LJV-Jahresbericht 2015

  1. Klare Worte von Ralph Müller-Schallenberg auf dem Landesjägertag in Schmallenberg

 

Klare Ansage von Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg am 30. Mai 2015 auf dem Landesjägertag in Schmallenberg zum neuen Landesjagdgesetz:

 

„Der LJV setzt mit seinen Partnern den Kampf in Politik, Gesellschaft und vor Gericht so lange fort, bis sachlich-fachlich gute Ergebnisse erzielt sind.

 

Die nächsten Schritte sind:

 

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  1. Die juristische Prüfung des Gesetzes mit dem Ziel, dagegen zu klagen, läuft bereits bei einem renommierten Staats- und Verwaltungsrechtler aus Düsseldorf. Bis zum Sommer wird er vorschlagen, gegen welche Bestimmungen des neuen Jagdgesetzes am aussichtsreichsten geklagt werden kann. Ich weiß, dass auch aus der Mitte des Landtags Klageverfahren gegen das Landesjagdgesetz geprüft werden.
     
  2. Wir werden uns mit der Zukunft der Jagdabgabe intensiv zu befassen haben. Es besteht die Gefahr der Zweckentfremdung von uns zu zahlender Gebühren für sachfremde, ja sogar jagdgegnerische Zwecke. Nach Auffassung fachkundiger Juristen bestehen gegen die Jagdabgabe ohnehin weiter erhebliche rechtliche Zweifel.
     
  3. Wir erwarten von dieser Regierung nichts mehr. Wir akzeptieren die Bereitschaft der SPD, nach Kräften zu Veränderungen gegenüber Remmel und den Grünen zu kommen. Gereicht haben die sozialdemokratischen Kräfte aber nicht sehr weit. Dies ist umso bedauerlicher, als die SPD sich dem Druck der Grünen ergeben und ihre eigene, jahrzehntelange Jagdpolitik in Nordrhein-Westfalen zum Abschuss freigegeben hat.
     
  4. Eine akzeptable Jagdpolitik erwarten wir erst wieder, wenn Remmel, den Grünen und ihrer Klientel der maßgebliche und allein bestimmende Einfluss auf die Politik für Jagd und Jäger, Land und Leute entzogen wird. Wir werden alle gebotenen politischen Mittel nutzen, um unseren Kampf weiterzuführen. Dazu zählt auch das neue Instrument der Volksinitiative, damit sich der Landtag erneut mit dem Jagdgesetz befassen muss. Unser Motto gilt mehr denn je: Für Land und Leute! Schluss mit den Verboten!“

 

 

 

2. Volksinitiative für ein ideologiefreies, praxisgerechtes Jagdrecht in NRW

 

In mehreren Phasen wurden seit Oktober 2015 die LJV-Mitglieder als Sammlungsbeauftragte aufgerufen, im Kreis ihrer Bekannten, Verwandten und Kollegen Unterschriften zu sammeln, und zu diesem Zweck mit Sammelunterschriftsbögen ausgestattet.

 

Die Volksinitiative für ein ideologiefreies, praxisgerechtes Jagdrecht in NRW verlief von Anfang an äußerst erfolgreich und fand zudem die breite Unterstützung durch die Partnerverbände im Aktionsbündnis Ländlicher Raum.

 

Auch im Rahmen der Messe Jagd & Hund 2016 und anderen Großveranstaltungen konnten erfolgreich Unterschriften gesammelt werden. Die meisten Unterschriften wurden aber von engagierten Mitgliedern in unzähligen Einzelgesprächen gesammelt.

 

Die nichtjagende Öffentlichkeit direkt um Unterstützung zu bitten und  gleichzeitig über die zahlreichen Verschlechterungen für den Tier-, Natur- und Artenschutz durch das neue Landesjagdgesetz sowie die darin offenbar werdende Gängelungspolitik gegen Land und Leute zu informieren, war und ist erklärtes Ziel der Volksinitiative.

 

Bis Mitte Juni 2016 konnten rund 117 000 Unterschriften für die Volksinitiative gesammelt werden, von denen bis zu diesem Zeitpunkt über 100 000 von den Kommunen testiert wurden. Wer selbst noch nicht unterschrieben hat, kann dies bis Ende Juni 2016 nachholen! Auch auf dem Landesjägertag 2016 in Aachen werden Unterschriften gesammelt, sowohl bei den Teilnehmern des Landesjägertages als auch in Aachens Innenstadt.

 

 

 

3. Lernort-Natur-Preis 2015 ging nach Düsseldorf

 

Das Umweltbildungszentrum Heiligenhaus (UBZ) ist aus der Jugend- und Erwachsenenbildung im nördlichen Kreis Mettmann nicht mehr wegzudenken.

 

Unter dem Motto "Freizeit erleben, Natur erlernen, Umwelt schützen" bietet es Maßnahmen der Umweltbildung in Zusammenarbeit mit den Umweltverbänden sowie dem Hegering Heiligenhaus-Hösel und der Kreisjägerschaft Düsseldorf und Mettmann.

 

Die Grundidee war von Anfang an, dass unter dem Dach des UBZ alle naturnahen Vereine und Gruppierungen der Stadt zusammenarbeiten. Hier vor Ort findet ein von Ideologien unbelasteter Austausch statt – man redet miteinander statt übereinander.

 

Zu den zahlreichen Angeboten zählen:

  • Waldführungen
  • Waldentdeckercamps
  • Kreisweite Waldjugendspiele
  • Waldspieltage für Familien
  • Aktionen mit Kindern aus Tschernobyl
  • Kinderweihnachtswald am Weihnachtsmarkt
  • Ausstellungen im Waldmuseum
  • Fortbildungsveranstaltungen für die Kreisjägerschaft

 

 

 

 

4. Biotophegepreis 2015 geht an den Hegering Atteln

 

Seit dem Jahr 2004 hat der Hegering Atteln in der Kreisjägerschaft Paderborn die Patenschaft und Pflege eines bis dahin recht verwahrlosten Feuchtbiotops übernommen.

Dieses dient heute sowohl Schulen als auch interessierten Bürgern als Exkursionsziel.

 

Die natürliche Entwicklung des Feuchtbiotops Tindeln soll auch zukünftig durch Jägerhand unterstützt werden. Der Maßnahmenkatalog umfasst unter anderem:

  • Heckenpflege und Entwicklung neuer Hecken
  • Pflege von ca. 40 Kopfweiden
  • Mahd in mehrjährigen Abständen der vorhandenen Seggen- und Sumpfschachtelhalmriedbestände, der Hochstaudenfluren und einer angrenzenden Magerwiese mit Frauenmantel
  • Räumen und Pflege von Gräben ohne Gewässerfunktion im Sumpf als Amphibien- und Libellenlaichgewässer
  • Pflege eines Rohrglanzgrasbestandes
  • Anbringung von Nisthilfen
  • Beseitigung von Müll
  • Biotopkartierung

 

Der Hegering Atteln wurde von der Wildtier- und Biotopschutz-Stiftung Nordrhein-Westfalen mit dem Biotophegepreis 2015 ausgezeichnet.

 

 

5. Nächste Landeshegeschau findet im Jahr 2018 statt

 

Der Wegfall der Pflichthegeschauen ist eine der vom Landesjagdverband beanstandeten Verschlechterungen im neuen Landesjagdgesetz. Verliert die Jagd dadurch doch auch ein wesentliches Stück Transparenz innerhalb der Jägerschaft und gegenüber einer interessierten nichtjagenden Öffentlichkeit.

 

Der Landesjagdverband hat daher alle Kreisjägerschaften, Hegeringe und Hegegemeinschaften aufgerufen, Hegeschauen weiterhin durchzuführen und auch auf diese Verschlimmbesserung im neuen Landesjagdgesetz explizit gegenüber den Mitgliedern und der nichtjagenden Öffentlichkeit hinzuweisen.

 

 

7. Lernort-Natur-Schulungen / Zertifikatslehrgang Waldpädagogik in NRW

 

Auch 2015 hat der Landesjagdverband wieder kostenlose Einsteigerseminare für Lernort-Natur-Aktive angeboten, damit auch künftig genügend qualifiziertes Personal für den Betrieb der Rollenden und Stationären Waldschulen zur Verfügung steht.

