Neues Landesjagdgesetz ist in Kraft - Was jeder Jäger ab sofort beachten muss

Zahlreiche Bestimmungen im neuen Landesjagdgesetz sind rechtlich überaus fragwürdig, viele Regelungen sind zudem jagdlich völlig unpraktikabel und stellen in Bezug auf Tier- und Artenschutz eine eklatante Verschlechterung dar. Dennoch müssen die neuen Bestimmungen ab sofort von jedem Jäger genau beachtet werden, weil anderenfalls nicht nur ein Bußgeld- oder Strafverfahren, sondern unter Umständen auch der Entzug des Jagdscheins drohen können.

Am 29. April hat der NRW-Landtag die Änderung des Landesjagdgesetzes und anderer Vorschriften (Ökologisches Jagdgesetz) in namentlicher Abstimmung mit 137 Ja- bei 86 Gegenstimmen und drei Enthaltungen endgültig beschlossen. Eine Sachdebatte oder Diskussion zu rund 100 Änderungspunkten des Gesetzespaketes gab es während des gesamten, knapp fünfmonatigen Gesetzgebungsverfahrens weder im Parlament noch im zuständigen Umweltausschuss. Ein umfangreicher CDU-Gegenentwurf (86 Änderungspunkte) fand im Parlament keine Mehrheit.

Das neue Landesjagdgesetz und die damit im Zusammenhang stehende Durchführungsverordnung zum LJG sowie die Landesjagdzeiten-Verordnung sind am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft getreten, die Veröffentlichung im Gesetz- und Verordnungsblatt NRW war noch im Mai 2015. Damit ist das neue Landesjagdgesetz unmittelbar gültig - einzige Ausnahme sind Übergangsregelungen zur Verwendung bleihaltiger Büchsen- und Kleinkalibermunition.
Alle anderen Neuregelungen sind ab sofort von jedem Jäger bei der Jagdausübung zu beachten!

Wer jetzt noch im Rahmen des Jagdschutzes wildernde Katzen schießt oder gegen eines der zahlreichen anderen, neuen Ge- und Verbote im LJG verstößt, begeht bußgeldbewehrte Ordnungswidrigkeiten - in Einzelfällen sogar eine Straftat. Auf behördliche Nachsichtigkeit wegen Unkenntnis der gesetzlichen Neuregelungen sollte man vorsorglich jedenfalls nicht vertrauen...

 

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