Kitzrettungsaktion mit Drohne und Wärmebildkamera

Erster Drohneneinsatz zur Kitzrettung im Hegering Angerland

 

Nachdem die KJS mit finanzieller Unterstützung der Politik zwei Drohnen erwerben konnte, hat auch der Hegering Angerland die Mitglieder angesprochen, wer bereit ist, eine Drohne zu steuern oder bei der eigentlichen Kitzrettung helfen wollte. Hegeringleiter Friedhelm Heinrichs konnte der KJS Sebastian Friedrich als Drohnenpilot melden. Als Pilot war es für ihn ein Leichtes, den erforderlichen Drohnenführerschein zu erwerben. Nach mehreren Testflügen stand einem ersten Einsatz nichts mehr im Wege.

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Kitzrettungsaktion am 8. und 11. Juni 2021

Am Montag, dem 7. Juni meldete sich telefonisch Bauer Schlüter aus Lintorf beim Hegeringleiter und fragte an, ob für den nächsten Tag der Einsatz der Drohne für zwei Wiesen in Lintorf möglich wäre. Jetzt musste der Hegeringleiter erst klären ob eine Drohne verfügbar war, ob unser Drohnenpilot die Zeit hatte und wieviel Helfer zur Verfügung stehen würden. Nachdem alles geklärt war konnte mit Bauer Schlüter der Einsatz am Dienstag, dem 8. Juni abgesprochen werden. Treffpunkt war 5:15 Uhr. Neben dem Hegeringleiter und dem Drohnenpiloten fanden sich noch Monika Koppermann und die Schwestern Amelie und Dagmar, Töchter von unserem Obmann für Naturschutz Michael Schmitz ein. Auch der Mitarbeiter von Bauer Schlüter war mit seinem Traktor und Mähwerk vor Ort.

Um 5:30 Uhr war die Drohne einsatzbereit und wurde zum ersten Flug gestartet. Meter um Meter wurde die Wiese abgesucht. Obwohl sie direkt an den Wald angrenzte, gab es kein Lebenszeichen von irgendeinem Tier. So konnte der Fahrer mit seinem Traktor anfangen zu mähen. Derweil machte sich die Mannschaft auf, die zweite Wiese nach Kitzen abzusuchen. Der Start der Drohne war etwas kompliziert, da es keine Bodenfläche gab, von wo aus es einen sicheren Start geben konnte. Ein Hochsitz war die Lösung. Geschickt brachte Sebastian die Drohne in die Luft. Auch diese Wiese grenzte direkt an den Wald. Zum allgemeinen Erstaunen gab es auf der riesigen Fläche nichts zu sehen. So konnte dem Traktorfahrer grünes Licht gegeben werden. Eine spätere Nachfrage des Hegeringleiters beim Bauern ergab, dass beide Wiesen ohne Komplikationen gemäht werden konnten.

Der zweite Einsatz erfolgte dann am Freitag, dem 11. Juni auf dem Sonnenhof in Wittlaer. Wieder traf sich die bewährte Mannschaft, außer Amelie, die an diesem Morgen eine Klausur schreiben musste, um 5:15 Uhr auf dem Hof, wo sie schon von Niklas Sonnen erwartet wurden. Um 5:30 Uhr hob die Drohne zu ihrem Erkundungsflug ab. Meter für Meter arbeitete die Drohne die Fläche ab. Zwischenzeitlich gesellte sich auch der Jagdbeständer zu uns. Plötzlich kam Bewegung in die Truppe. Die Wärmebildkamera hatte etwas erfasst. Es leuchtete rot auf. Sebastian steuerte die Drohne tiefer und schaltete auf Realbild. Das Bild zeigte einen Bock. Darauf wurde die nähere Umgebung weiter mit der Wärmebildkamera abgesucht und es wurden tatsächlich noch zwei rot leuchtende Punkte gefunden. Die Fußtruppe setzte sich daraufhin in Bewegung um zu kontrollieren, was die Kamera erfasst hatte. Es stellte sich heraus, dass die beiden Punkte Ricken gewesen waren. Daraufhin wurde die Suche nach eventuell vorhandenen Kitzen intensiviert. Doch es kamen keine roten Flecken mehr zum Vorschein. Auch diese Wiese konnte ohne Bedenken gemäht werden.

Es war bereits 7 Uhr als wir zur zweiten Wiese kamen. Eine Überprüfung ergab, dass trotz fortgeschrittener Zeit, die Wärmebildkamera einwandfrei arbeiten konnte. Da diese Wiese nicht so groß war, ging die Überprüfung zügig voran. Am äußersten Ende zeigte die Kamera wieder einen großen roten Fleck an. Man konnte dieses Mal deutlich erkennen, dass es sich um ein größeres Stück handelte, und selbst die Fläche, auf der das Stück gelegen hatte, leuchtete noch rot auf. Das Realbild bestätigte dann ein weibliches Reh. Auf dieser Wiese gab es auch kein Kitz zu retten. Die Truppe war keineswegs enttäuscht, dass es keine Kitzrettung gab. Positiv war ja, dass es sicher kein Kitzleben gekostet hatte bei der Mahd. Bei der nächsten Aktion, sollte es noch eine werden, sind die „Kitzretter“ wieder im Einsatz. Hegeringleiter Friedhelm Heinrichs hat sich bei allen Beteiligten bedankt und freut sich über das Engagement, das die Helfer bei der Aktion zeigen. Vielleicht kommt der ein oder andere im nächsten Jahr dazu. Zu wünschen wäre es.


Bock im hohen Gras


Wärmebild des Bockes