 

Für fortgeschrittene Lernort-Natur-Aktive veranstaltete der DJV im Rahmen der DJV-Bildungsinitiative zahlreiche Schulungen (siehe www.jagdnetz.de).

 

Der Landesbetrieb Wald und Holz bot auch im Berichtsjahr gemeinsam mit der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) den Lehrgang „Waldpädagogik“ an, der auch erfahrenen Naturpädagogen aus der Jägerschaft offensteht. Weitere Infos zu diesem Lehrgang finden sich auf den Internetseiten des Landesbetriebes unter www.wald-und-holz.nrw.de erfolgen.

 

Lernort-Natur-Aktiven, die sich für diesen Lehrgang anmelden, finanziert der Landesjagdverband die Lehrgangskosten, sofern die zuständige Kreisjägerschaft die Seminarteilnahme befürwortet.

 

 

8. Schnelle Infos per E-Mail

 

Zusätzlich zu RWJ, Internet und Facebook informieren immer mehr Kreisjägerschaften und Hegeringe sowie der LJV ihre Mitglieder bzw. besonders interessierte Kreise auch direkt per E-Mail. Die Informationen fließen so schneller und Portokosten können reduziert werden. Alle LJV-Mitglieder sind daher ständig aufgerufen, falls vorhanden und sofern noch nicht geschehen, ihre aktuellen E-Mail-Adressen den zuständigen Kreisjägerschaften zur Ergänzung der Adressdaten mitzuteilen.

 

Auch mit Blick auf die aktuelle jagdpolitische Situation bittet der Landesjagdverband NRW seine Hegeringe und Kreisjägerschaften, möglichst viele E-Mail-Adressen der Mitglieder zu sammeln und direkt in das Mitgliederverwaltungsprogramm SPG-Verein einzutragen.

 

Auf diese Weise wird unser Verband in die Lage versetzt, per E-Mail schnell, persönlich und unmittelbar seine Mitglieder anschreiben zu können, wenn es die Situation erfordern sollte.

 

 

9. Junge Jäger

 

Mittlerweile sind in fast allen Kreisjägerschaften Beauftragte für Junge Jäger etabliert und leisten hervorragende Arbeit. Sie präsentieren sich regelmäßig auf der Messe Jagd & Hund sowie auf dem Landesjägertag. Im Jahr 2016 findet auch das Internationale Treffen der Jungen Jäger in NRW statt.

 

 

10. Breitenarbeit im jagdlichen Schießen

 

Zunehmenden  Zuspruchs hat sich der Anfang Oktober zum zweiten Mal ausgerichtete den NRW-Cup erfreut. Dabei wurden dieses Mal 80 unterschiedliche Wurfscheiben im Kompaktparcours beschossen, der laufende Keiler sowie Hase und Murmel auf 100 Metern. Mit diesen Herausforderungen außerhalb der klassischen Wettkampfdisziplinen soll die Schießveranstaltung insbesondere Impulse für die Breitenarbeit geben. 

 

Auch das bereits etablierte Juniorencupschießen des LJV wurde in diesem Sinne wieder veranstaltet. Hierbei messen sich junge Schützen aus ganz NRW in jagdlichen Schießdisziplinen außerhalb des DJV-Wettkampfprogramms und knüpfen dabei Kontakte untereinander und mit dem jagdlichen Schießen.

 

Darüber hinaus wird die Jugendarbeit im jagdlichen Schießen durch eine Tombola auf der Landesmeisterschaft regelmäßig gefördert, die auch in 2015 dank vieler Unterstützer erfolgreich durchgeführt werden konnte.

 

Die Förderung der Breitenarbeit im jagdlichen Schießen bleibt Daueraufgabe für die Vorstände aller Ebenen. Auch das Angebot der Unterstützung durch die LJV-Schießobleute bei dezentral organisierten Vorhaben besteht nach wie vor fort.

 

Vor eine große Herausforderung wurden die Schießstände in NRW durch die Einführung des Schießsachweises unmittelbar mit Inkrafttreten der Jagdrechtsnovelle gestellt. Dies hatte zur Folge, dass im Herbst 2015,  kurz vor Beginn der Drückjagdsaison, innerhalb kürzester Zeit die zu erwartende Nachfrage an Schießterminen aufkam. Die Gültigkeit des Schießnachweises nach § 17a LJG NRW läuft immer ein Jahr. Das heißt, die Gültigkeit der im Herbst 2015 abgelegten Schießnachweise erlischt spätestens im Herbst 2016. Um hier nicht wieder dieselbe Nachfragefülle zu erleben, ist es hilfreich, die Schießnachweise bereits im Frühjahr und Sommer 2016 durch den notwendigen Schießstandbesuch zu verlängern. Wenn möglich empfiehlt es sich daher, das Ablegen des Schießnachweises in die dann anstehenden Hegering- und KJS-Schießen zu integrieren.

 

Ein Verzeichnis der dem LJV bekannten jagdlichen Schießstände wird regelmäßig im LJV-Faltblatt „Service“ und auf der Homepage des LJV NRW veröffentlicht.

 

 

11. Wettkampfschießen

 

An den Schießwettkämpfen des LJV auf Bezirks- und Landesebene haben im Jahr 2015 insgesamt rund 1.800 Langwaffen- und rund 460 Kurzwaffen-Schützen/innen mit guten Erfolgen teilgenommen. Damit ist die Teilnehmerzahl der Langwaffenschützen stabil geblieben. Bei den Kurzwaffenschützen ist ein Rückgang zu verspüren.

 

Auf der DJV-Bundesmeisterschaft in Freiburg nahmen aus NRW rund 100 Schützen teil. Insgesamt 16 Mal war NRW auf den ersten drei Plätzen vertreten. Am „Nordwestdeutschen jagdlichen Vergleichsschießen“ nahmen Jagdschützen des LJV NRW Ende August sehr erfolgreich teil. Hier konnte mit Alexander Sprick ein NRW-Schütze einen neuen Rekord aufstellen.  Er blieb nur einen Punkt hinter der maximal möglichen Gesamtpunktzahl zurück. 

Alle Schießergebnisse wurden kurzfristig im Internet veröffentlicht, ergänzend wurde im RWJ und unter www.ljv-nrw berichtet.

 

 

12. Ertüchtigung jagdlich genutzter Schießstände

 

Mit dem Ziel des langfristigen Erhalts dieser Schießstände in NRW, hat der Landesjagdverband NRW zusammen mit den zuständigen Stellen des damaligen NRW‐Ministeriums für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) ein Projekt zur Ertüchtigung jagdlich genutzter Schießstätten in NRW auf den Weg gebracht. Im Rahmen dieses Projektes wurden die derzeit in NRW für Übungs‐ und Prüfungsschießen geeigneten Schießstände durch eine LJV‐Erhebung auf ihren Ertüchtigungsbedarf hinsichtlich genehmigungs-, sicherheits- und umweltrechtlicher Belange überprüft. In diesem Zusammenhang wurde eine Bestands- und Potentialanalyse angefertigt und fortgeschrieben, die dem strukturierten Vorgehen in diesem Projekt dient. Um die flächendeckende Ausstattung NRW’s mit jungjägerprüfungsfähigen Schießständen langfristig zu sichern, wurden auch in 2015 diverse Schießstandbetreiber bei der Ertüchtigung ihrer Schießstände durch die LJV-Schießstandkommission begleitet.

