Übergangszeit

Befinden wir uns Mitte September zwar jahreszeitlich im Sommer, so freunden wir uns gefühlmäßig schon mit dem Herbst an. Die Tage werden merklich kürzer und vor allem die Nächte deutlich kälter. 
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Auch jagdlich befinden wir uns in einer Art Übergangszeit. So haben die Rehböcke zwar noch Jagdzeit, doch dürfte vielerorts der Abschuss bereits erfüllt sein, so dass wir uns hier der Abschusserfüllung des weiblichen Rehwildes zuwenden können. Hier gilt es, die noch einigermaßen langen Tage zu nutzen, um vor allem schwache Stücke vor dem hereinbrechenden Winter zu erlegen. Vielerorts konnte aber auch schon der Mond genutzt werden, um dem Schwarzwild nachzustellen. Nach dem letztjährigen Mastjahr und beinahe schneelosem Winter, konnte man von einer guten Kondition des Schwarzwild ausgehen. Dies scheint sich zu bestätigen, da hier und da kopfstarke Rotten bestätigt werden konnten. Auffällig ist aber auch, dass einige Frischlinge äußerst spät gefrischt wurden, über die Gründe lässt sich sicherlich nur spekulieren. Jahreszeitbedingt wird momentan das Schwarzwild aus den Wäldern in die reif werdenden Maisfelder gelockt. So stellt der sich ausbreitende Maisanbau und dadurch wachsende Wildschaden als große Herausforderungen für die Jägerschaft dar. Das Einzäunen der Maisflächen hält das Schwarzwild nur bedingt vom Frassangebot ab, hinzu kommt, dass hier immer größer werdende Investitionen und steigender Arbeitseinsatz bei wachsernder Anbaufläche auf die Jäger zukommt. Die Bejagung des Schwarzwildes am Mais stellt sich ebenso als schwierig dar, denn die Vielzahl an kleinflächigen Feldern dient dem Schwarzwild nur als Fressangebot jedoch nicht als Einstand. So können sie an einem Tag hier und an einem anderen Tag dort auftauchen, bzw. beschränkt sich die Aufenthaltsdauer auf die nächtlichen Stunden. Auf der anderen Seite haben wir große Maisschläge, in denen sich die Sauen auch am Tage wohl fühlen. Hier gestaltet es sich als schwirieg das Schwarzwild herauszudrücken und so sind die Gefahren einer solchen Maisjagd für Hund und Mensch aus einer Vielzahl von Gründen mit größerer Vorsicht zu genießen, als eine reguläre Waldjagd. So bleibt nur zu hoffen, dass sich der Schaden bis zur Erntezeit in Grenzen hält und das Maximum an Anbaufläche erreicht ist.

Für viele Hundeführer unter den Jägern bedeutet der Übergang von Sommer auf Herbst aber auch freudige Anspannung, nicht nur weil mit dem Herbst der Arbeitseinsatz der Jagdhunde steigt, sondern auch, weil zur Zeit die jagdlichen Prüfungen Hochsaison haben. Der Sommer konnte von vielen Gespannen zur Hundeausbildung genutzt werden, um jetzt das Erlente auf z.B. Brauchbarkeits-, Herbstzucht- oder Anlagen- und Jugendprüfungen vorzuführen. Unsere brauchbaren Jagdhunde sind Grundvoraussetzung für eine verantwotungsvolle Jagd in unseren heimischen Wäldern.