abschusshirsch.

    aus: Der Burgdorfer Jäger, 2001

  • Wissenswertes

    Wissenswertes

    Bejagungsregelung

    Die Bejagung des Wildes ist so zu regeln, dass die berechtigten Ansprüche der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft auf Schutz gegen Wildschäden gewahrt bleiben sowie die Belange von Naturschutz, Landschaftspflege und des Tierschutzes berücksichtigt werden. Innerhalb der hierdurch gebotenen Grenzen soll die Abschussregelung dazu beitragen, dass ein gesunder, in seiner Sozialstruktur intakter Bestand aller Wildarten in angemessener Zahl erhalten bleibt, so dass eine nachhaltige Nutzung gewährleistet ist und insbesondere der Schutz von Tierarten gesichert ist, deren Bestand bedroht erscheint. Die Abschussplanung für Schalenwild – ausgenommen Schwarzwild – ist getrennt nach Wildart, Geschlecht und Altersklassen beizubehalten. Sinnvollerweise sollten Vorschläge über die Abschussfestsetzung über die Hegegemeinschaften erfolgen, um einer wildbiologisch erforderlichen, großflächigen Bewirtschaftung Rechnung zu tragen. Dazu benötigen die Hegegemeinschaften bzw. Hegeringe größere Befugnisse als bisher. So sollen die Zahlen des Abschussplanes, falls es revierübergreifend für erforderlich gehalten wird, in einem bestimmten Maß auch unter- oder überschritten werden können. Dadurch wird unvorhergesehenen Veränderungen in den Wildbeständen oder Lebensräumen Rechnung getragen. Eine planmäßige Bejagung des Schwarzwildes, die sich an Altersklassen orientiert, ist zu fördern. Dabei ist aus wildbiologischen Gesichtspunkten einer ausgewogenen Sozialstruktur Rechnung zu tragen.

    Jagdpacht

    Die Ausübung des Jagdrechts in seiner Gesamtheit kann an Dritte verpachtet werden. In der Regel werden gemeinschaftliche Jagdbezirke verpachtet, Eigenjagdbezirke zumeist selbst genutzt oder ebenfalls verpachtet. Der steigende Flächenverbrauch führt zu einer Verkleinerung der bejagbaren Flächen. Überzogene Pachtgebote oder Pachtforderungen, die sich weder am Jagdwert noch am Preisgefüge der Umgebung orientieren, sind abzulehnen. Hier tragen die Verpächer (Eigenjagdbesitzer und Jagdgenossenschaften) eine besondere Verantwortung. Für sie sollten die Person und ihre jagdliche Qualifikation im Vordergrund stehen. Durch sachgemäße Verpachtung ist die ständige Betreuung im Sinne der Aufgaben und Ziele der Jagd sicherzustellen. Bei der Verpachtung von – insbesondere staatlichen – Eigenjagdbezirken sollte nicht die Maximierung der Pachteinnahmen, sondern vielmehr eine wildbiologisch sinnvolle Mindestgröße im Vordergrund stehen.

    Jagd und Staat

    Die staatliche Ordnung jagdlicher Angelegenheiten – ergänzt durch die Selbstverwaltung der jagdlichen Organisationen – hat sich trotz gewisser unterschiedlicher und manchmal auch unbefriedigender Regelungen innerhalb der Bundesländer bewährt und muß grundsätzlich im bestehenden Umfang beibehalten werden. Die Kommunen erheben aufgrund landesrechtlicher Bestimmungen eine Jagdsteuer. Dafür besteht in heutiger Zeit kein vernünftiger Grund mehr. Die Jagd ist Dienst am Wild und an der freilebenden Tierwelt, sie verfolgt damit Ziele des Naturschutzes. Naturschutz ist in der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und in zahlreichen Landesverfassungen bereits als Staatsziel niedergelegt. Von daher stößt beispielsweise die Erhebung der Jagdsteuer auch auf verfassungsrechtliche Bedenken. Längst haben die Verpflichtungen und Aufwendungen den materiellen Wert der Jagd um ein Vielfaches überschritten. Die Jagdsteuer fließt zudem ohne irgendeine besondere Gegenleistung für die Jagd in die Kassen der Kreisverwaltungen. Die erhobenen Beiträge werden der Verwendung für Zwecke der Hege, Biotopgestaltung und des Naturschutzes entzogen. Der Schutz der freilebenden Tierwelt und der Natur hat heute einen sehr großen Stellenwert. Deshalb widerspricht es dem öffentlichen Interesse und rechtlichen Grundsätzen, hierfür einen Staatsbürger, der als Jagdpächter persönliche und finanzielle Leistungen für die Allgemeinheit erbringt, mit dieser Steuer noch zusätzlich zu belasten. Wie in den Ländern Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg und Thüringen ist die Jagdsteuer deshalb auch in den übrigen Bundesländern abzuschaffen. Soweit die Kommunen eine Hundesteuer erheben, sollte sie für leistungsgeprüfte Jagdgebrauchshunde entfallen. Die Bereitstellung eines brauchbaren Jagdhundes für die Jagd bzw. dessen Führung bei der Jagd sind aus Tierschutzgründen gesetzlich vorgeschrieben. Insbesondere im Straßenverkehr verletzte Wildtiere müssen mit geeigneten Jagdhunden aus Tierschutzgründen nachgesucht werden. Die vom Jäger beim Lösen des Jagdscheins zu entrichtende Jagdabgabe ist nur im Einvernehmen mit den anerkannten Vereinigungen der Jäger zweckgebunden zu verwenden.