 

In diesem Rahmen konnte auch 2015 das zusammen mit dem NRW-Umweltministerium angestoßene und betreute Projekt zur landesweiten Erhebung möglicher Bodenbelastungen auf jagdlich genutzten Schießständen, hinsichtlich der dort in den letzten Jahren durchgeführten orientierenden Untersuchungen, abgeschlossen werden. Auftraggeber des Projektes war der Kreis Wesel, der stellvertretend für alle Kreise und kreisfreien Städte die Betreuung des Projekts übernommen hatte. Der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung NRW (AAV) war aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung mit Altlastenfällen bei dem Projekt beratend und moderierend tätig. Finanziell gefördert wurde diese Untersuchung durch das Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Bezirksregierung Düsseldorf und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW wurden in das Projekt eingebunden. Ziel des LJV NRW war dabei, innerhalb des Projektes Schießstandertüchtigung im Konsens mit den zuständigen Behörden und dem zuständigen Ministerium und im Interesse der Schießstandbetreiber langfristig einen rechtskonformen Betrieb der Schießstände aus bodenschutzrechtlicher Sicht sicherzustellen. In diesem Zusammenhang wurden die ersten beiden von insgesamt drei Projektstufen 2013 abgeschlossen und durch das beauftragte Gutachterbüro ein Abschlussbericht hierzu erstellt.

 

Für einige Schießstände konnte daraufhin bereits weiterer Handlungsbedarf ausgeschlossen werden.  Für die Schießstände, bei denen noch vertiefende Untersuchungen zur Beurteilung der Situation notwendig waren, wurden diese im Laufe des Jahres 2014 im Rahmen der dritten Projektstufe durchgeführt. Der Abschluss dieser Projektstufe erfolgte nun im Jahre 2015 mit der gutachterlichen Auswertung der für jeden Schießstand individuell durchgeführten orientierenden Untersuchung. Die Gutachten wurden Ende 2015 den zuständigen unteren Bodenschutzbehörden zur Verfügung gestellt. Im Oktober hatte es zuvor ein gemeinsames Abschlussgespräch mit allen Projektpartnern und unteren Bodenschutzbehörden zu dem Projekt gegeben. Dabei wurde insbesondere durch den LJV das seinerseits geplante weitere Vorgehen vorgestellt.

 

Danach wird mit jedem betroffenen Schießstandbetreiber ein Gespräch zusammen mit dem LJV und dem Gutachterbüro geführt, um die Inhalte der Gutachten zu besprechen und ggf. weitere Handlungsnotwendigkeiten abzustimmen. Daraus wird ein Umsetzungskonzept zu erarbeiten sein, das Betreiber und LJV gemeinsam mit der zuständigen Behörde besprechen und weiter abstimmen werden. Die ersten Gespräche wurden bereits im Januar geführt. Weitere werden in den nächsten Monaten und im Laufe des Jahres 2016 folgen. Insofern unterstützt und begleitet der LJV die Schießstandbetreiber auch im Rahmen der anstehenden Behördengespräche. Grundsätzliches Ziel ist dabei der Erhalt aller Wurfscheibenstände.

 

 

 

13. Waffenrecht

 

Über die für Jäger wichtigsten Bestimmungen des Waffengesetzes wird regelmäßig u. a. im RWJ berichtet, der vollständige Text kann z. B. im Internet unter www.fwr.de eingesehen werden. Dort steht auch der Text der Allgemeinen Verordnung zum Waffengesetz und zur Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Waffengesetz zur Verfügung.

 

Zahlreiche Mitglieder-Anfragen verdeutlichen regelmäßig einen unverändert hohen Informationsbedarf in waffenrechtlichen Angelegenheiten, dabei waren auch im vergangenen Jahr folgende Schwerpunkte erkennbar:

 

  • Aufbewahrung von Waffen und Munition
  • Führen und Transportieren von Waffen (auch in Kraftfahrzeugen)
  • Jagdschein als Bedürfnisnachweis für Waffen- und Munitionsbesitz
  • Befähigung zur Schießstandaufsicht

 

Zur Klärung von Fragen im Zusammenhang mit dem Waffengesetz stehen auch die Mitarbeiter der LJV-Geschäftsstelle zur Verfügung.

 

 

14. Vorschläge zur Änderung der EU-Feuerwaffenrichtlinie

 

Vorschläge zur Verschärfung des Waffenrechts auf EU-Ebene sind Folge der furchtbaren Terroranschläge in Paris. Bei allem Bedauern dieser Tragödie ist die als Reaktion darauf geplante Verschärfung des Waffenrechts nicht geeignet, um weitern Terror zu verhindern sondern bedeutet lediglich weitere Beschränkungen der legalen Waffenbesitzer. Für die Jägerschaft in Deutschland wird der Protest gegen diese Maßnahmen zentral über den Deutschen Jagdverband (DJV) geführt. Der DJV agiert dabei in enger Abstimmung u. a. mit dem Forum Waffenrecht aber auch mit der FACE, die auf europäischer Ebene die Belange der Jägerschaft vertritt. Dabei besteht intensiver Kontakt zur EU-Kommission, zum Bundesinnenministerium, zu einzelnen EU-Parlamentariern (insbesondere aus Deutschland) und zu dem Bundesinnenminister sowie den Landesinnenministern. Hier haben an allen Stellen zahlreiche intensive Gespräche und Kontakte stattgefunden, um die Standpunkte der legalen Waffenbesitzer darzulegen und insbesondere die Notwendigkeit der Verschärfung des Vorgehens gegen illegalen Waffenbesitz aufzuzeigen.

Von daher werden auch weitere Aktionen in Abhängigkeit der Ergebnisse dieser Gespräche für die Jagdverbände zentral durch den DJV gesteuert.

 

 

15. Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden

 

Der LJV hat sich auch in 2015 in enger Zusammenarbeit  mit der JKV NRW und in dauerhafter Abstimmung mit dem JGHV intensiv für den Erhalt der bewährten Ausbildungsmethoden von Jagdgebrauchshunden eingesetzt. Mit Inkrafttreten der Jagdrechtsnovelle wurden die Richtlinien zur Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden in NRW an die entsprechenden jagdrechtlichen Änderungen angepasst. Diese Richtlinien sind zwischenzeitlich vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MKULNV) als Nachweis der Brauchbarkeit von Jagdhunden im Sinne des § 30 LJG NRW anerkannt.

 

Das Landesjagdgesetz NRW fordert weiterhin zwingend die Verwendung brauchbarer Jagdhunde bei bestimmten Jagdarten. Es obliegt den Kreisgruppen des Landesjagdverbandes, gemeinsam mit den Mitgliedsvereinen des JGHV die Brauchbarkeitsprüfungen durchzuführen. Durch diese werden die Brauchbarkeitsprüfungen flächendeckend angeboten. Anfragen aus den KJS oder HR sowie aus den JGHV-Mitgliedsvereinen bezüglich der Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden im Bereich der BPO NRW 2015 wurden durch die Landesobleute und die LJV-Geschäftsführung unmittelbar beantwortet. Der Nachweis einer solchen Prüfung kann auch für die Jagdhaftpflichtversicherung und die Wahrnehmung von Befugnissen nach dem Landeshundegesetz von Bedeutung sein.

 

 

16. Schweißhundstationen und Anschußseminare

 

Für erschwerte Nachsuchen stehen in NRW auch weiterhin flächendeckend von den Unteren Jagdbehörde anerkannten Schweißhundstationen zur Verfügung. Ihre Anschriften werden regelmäßig im RWJ veröffentlicht, sie können auch auf der LJV-Internet-Seite abgerufen werden. Die Führer von Hunden dieser Stationen sind berechtigt, auch dann die Nachsuche fortzusetzen, wenn die Jagdausübungsberechtigten benachbarter Reviere nicht sofort erreicht werden können. Sie weisen sich ggf. durch einen „Nachsuchen-Pass“ aus.

 

Auf diese Weise wird auch die Forderung umgesetzt, nach Krankschüssen und Unfällen nur mit dem bestmöglichen Gespann nachzusuchen. Untaugliche Versuche von nicht genügend qualifizierten Nachsuchen-Gespannen müssen strikt abgelehnt werden. Sie können auch einen Verstoß gegen jagd- und tierschutzrechtliche Bestimmungen darstellen. Der LJV unterstützt die Arbeit der anerkannten Schweißhundstationen zusätzlich durch die jährliche Veranstaltung von Fortbildungsseminaren.

