Merkblatt für den Hundeführer - Infos zur Aujeszkyschen Krankheit (AK)

Gefahr für Jagdhunde durch Aujeszkysche Krankheit

 

Was ist die Aujeszkysche Krankheit?

Wie kann sich der Hund infizieren?

Welche klinischen Symptome hat ein infizierter Hund?

Wie kann ich einer Ansteckung entgegenwirken?

Kann ich das Risiko gänzlich umgehen?

 

Magyer Viszla - Bild von Thomas Such

Foto von Thomas Such

Was ist die Aujeszkysche Krankheit?
 

  • Die Aujeszkysche Krankheit (AK) ist ein eine Virus Infektion.
  • Aufgrund des Krankheitsverlaufes, ähnlich der Tollwut, wird diese auch oft als Pseudowut bezeichnet.
  • Wenn ein Hund sich infiziert, ist der Verlauf der Erkrankung immer letal.
  • Die Inkubationszeit beträgt ca. 1 – 4 Tage
  • Der Mensch ist für den Virus nicht empfänglich!
  • Der Erreger ist ein Herpesvirus.
  • Hauptwirte sind Haus- und Wildschweine.
  • Die AK ist eine anzeigepflichtige Tierseuche.
  • Das Virus kann je nach Umwelteinflüssen noch monatelang überleben.
     

Wie kann sich der Hund infizieren?

  • Aufnahme von Ausscheidungen wie Speichel (hochinfektiös)
    oder Blut, rohes Fleisch und Innereien.
  • Als hochinfektiös gelten folgende Teile: Mund- und Nasenschleimhäute, Gaumenmandeln und das Gescheide.
  • Ein kurzer Kontakt mit Schleimhaut oder Speichel kann bereits zu einer Infektion führen.


Gibt es eine Impfung o.ä.?

  • Nein. Es gibt für Hunde keinen Impfstoff.

 

Welche klinischen Symptome hat ein infizierter Hund?

Die Symptomatik ähnelt der einer Tollwut.

  • Im Anfangsstadium zeigt sich meist eine Benommenheit und Koordinationsschwäche.
  • Futteraufnahme wird verweigert.
  • Hund wird depressiv.
  • Teilweise kommt es zu anhaltendem Bellen, Unruhe und Angst.
  • Hunde haben kein Fieber.
  • Im weiteren Verlauf kommen Atemnot und starkes Speicheln hinzu.
  • Oftmals geht dies mit Schluckbeschwerden und Erbrechen einher.
  • Verlust der Körperkontrolle.
  • Starker Juckreiz im Kopfbereich.
  • Es kann zu Selbstverstümmelungen kommen.

 

Wie kann ich einer Ansteckung entgegenwirken?

Der beste Weg die Gefahr zu minimieren, ist die Vermeidung und Verminderung des Kontaktes mit Schwarzwild und dessen Ausscheidungen. Gänzliches Meiden von Schweinen, ist in der Praxis sicherlich nicht umzusetzen. Darum gilt folgendes:

  • Hunde von Aufbruch- und Streckenplatz fernhalten.
  • Kontakt mit Schwarzwild so gering wie möglich halten.
  • Hund nicht an erlegtes Stück lassen.
  • Verhindern, dass der Hund Pirschzeichen aufnimmt. (Besonders Infektiös ist z.B. der Lungenschweiß.)
  • Kein rohes Schweinefleisch verfüttern.

 

Kann ich das Risiko gänzlich umgehen?
 

  • Nein. Dies ist leider nicht möglich.

 

Weiterführende Informationen finden Sie z.B. im Interview des Deutschen Jagdverbandes mit dem Veterinär Dr. Thomas Müller, Leiter des nationalen Referenzlabors für die Aujeszkysche Krankheit am Friedrich Loeffler-Institut auf der Insel Riems.

Unter: https://www.jagdverband.de/content/die-aujeszkysche-krankheit-bei-hunden-bleibt-extrem-selten

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