Impfschutz - ein Muss und keine Lästigkeit!

Dass dies offensichtlich des Öfteren anders gesehen wird, legen Erfahrungen und Gespräche nahe, die mit Sicherheit jeder schon einmal gehört oder geführt hat. „Tollwut gibt es doch nicht mehr…“ oder auch „Impfen belastet den Hund …“ sind nur zwei Beispiele hierfür.

Impfschutz Hund

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass diese Auffassungen nicht stimmen und ggf. gefährlich werden können. Im Laufe des Jahres sind immer wieder Staupefälle in NRW aufgetreten. Eine Erkrankung, die für Hunde häufig tödlich oder aber u.a. mit irreversiblen Schädigungen des Nervensystems endet. Auch Fälle von Räude treten regelmäßig in NRW und Deutschland auf. Tollwut und Staupe sind Viruserkrankungen, für die bei Jagdhunden ein besonderes Infektionsrisiko besteht.

 

Die Tollwut in ihrer gängigen Form ist in Deutschland zwar dank intensiver Bekämpfung in den letzten Jahrzehnten weitestgehend verschwunden, das bedeutet aber nicht, dass Infektionsrisiken gänzlich ausgeschlossen sind. Die Fledermaustollwut wird von einem bei Fledermäusen auftretenden Virusstamm hervorgerufen, ist aber bei Kontakt mit infizierten Fledermäusen auch auf andere Tiere oder den Menschen übertragbar. Die allgemein durchgeführte Tollwutimpfung schützt den Jagdhund auch in diesem Fall.

 

Dazu kommen vor allem Tollwutfälle, die durch Importe von Hunden aus nicht „tollwutfreien“ Ländern, insbesondere Osteuropa, da hier eine ausgesprochen geringe Impfmoral besteht, nach Deutschland gelangen. Werden diese Tiere nicht unter legalen und veterinärmedizinisch kontrollierten Bedingungen eingeführt, ist die Gefahr, neben anderen Erkrankungen, auch die Tollwut nach Deutschland zu importieren groß.

 

Hunde, insbesondere unsere Jagdhunde, werden ohne Impfung unnötig und leichtfertig einem besonderen Risiko ausgesetzt. Auf der Jagd werden sie heute hier und morgen dort eingesetzt. Ob der Hund im Verlauf der Jagd mit einem infizierten Wildtier oder Artgenossen in Kontakt gekommen ist, lässt sich für den Hundeführer dabei in der Regel zunächst nicht feststellen. Auch ob ein infizierter Hund damit zum Überträger auf Jagden, in Lehrgängen, auf Prüfungen oder auch nur beim Spaziergang wird, ist zunächst nicht erkennbar.

 

Dabei ist es für jeden Hundeführer einfach, das Risiko solcher Krankheiten bestmöglich zu minimieren. Der einmal jährliche Besuch beim Tierarzt sollte für jeden Hund ohnehin ein Pflichttermin sein. Dabei kann dann auch der Impfschutz überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden. Hierzu stehen mittlerweile eine Reihe von gut verträglichen Impfstoffen zur Verfügung, die auch eine zuverlässige Langzeitwirkung sicherstellen (bis zu drei Jahren). Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Tierarzt beraten – und werden Sie ruhig misstrauisch, wenn dieser insbesondere bei Jagdhunden von einer Impfung abraten sollte! Jeder Hund, insbesondere jeder Jagdhund, sollte gegen Tollwut geimpft sein, wenn er jagdlich geführt wird. Tollwut ist für den Hund, aber auch für Menschen tödlich! Die Impfung schützt den Hund und schützt so auch den Menschen!

 

Für Veranstalter von Ausbildungskursen und Hundeprüfungen ist es oberste Pflicht, auf den gültigen Impfschutz der teilnehmenden Hunde zu achten. Aber auch bei Jagden sollte dies gewissenhaft erfolgen. Insbesondere dort, wo Krankheitsfälle bekannt geworden sind.

 

Auch die Bundestierärztekammer ruft aus aktuellem Anlass zur dringenden Beachtung des Impfschutzes auf:

http://www.bundestieraerztekammer.de/index_btk_presse_details.php?X=20151016115106