 

Die meisten Schweißhundstationen stehen der Jägerschaft auch für die Durchführung von Anschuss-Seminaren zur Verfügung. Dabei soll das richtige Verhalten vor, während und nach der Schussabgabe auf Schalenwild erläutert werden. Der LJV begrüßt die vermehrte Durchführung dieser Seminare. Er unterstützt die Organisation auf Hegering- und Kreisebene regelmäßig durch die Veröffentlichung einer Referentenliste im RWJ und im Internet. Gleichzeitig steht ein Informationsblatt der anerkannten Schweißhundstationen auf der Internetseite des LJV NRW als PDF zur Verfügung.

 

 

17. Einsatz von Elektroreizgeräten

 

Das seit dem 23.02.2006 geltende Verbot des Einsatzes von Elektroreizgeräten durch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig besteht fort. Es gilt unverändert die dringende Empfehlung des LJV an alle Hundeführer/innen, jedwede Anwendung von Elektroreizgeräten zu unterlassen, um nicht in Konflikt mit dem Tierschutzgesetz zu geraten. In diesem Zusammenhang muss die andauernde Produktwerbung verschiedener Anbieter für derartige Geräte ohne irgendeinen Hinweis auf das bestehende Einsatzverbot mit Befremden zur Kenntnis genommen werden.

 

 

18. Freilaufende Hunde im Revier

 

Freilaufende Hunde im Revier bewirken häufig Störungen und Gefahren für wildlebende Tiere, sie bedeuten auch Konfliktpotential bei der Begegnung zwischen Hundehalter/innen und Jäger/innen.

 

Vor diesem Hintergrund haben sich Lehrgänge für die Ausbildung von Familien- und Begleithunden durch kompetente Jäger/innen als besonders wirksamer Ansatz erwiesen, bei der nichtjagenden Bevölkerung Verständnis für jagdliche Belange zur wecken. Diese werden in Zuständigkeit der Kreisjägerschaften und Hegeringe regelmäßig durchgeführt.

 

In diesem Zusammenhang sei auch auf das LJV-Faltblatt „Mit dem Hund durch die Natur“ hingewiesen. Dieses Faltblatt kann im LJV-Shop erworben bzw. als Text in PDF-Form im internen Bereich der LJV-Homepage heruntergeladen werden.

 

 

19. Bundeswettbewerb im Jagdhornblasen

 

Mitte Juni 2015 fand dieser Wettbewerb im hessischen Kranichstein statt. Erstmals wurde zeitgleich auch der Es-Horn-Wettbewerb des DJV ausgerichtet. NRW wurde bei diesem Bläserfest durch 18 Korps vertreten, die auf eine stolze Bilanz der Wettkampftage zurückblicken können.

Insgesamt 63 Bläsergruppen aus dem Bundesgebiet nahmen mit rund 1.000 Bläserinnen und Bläsern teil. Die NRW-Corps standen dabei fünf Mal auf dem Siegerpodest.

In der Wertungsklasse G gewann die Bläsergruppe des Hegerings Harsewinkel. Die Gruppe der KJS Krefeld belegte den dritten Platz. In der Wertungsklasse A standen die Gruppen des Hegerings Milte-Einen und des Hegerings Ahlen auf den Plätzen zwei und drei.

Die Gruppe des Hegerings Harsewinkel belegte zudem auch den zweiten Platz des Es-Horn-Wettbewerbs.

 

 

20. Seminar für Jagdhornbläser

 

Erstmals wurde auf vielfachen Wunsch Anfang September 2015 ein Seminar für Es-Horn-Bläser durchgeführt. In diesem Seminar wurden die Grundlagen des Es-Hornblasens vermittelt und diskutiert. Außerdem konnten gemeinsam Vortragsstücke erarbeitet und allgemeine Fragen rund um das Es-Horn-Blasen diskutiert werden. Als Referent stand Oliver Kersken, ein bekannter Naturhornsolist zur Verfügung, der einen für alle Teilnehmer interessanten und kurzweiligen Tag gestaltete. Ein kleines, von allen Teilnehmern gemeinsam vorgetragenes Jagdkonzert rundete die Veranstaltung ab.

 

 

 

21. Jagdliches Brauchtum

 

Über zeitgemäße Formen des jagdlichen Brauchtums haben DJV und LJV durch Veröffentlichungen und Vorträge regelmäßig informiert. Die Thematik wird ebenso mit den Obleuten für jagdliches Brauchtum der KJS immer wieder erörtert. Diese stehen gemeinsam mit den Landesobleuten und der LJV-Geschäftsführung zur Klärung einschlägiger Fragen gern zur Verfügung.

 

 

22. Sprecherinnen für jagende Damen

 

In 38 KJS des LJV wurden mittlerweile Sprecherinnen in den Vorstand berufen, um sich gezielt um die Belange und Wünsche der jagenden Damen zu kümmern. Zu den überregionalen Aktivitäten dieser Gruppe zählen z. B. Schießveranstaltungen, Fortbildungsseminare und gemeinsame Jagden mit dem Ziel des Gedankenaustauschs und der Kontaktpflege untereinander sowie auch mit jagenden Damen in anderen Landesjagdverbänden.

 

 

23. Gebietskulisse für die Ausübung der Baujagd auf den Fuchs im Kunstbau

 

Per Dienstlicher Mitteilung vom 08. Dezember 2015 wurde den Unteren Jagdbehörden von der Obersten Jagdbehörde die Gebietskulisse bekannt gegeben, innerhalb derer auf Grundlage des § 19 Absatz 3 des Landesjagdgesetzes Nordrhein-Westfalen zunächst befristet auf zwei Jahre (Jagdjahr 2015/2016 und 2016/2017) Ausnahmen vom Verbot der Baujagd auf Füchse im Kunstbau erlaubt werden können.

Der Fortbestand der Baujagd war eine wesentliche Forderung des Landesjagdverbandes NRW im Rahmen der Diskussionen zur Novellierung des Landesjagdgesetzes.

Die unteren Jagdbehörden werden in der Dienstlichen Mitteilung gebeten, die Baujagd auf den Fuchs im Kunstbau entsprechend der kartografischen Darstellung in ihrem Zuständigkeitsbereich von Amts wegen für zwei Jahre (Jagdjahr 2015/2016 und 2016/2017) zu erlauben.

Umgehend informierte der Landesjagdverband die Kreisjägerschaften darüber und rief sie auf, zu prüfen, ob ihre Kreisjägerschaft ganz oder teilweise Bestandteil der Gebietskulisse ist und sich danach umgehend an ihre Untere Jagdbehörde zu wenden, damit diese auch die erforderliche Allgemeinverfügung schnellst möglich erlässt. Da das Ende des laufenden Jagdjahres 2015/2016 absehbar ist und die formelle Veröffentlichung der Erlaubnis noch Zeit beansprucht, ist diese Eile dringend geboten.

Die Baujagd soll lediglich in der Jagdzeit der Altfüchse (16. Juli bis 28. Februar) erlaubt werden.

Die Gebietskulisse soll 2017 fortgeschrieben werden.

Reviere, die nicht in die Gebietskulisse aufgenommen wurden, haben die Möglichkeit nach § 19 Absatz 2 des Landesjagdgesetzes Nordrhein-Westfalen einen Einzelantrag bei ihrer zuständigen Unteren Jagdbehörde zur Ausübung der Baujagd auf den Fuchs im Kunstbau zu stellen.

 

 

 

24. Brucellose: NRW weitete seine Untersuchungen von Wildschweinen aus

 

Seit Ende 2015 untersucht NRW Wildschweine auf Brucellose. Die Brucellose ist eine Infektionskrankheit, die bei Schweinen vom Stäbchenbakterium Brucella suis hervorgerufen wird.

 

Das Vorkommen der Brucellose in Wildschweinpopulationen anderer Bundesländer ist bereits bekannt. Ob die Brucellose auch in nordrhein-westfälischen Wildschweinbeständen verbreitet ist und damit eine Gefahr für Hausschweinbestände darstellen könnte, soll durch diese Untersuchungen geklärt werden. Bei Hausschweinen ist die Erkrankung anzeigepflichtig.

 

Dazu werden Blutproben von Wildschweinen aus NRW von Jägerinnen und Jägern entnommen und über die örtlich zuständigen Veterinärämter an die CVUA (Chemische und Veterinär-Untersuchungsämter) zur Analyse weitergeleitet.

 

Hintergrund:

Brucellose kann auch bei anderen Tierarten wie Rindern und Schafen auftreten. Ferner kann sie auch auf Menschen übertragen werden, das geschieht dann meist durch Tierprodukte. In Deutschland gibt es nur vereinzelt Erkrankungen beim Menschen, da die Nutztierbestände frei von dieser Erkrankung sind, was regelmäßig kontrolliert wird. Tritt diese Erkrankung beim Menschen auf, steht die Infektion in den meisten Fällen in Zusammenhang mit Urlaubsreisen, da die Infektion im jeweiligen Reiseland erfolgte.

 

Wildschweine können eine Infektionsquelle für unterschiedliche übertragbare Tierkrankheiten sein – nicht nur Brucellose. Insbesondere bei hohen Wildschweinbeständen und entsprechenden Kontaktmöglichkeiten zu Tierhaltungen besteht die Gefahr, auch Hausschweinbestände zu infizieren, was in der Folge zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führen kann. In NRW werden daher seit langem regelmäßig Untersuchungen bei Wildschweinen auf das Vorliegen der Klassischen Schweinepest durchgeführt. Seit 2014 erfolgt dieses Monitoring auch für die Afrikanische Schweinepest und seit 2015 für die Aujeszkysche Krankheit. Ziel ist es, frühzeitig eine Verbreitung dieser anzeigepflichtigen Tierkrankheiten in der Wildschweinpopulation zu erkennen, um im Zweifel entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Hausschweinbestände einleiten zu können.

 

 

 

25. Naturschutz, Schafzucht, Landwirtschaft, Jagd und Land NRW erstellen gemeinsam Leitfaden zum Umgang mit Wölfen

 

Nordrhein-Westfalen bereitet sich auf eine dauerhafte Rückkehr der Wölfe vor: Nach zwei Wolfs-Nachweisen in NRW innerhalb eines Monats hat die Arbeitsgruppe „Wolf in NRW“ aus Naturschutz, Schafzucht, Landwirtschaft, Jagd, Behörden unter Leitung des LANUV am 13. Februar 2015 in Recklinghausen weitere Schritte für den Umgang mit der geschützten Tierart beschlossen. „Denn ab jetzt ist damit zu rechnen, dass sich zumindest einzelne Wölfe über einen längeren Zeitraum in NRW wieder aufhalten könnten“, sagte Dr. Thomas Delschen, Präsident des LANUV NRW.

 

Ende Januar 2015 hatte das nordrhein-westfälische Umweltministerium bestätigt, dass es in NRW einen zweiten Nachweis eines Wolfes gab. Im Kreis Siegen-Wittgenstein wurde am 22. Januar 2015 durch eine Wildkamera in einem Waldgebiet ein Wolf festgestellt. Im Kreis Minden-Lübbecke wurde durch Untersuchungen von DNA-Spuren der Wolf-Nachweis Mitte Januar 2015 durch ein Labor bestätigt. Das Land rechnet mit weiteren Wolfsnachweisen und nach mehr als 180 Jahren mit der dauerhaften Rückkehr der Wölfe nach NRW. „NRW ist Wolfserwartungsland“, sagte Dr. Matthias Kaiser, Leiter der Arbeitsgruppe „Wolf in NRW“ im LANUV NRW. „Das Wolfsmonitoring des Landes bewährt sich. Nordrhein-Westfalen hat Raum für wilde Tiere. Das ist ein gutes Signal für ein Mehr an Biodiversität. Auf der anderen Seite stellt die Rückkehr dieses Wildtieres aber auch für eine dicht besiedelte Region wie NRW eine Herausforderung dar. Denn wir müssen nach mehr als anderthalb Jahrhunderten wieder lernen, mit dem Wolf zu leben.“

 

In den letzten 180 Jahren gab es drei bestätigte Nachweise einzelner Wölfe in NRW: im November 2009 sowie im Dezember 2014 und Januar 2015. Durch weitere Wolf-Beobachtungen, etwa durch Wildkameras, soll nun geklärt werden, ob es sich bei den beiden letzten Tieren um eine dauerhafte Rückkehr oder nur um durchziehende Tiere handelt. „NRW ist derzeit in der Wolf-Stufe 1, das heißt, in der Phase, in der sporadisch einzelne Wölfe in unserem Gebiet auftauchen und dann wieder verschwinden“, erläuterte Kaiser. Auf dieser Stufe 1 hat sich das Land auch durch den Arbeitskreis „Wolf“ seit 2010 vorbereitet und die notwendigen Maßnahmen ergriffen. „Nun bereiten wir uns auf die Stufe 2 vor, in der Einzeltiere, Paare oder auch ein Familienverband dauerhaft über einen längeren Zeitraum in NRW bleibt“, erläuterte Kaiser weiter. Denn aufgrund einer dauerhaften Ansiedlung von fünf Familienverbänden und zwei Paaren im Nachbarland Niedersachsen ist in den nächsten Jahren auch in Nordrhein-Westfalen mit einer ersten dauerhaften Besiedlung durch den Wolf zu rechnen.

 

Bisher ergriffene Maßnahmen in der Wolf-Stufe 1:

  • Sicherstellung der finanziellen Entschädigung durch das NRW-Umweltministerium im Falle Wolfs-verursachter Haustierverluste;
  • Beschaffung mobiler Herdenschutzzäune durch das Land;
  • Aufbau eines landesweiten Wolfsmonitorings nach internationalen wissenschaftlichen Standards durch die Fachbereiche Artenschutz und Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung im LANUV;
  • Aufbau eines landesweiten Systems von ehrenamtlichen Luchs- und Wolfsberatern, die Hinweise auf freilebende Wölfe dokumentieren;
  • Schulung der Luchs- und Wolfsberater durch das LANUV (Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung in Kooperation mit der Natur- und Umweltschutzakademie NRW);
  • Aufbau und Moderation einer landesweiten Arbeitsgruppe der mit dem Wolf befassten Verbände und Behörden durch das LANUV NRW;
  • Zwei landesweite Tagungen in Zusammenarbeit mit Schafzuchtverband NRW durch das Land NRW;
  • Faltblatt, Internetseite und eine Wanderausstellung durch den Landesbetrieb Wald und Holz.

 

Vor diesem Hintergrund beschloss die Arbeitsgruppe „Wolf in NRW“, die am 13. Februar 2015 unter Leitung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in der Natur und Umweltschutzakademie NRW (NUA) in Recklinghausen zusammen kam, alle bisherigen Erfahrungen und bereits ergriffenen Maßnahmen zum Thema Wolf in NRW in einem Leitfaden zusammenzufassen und weitergehende  Regelungen für den Fall erster in NRW angesiedelter Wölfe zu entwickeln.

 

Die Arbeitsgruppe „Wolf in NRW“ wurde bereits 2010 gegründet. Sie versteht sich als Kommunikationsinstrument aller am Thema Wolf interessierten Verbände und Behörden. Mitglieder der AG sind Naturschutz, Schafzucht, Landwirtschaft, Jagd, das Land NRW sowie die wissenschaftlich arbeitende „AG Säugetiere NRW“. Die AG tagt anlassbezogen unter Leitung des LANUV. Die Gründung und Moderation der AG „Wolf in NRW“ durch das LANUV im Jahre 2010 ist Teil der fachlichen Vorbereitung des Landes NRW auf die mögliche Rückkehr des europäischen Wolfes nach NRW und hat die Aufgabe, den Umgang mit dem Wolf in NRW unter Wahrung aller EU-, bundes- und landesweiten Rechtsvorschriften einvernehmlich unter allen Beteiligten zu regeln.

 

 

26. Zwischenstand der Untersuchungen zum Fasanen-Rückgang in Nordwestdeutschland

 

Verdacht: geschwächte Küken und ein Virus

 

Das Institut für Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover untersucht in Niedersachsen, NRW und Schleswig-Holstein seit 2013 mit der NRW-Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung Krankheiten bei Fasan und Rebhuhn, um den starken Rückgang der letzten Jahre zu ergründen.

 

Durch die nahe Verwandtschaft zum Haushuhn spielen ähnliche Krankheitserreger eine Rolle. Welche in der Wildbahn tatsächlich vorkommen und beim Wildfasan zur Erkrankung führen, ist bislang weitgehend ungeklärt. Eine mögliche Übertragung von Erregern aus der Geflügelhaltung über den Luftweg oder Kot muss in Betracht gezogen werden. Nach Abklärung des krankmachenden Potentials (Pathogenität) der Erreger kann eine Einschätzung des Einflusses auf den Rückgang der Fasanenpopulation erfolgen. Anhand von vier Probenkollektiven (Jagdstrecke, Fallwild, Eier, Küken) werden unterschiedliche Untersuchungen durchgeführt.

 

Jagdstrecken im Herbst 2014

In Blut- und Organproben wird untersucht, welche Krankheitserreger in welchem Umfang vorliegen und wie die Verbreitung im Land ist.

Von den Jagdstrecken 2014 aus Niedersachsen wurden 98, aus NRW 60 und aus Schleswig-Holstein acht Proben auf Antikörper gegen verschiedene Viren (Vogelgrippe, weitere Atemwegserkrankungen, infektiöse-Bursitis u.a.) untersucht, um aufzuzeigen, mit welchen Erregern sich die Population auseinandersetzt und wie sich die Verbreitung im Vergleich zu vergangenen Untersuchungsjahren zeigt. Ob die Erreger die Tiere tatsächlich erkranken lassen, lässt sich daraus zunächst noch nicht beurteilen, dazu wäre eine Anzucht der Erreger mit Bestimmung der Pathogenität nötig.

Die Untersuchungsergebnisse der Proben aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein liegen bereits vor, die Proben aus NRW sind aktuell in der Bearbeitung.

2014 wurden erneut bei einem Großteil der Tiere Antikörper gegen das infektiöse Bronchitis-Virus nachgewiesen. Im Vergleich zum vergangenen Jagdjahr blieb dieser Prozentsatz in Niedersachsen auf gleicher Höhe. In Schleswig-Holstein ist aufgrund der geringen Probenzahl keine belastbare Aussage über die Verbreitung des Erregers möglich

Das infektiöse Bronchitis-Virus ist ein Erreger von Atemwegserkrankungen, der aber auch Einfluss auf Reproduktion und Entwicklung der Küken haben kann. So führt es beim Nutzgeflügel zu erhöhter Kükensterblichkeit. Der Erreger tritt typischerweise bei geschwächten Tieren auf. Man muss den Erreger aber zunächst anzüchten, um seine Pathogenität für Fasane und den Einfluss auf deren Population beurteilen zu können. Die Probennahme zur Virusisolation ist bereits angelaufen.

Antikörper gegen verschiedene Subtypen der Vogelgrippe  wurden 2014 in keinem Fall nachgewiesen, ebenso wie bei der Pseudovogelpest (Newcastle Disease).

2011/12 wurden bei knapp einem Sechstel der getesteten Tiere Antikörper gegen das aviäre Enzephalomyelitis-Virus nachgewiesen, 2013 traten diese Antikörper nur noch bei drei und 2014 bei sieben Tieren auf, sodass sich dieser Erreger wohl nicht weiter verbreitet.

Aviäre Enzephalomyelitis ist eine ansteckende Gehirn-Rückenmarks-Erkrankung, die nur bei Jungtieren zwischen der 2. Und 5. Lebenswoche auftritt. Ohne von der Mutter übertragene Antikörper kommt es zu klinischen Symptomen mit meist tödlichem Verlauf. Erwachsene, antikörperfreie Tiere zeigen einen Leistungsrückgang und schlechtere Brut- und Schlupfergebnisse.

Antikörper gegen infektiöse Bursitis-Viren wurden bei der Hälfte der untersuchten Proben aus Niedersachsen nachgewiesen. Im Vorjahr waren nur etwa 10 Prozent der Proben positiv. Der Erreger scheint sich auszubreiten. Eine Aussage zur Auswirkung auf die Fasanenpopulation ist noch nicht möglich, auch dafür muss eine Abklärung der Pathogenität über eine Virusisolation erfolgen. Die Probennahme wurde bereits begonnen.

Infektiöse Bursitis (Gumboro) ist eine Erkrankung der Zellen des Immunsystems vor allem bei Jungtieren. Bei Infektion vor der 3. Lebenswoche kommt es durch Entwicklungsstörungen zur Immununterdrückung. Die Tiere bleiben erhöht anfällig gegenüber anderen Infektionen. Eine Infektion zwischen der 3. und 12. Lebenswoche führt zur klinischen Erkrankung, bei der bis zu 100 Prozent der Küken sterben. Auch genesende Tiere bleiben entwicklungsgestört.

Bei Wildfasanen wurde diese Erkrankung bislang nicht untersucht. Durch die enge Verwandtschaft  zum Nutzgeflügel ist aber davon auszugehen, dass sich ein ähnliches Bild zeigt.

 

Fallwild 2014

Eingeschicktes Fallwild wurde auf Parasiten und Viren untersucht, um die Todesursache herauszufinden und Erkrankungsmuster zu erkennen, die Hinweise auf ein seuchenhaftes Geschehen geben.

2014 wurden 76 Stücke Fallwild aus den drei Bundesländern untersucht. Die Tiere befanden sich überwiegend in gutem bis sehr gutem Ernährungszustand, 13 waren in einem mäßigen Zustand, 10 schlecht ernährt bis abgemagert.

Todesursache war meist ein Trauma, das zum Herz-Kreislauf-Versagen führte. Da Tiere vorrangig in Straßennähe gefunden wurden, kann man von Anflugtraumata ausgehen (Verkehrsunfälle).

Bei sieben Tieren lagen infektiöse Einzelerkrankungen vor, ein Tier war stark abgemagert und geschwächt und wurde vor Ort getötet.

Bei einer diagnostizierten Peritonitis gelangt Eidotter in die Bauchhöhle, etwa durch einen perforierten Legedarm oder nach einer Eileiterentzündung. Eidotter ist ein hervorragender Nährboden für Bakterien, sodass es schnell zur bakteriellen Besiedlung und einer Körperhöhlenfellentzündung kommt. In einem anderen Fall  führte eine hochgradige Blinddarmentzündung zum Tod. Bei drei Tieren wurde Mykobakteriose diagnostiziert. Dadurch hervorgerufene Veränderungen sind granulomatöse (knötchenartige) Entzündungen bevorzugt in Leber und Milz. Der Erreger wird oral aufgenommen und mit dem Kot ausgeschieden. Betroffene Tiere zeigen Apathie, Abmagerung und struppiges Gefieder. Mykobakterien kommen nahezu überall vor und sind sehr widerstandsfähig. Einige Unterarten können auch bei Menschen mit unzureichender Immunkompetenz zu Erkrankungen führen.

Bei fünf Tieren fanden sich verschiedene Tumore, die in zwei Fällen todesursächlich waren. Verdachtsmomente auf ein seuchenhaftes Geschehen ergaben sich zunächst bei keinem untersuchten Fallwildkörper. Von jedem Tier wurden Rückstellproben gesichert, damit sie bei neu auftretenden Hinweisen für Nachuntersuchungen zur Verfügung stehen.

Vogelgrippe konnte bislang als Todesursache ausgeschlossen werden.

 

Eier 2014

Auch 144 Eier aus verlassenen Gelegen wurden auf Antikörper untersucht, zum Großteil aus dem Landkreis Osnabrück, 10 aus Aurich und 9 aus NRW. 12 Eier waren wegen Verkeimung oder nicht vorhandenem Dotter nicht auswertbar.

Die ausgewerteten 132 Eier zeigten ebenfalls einen hohen Anteil an Antikörpern gegen das infektiöse Bronchitis-Virus. Eine Bestätigung, dass dieser Erreger auf dem Vormarsch ist.

In 11 Eiern fand man Antikörper gegen das aviäre Enzephalomyelitis-Virus (10 aus einem Gelege). Die Henne überträgt die Antikörper auf die Eier, um so frisch geschlüpfte Küken zu schützen. Erst nach etwa drei bis vier Wochen können Küken eigene Antikörper bilden. Daher weisen Eier aus dem gleichen Gelege auch gleiche Antikörper auf.

 

Küken 2014

Jungtiere ohne ausgereiftes Immunsystem sind anfälliger. Daher ist die Untersuchung von Küken wichtig, um Krankheitserreger zu finden. 2014 wurden 38 Jungtiere (NS: 23, NRW: 13, S-H:2) untersucht. Der Ernährungszustand der zwischen 3 bis 111 Wochen alten Küken war in 22 Fällen gut, in 15 Fällen mäßig und einmal schlecht. Eine willkürliche Kükenentnahme aus der Wildbahn gibt einen guten Überblick über ihren allgemeinen Ernährungszustand. In Anbetracht der hohen Zahl mäßig bis schlecht ernährter Jungtiere ist eine Ursachenforschung angebracht.

Die Küken wiesen unterschiedlich starken Parasitenbefall auf:

  • 34 waren von Federlingen befallen,
  • 30 hatten Kokzidien – mit unterschiedlich Starken Darmentzündungen,
  • einige wiesen Askaridias/Heterakis auf (ebenfalls Darnparasiten),
  • bei acht Jungtieren fanden sich Lungenwürmer, was zu Entzündungen in den Luftwegen und bei starkem Befall zum Ersticken führen kann,
  • nur fünf waren frei von Endoparasiten.

Starker Befall mit Endoparasiten ist ein Hinweis auf einen hohen Infektionsdruck oder Schwächung der Tiere, da Parasiten als Sekundärerreger bereits geschwächte Tiere befallen.

Auffällig zeigte sich auch bei Küken Entzündungen der Kopfhaut, ähnlich wie bei ausgewachsenen Tieren. Die Ursache soll im weiteren Verlauf des Projektes abgeklärt werden.

Dazu fielen Veränderungen der Muskulatur auf, deren Ursache zunächst unklar ist. Entzündungen der Luftröhre und der Lunge traten ebenfalls  gehäuft auf und stehen teilweise im Zusammenhang mit Lungenwurm-Befall. Ebenso traten in einigen Fällen entzündliche Veränderungen an der Leber auf. Bei drei Küken handelte es sich um eine geringgradige Leberentzündung, bei fünf lag eine mittel- bis hochgradige Hepatitis vor, bei drei Tieren kam es zu Nekrosen (Gewebsuntergang). In 11 Fällen lag eine Entzündung des Magens vor.

Weiter fiel auf, dass sich Entzündungszellen im Bereich der Körpernerven häufen. Die klinische Bedeutung ist unklar, da solche Veränderungen bei Fasanen noch nie beschrieben wurden.

Entzündliche Veränderungen an verschiedenen Organen und starker parasitenbefall sprechen für eine hohe Belastung des Immunsystems der Küken.

 

Fazit

Anhand der Fallwildbefunde ist anzunehmen, dass sich keine Seuche, an der ausgewachsene Tiere sterben, durch die Population zieht. Mit serologischen Untersuchungen wurden Erreger in der Population herausgestellt, vor allem aber bei Küken. Deren Untersuchungen zeigen auf, dass Jungtiere sich mit Parasiten und verschiedenen Organentzündungen auseinandersetzen müssen, was eine Schwächung wahrscheinlich macht.

Bestätigung und Ursache, dieser Schwächung (= Empfänglichkeit für Parasiten und Krankheitserreger) stehen im Fokus weiterer Untersuchungen.

 

Med.vet. Nele Curland

Institut terrestrische und aquatische Wildtierforschung, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

 

 

 

27. Verhinderung von Mähverlusten


Der 7. Wildschutztag des Landesjagdverbandes NRW in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer NRW auf Haus Riswick/Kleve am 08. Mai 2015 stand ganz im Zeichen einer „wildfreundlicheren“ Grünland-Ernte.

 

Gleich zu Beginn setzte Kreislandwirt Josef Peters, der die Teilnehmer des Wildschutztages für den Präsidenten der Landwirtschaftskammer auf Haus Riswick begrüßte, ein erstes Ausrufezeichen. Bei der Gefährdung von Wildtieren gehe es nämlich nicht nur um den Einsatz von Technik. So belegen ganz aktuelle Zahlen niederrheinischer Ornithologen, dass im Frühjahr 2016 etwa 60 Prozent der Kiebitz-Gelege durch Prädatoren, sprich Fressfeinde wie Fuchs, Rabenkrähe und Steinmarder zerstört worden seien.

Gerhard Thomas, Vorsitzender des LJV-Niederwildausschusses, zeigte sich erfreut über den kontinuierlichen Gedankenaustausch zwischen Niederwild-Hegern und der landwirtschaftlichen Praxis. Sein größter Wunsch sei es, dass gesicherte Erkenntnisse zur wildfreundlicheren Grünlandernte zeitnah und flächendeckend auch umgesetzt würden.

Dr. Jürgen Eylert (Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung NRW) nahm diesen Ball gleich auf und erinnerte daran, dass die Methode des Mähens von innen nach außen als „gute fachliche Praxis“ wörtlich in der Präambel der unlängst von Umweltminister Remmel unterzeichneten Biodiversitätsvereinbarung enthalten sei. Dr. Eylert verdeutlichte, dass die Hauptbrut- und –aufzuchtzeit maßgeblicher Niederwildarten und Bodenbrüter von Mai bis August voll in die komplette Grünlandernte falle und damit allein in NRW jedes Jahr ein hunderttausendfacher „sinnloser Tod“ vorprogrammiert sei.

Grünlandprofi Dr. Klaus Hünting (LWK NRW) verdeutlichte den landwirtschaftlichen Laien, warum ein möglichst früher erster Schnitt um den 20. April ernährungsbiologisch für die Futtergewinnung wichtig sei. Demgegenüber sei ein später erster Schnitt Ende Mai nicht nur unproduktiver, sondern wegen  des sog. Insel-Effektes (Wild massiert sich auf ungemähten Flächen) zur tödlichen Wildfalle werden könne. Pflanzenbiologisch gäbe es allerdings keinen Grund, auch noch nachts zu mähen. Wer dies tue, hätte eher seine Terminplanung mit dem Lohnunternehmer schlecht im Griff…

Dr. Mark Holsteg (LWK NRW Tiergesundheit) verdeutlichte die Gefahren für Nutztiere durch ausgemähte Wildtiere in der Grassilage (Botulismus). So könne ein einziger in das Futter gelangter Hase einen ganzen Rinderbestand auslöschen!

Heinrich Schnetger (LWK NRW) informierte über das recht komplizierte Verfahren von Agrarumweltmaßnahmen, von denen auch Wildtiere zukünftig profitieren könnten.

In der Diskussion zeigte sich, dass besonders eine Mahdverpflichtung auf temporär stillgelegten Flächen aus Sicht der Wildtiere höchst problematisch ist, da ihnen im Sommer ein sicheres Aufzuchtareal vorgetäuscht werde, dass mit einer sehr späten Mahd dann zur tödlichen Falle werde.

 

LJV-Wildretter wird weiter optimiert

Wildmeister Thomas Berner (LJV), der vor einigen Jahren den praktischen Zweikanalton-Wildretter entwickelte, berichtete über technische Verbesserungen und Details daran. Bei den Bausätzen habe sich herausgestellt, dass die entscheidende Platine derzeit von zwei Herstellern zu beziehen sei. Die chinesische Variante Monacor sei dabei gegenüber dem japanischen Beeper deutlich robuster und daher vorzuziehen. Jetzt mitten in der Grünlandernte gäbe es allerdings nirgendwo noch Bausätze. Wildmeister Berner riet daher, sich im Herbst entsprechend einzudecken und die Wildretter selbst zu bauen.

Demgegenüber hat LLD Ulrich Bultmann (LWK NRW Kreisstelle Warendorf) bessere Erfahrungen damit gemacht, die Wildretter fertig zu kaufen. In der neuesten Generation verfügten die Geräte über einen An-Aus-Schalter, externe Stromversorgung über den Schlepper und ein Magnet-Scharnier zur optimalen Einstellung des Beschallungswinkels. Bultmann empfahl, den flächendeckenden Einsatz dieser sinnvollen Geräte über den die in jedem Landkreis installierten „Runden Tische Artenschutz“ zu koordinieren.

Prof. Dr. Rolf Becker (Hochschule Rhein-Waal) demonstrierte den Einsatz von Drohnen mit hoch sensiblen Sensoren zur Wildrettung (besser: Wildfindung). Allein wegen der Kosten und Anfälligkeit dieser Systeme rechnet er nicht damit, dass diese Technik in naher Zukunft in die Praxis einziehen wird.

 

Im Rahmen des 7. Wildschutztages ist der LJV mit der Aktualisierung des Aufklebers  und des Flyers „Wildtiere schützen – von innen  nach außen mähen“ in die 8. Auflage gegangen. Das Informationsmaterial (Faltblatt und Aufkleber) und die DVD werden ungebrochen weiterhin aus ganz Deutschland und den angrenzenden europäischen Ländern nachgefragt.

 

Die Maschinenfabrik Bernhard Krone GmbH, Spelle, gibt weiterhin bei dem Verkauf eines Hochleistungs-Mähaufbereiters BIG M dem Käufer ein Faltblatt und einen Aufkleber zur Thematik „Wildtiere schützen – von innen nach außen mähen“ an die Hand, um den Käufer über die alternative Mähmethode und die Einsatzmöglichkeiten des BIG M zu informieren.

 

Bei den modernen, immer breiter und schneller fahrenden Mähern ist die alternative Arbeitstechnik „von innen nach außen mähen“ oder „von einer Seite zur anderen unter der Berücksichtigung einer Fluchtmöglichkeit der wild lebenden Tiere“ eine der wenigen Maßnahmen, Wildtieren eine, zumindest kleine, Fluchtchance zu geben.

 

Auf dem Wildschutztag wurde allerdings auch deutlich,  dass ohne die Schaffung und Erhaltung von Rückzugsräumen alle Maßnahmen zur Rettung der wildlebenden Tiere ins Leere laufen.

 

 

28. „Marder in Haus und Auto“

 

Viele Hausbewohner und Autofahrer werden von der Anwesenheit eines Steinmarders belästigt. Dies beschränkt sich nicht nur auf laute nächtliche Geräusche auf dem Dachboden, die den betroffenen Bürgern den Schlaf rauben, sondern auch in Garagen und Werkstätten, besonders während der Jungenaufzucht im Frühsommer und zur Paarungszeit im Spätsommer.

 

Diese Ruhestörungen werden häufig begleitet von kostenintensiven Beschädigungen an Dachisolierungen und Elektroinstallationen. Hinzu kommen Kabelverbisse an Fahrzeugen und Verunreinigungen mit Marderexkrementen (Kot, Urin) und Beuteresten.

 

Eigene Bemühungen ohne Erfolg?

Um betroffenen Bürgern/Bürgerinnen eine Möglichkeit zu geben, sich mit einfachen Mitteln erst einmal selbst zu helfen, um den „Untermieter“ wieder los zu werden, wurde vom Landesjagdverband in einer Kooperation mit der Forschungsstelle das Faltblatt „Marder in Haus und Auto“ erstellt. Der Flyer findet bei den Betroffenen ein großes Echo und wird stark nachgefragt.

Der Flyer kann auf unserer Homepage (www.ljv-nrw.de) im offenen Bereich unter dem Link Natur- und Wildschutz kostenlos heruntergeladen oder unter dem Link Shop/Infomaterial bis zu 20 Exemplaren kostenlos bestellt werden.

 

Sollten diese Tipps nicht zum Erfolg führen, bieten die jeweiligen Ansprechpartner der Kreisjägerschaften fachmännische Beratung und Hilfe an.

 

Der Landesjagdverband NRW möchte mit Unterstützung der örtlichen Kreisjägerschaften mittelfristig ein landesweites Netz von Ansprechpartnern zu dem Thema „Marder in Haus und Auto“ aufbauen.

 

Der Erfahrungsaustausch 2015 anlässlich der Messe „Jagd & Hund“ wurde von Herrn Frank Mackrodt aus der Sicht eines Dachdeckers und Marderbeauftragten des Hegerings Herdecke/KJS Ennepe-Ruhr e. V. gestaltet. Herr Mackrodt konnte den Teilnehmern sehr gute Informationen aus der Praxis vermitteln.

 

 

 

29. Fortbildung

 

Auch 2015 wurde den Mitgliedern an den drei Fortbildungsstandorten (Biotop- und Artenschutzzentrum Rheinberg, „Hubertusheim“ Rheda-Wiedenbrück, Jagdparcours Buke GmbH) ein umfangreiches und vielschichtiges Fortbildungsprogramm angeboten – darunter allein 39 Seminare.

 

Nach § 29 der Durchführungsverordnung zum novellierten Landesjagdgesetz NRW darf die Jagd mit Fanggeräten nur von Revierjägern, Bestätigten Jagdaufsehern oder von Personen ausgeübt werden, die an einem vom zuständigen Ministerium anerkannten Ausbildungslehrgang teilgenommen haben. Der Fangjagdlehrgang des LJV ist anerkannt. Die Nachfrage ist zurzeit so groß, dass alle vom LJV im Jahr 2015 (17 Termine) und im Jahr 2016 (23 Termine) ausgebucht sind.

Weitere Termine befinden sich in Vorbereitung!

 

Für die weitere organisatorische Abwicklung wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie sich bei Interesse für den Besuch eines Fangjagdlehrganges direkt beim

 

Landesjagdverband NRW, Geschäftsstelle, Gabelsbergerstr. 2, 44141 Dortmund, Frau Martina Junge, Fax.: 0 23 04 – 9 78 96 10, E-Mail: mjunge@ljv-nrw.de

unter Beifügung einer Kopie Ihres Jahresjagdscheines anmelden würden.

 

Alle Termine unseres Fortbildungsprogramms können Sie jedem aktuellen RWJ und unserer Homepage (www.ljv-nrw.de) im geschlossenen Bereich entnehmen.

 

Revierführungen wurden so gut angenommen, dass Anfang 2015 die zur Verfügung stehenden Termine sehr schnell ausgebucht waren.

 

 

30. Wildtierinformationssystem

 

Im Jahr 2015 wurde in den Referenzrevieren je eine Frühjahrs- und Herbstzählung durchgeführt. An diesen Erhebungen haben sich wiederum nahezu alle der rd. 110 Referenzreviere beteiligt.

Weiterhin fand im Frühjahr 2015 die fünfte Flächendeckende Einschätzung (FE 2015) statt.

 

Der Jahresbericht 2014 erscheint Anfang 2016 wieder in einer komprimierten Form als Broschüre mit der Darstellung der Ergebnisse aus den Referenzgebieten.

In Bezug auf den Hasen ist vorab zu sagen, dass NRW weiterhin seine führende Position auf Bundesebene inne hat.

 

Für das Jahr 2016 steht je eine Frühjahrs- und Herbstzählung in den Referenzrevieren an.

 

 

 

31. Dank an das Ehrenamt

 

Das Präsidium dankt den im Landesjagdverband, in den Kreisjägerschaften und in den Hegeringen ehrenamtlich Tätigen sowie allen anderen ehrenamtlich für das Jagdwesen Tätigen für ihr Engagement im vergangenen Jahr. Ohne diese ehrenamtliche Tätigkeit wären zahlreiche Erfolge bei der Arbeit des Verbandes nicht möglich gewesen. Bitte unterstützen Sie uns auch im laufenden Jahr mit Ihren Ideen und Ihrem tatkräftigen Einsatz!

Herunterladen: LJV-Jahresbericht 2015