Fangjagd (Erläuterung zum neuen Jagdgesetz)

Erläuterungen zum neuen Jagdgesetz

Erläuterung zum neuen Jagdrecht

 

Quelle: Broschüre „Das ökologische Jagdgesetz NRW“ des MKULNV NRW (www.umwelt,nrw.de)

 

Fangjagdqualifikation

 

Die Fangjagd darf in Nordrhein-Westfalen nur von Revierjägern", Jagdaufsehern" oder von Personen ausgeübt werden, die zuvor an einem vom zuständigen Ministerium anerkannten Ausbildungslehrgang für die Fangjagd teilgenommen haben.

 

• Die fachliche Eignung kann bei Revierjägern aufgrund ihrer Berufsausbildung als gegeben angesehen werden. Auch Jagdaufseher haben gemäß Ziffer 5 des RdErl. d. Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft -I A 1- 62.30.60/111 B 6 - 71-28-00.00 - vom 27.1O.l992 (Bestätigung von Jagdaufsehern) ihre fachliche Eignung nachzuweisen und gelten daher ebenfalls als sachkundig.

 

Eine Liste mit anerkannten Ausbildungslehrgängen ist unter www.fangjagd.nrw.de veröffentlicht. Bisherige Prüfungszeugnisse des Landesjagdverbandes NRW gelten als Nachweis i. S. d. Landesjagdgesetzes.

 

Wer mit Netzen frettiert, braucht keinen Ausbildungslehrgang zu besuchen, da es sich nicht um ein Fangen der Wildkaninchen mit Fallen handelt.

 

Anzeigepflicht

 

Vor Verwendung von Lebendfangfallen sind der unteren Jagdbehörde

 

  1. Anzahl und Art der Fallen,
  2. Kennzeichen der Fallen,
  3. Einsatzort (Jagdrevier) und
  4. Verwendungszeitraum der Fallen

 

anzuzeigen. Bei Änderung der angezeigten Verhältnisse ist entsprechend zu verfahren.

 

Nicht angezeigt werden müssen Fallen, die im befriedeten Bezirk verwendet werden, dies gilt insbesondere für die Marderfang- beauftragten.

 

Ausübung der Fangjagd

 

Fallen für den Lebendfang sind wie bisher zu verblenden. Darüber hinaus sind sie dauerhaft und jederzeit sichtbar so zu kennzeichnen, dass ihr Besitzer von der unteren Jagdbehörde festgestellt werden kann. Zusätzlich sind Lebendfangfallen mit einem elektronischen Fangmeldesystem auszustatten, sofern keine kommunikations-technischen Gründe entgegenstehen (Funkloch).

 

Da bei der Fuchsbejagung am Bau mit der Jungfuchsfalle (Einzelfang) die Jägerin oder der Jäger in der Nähe bleibt, um die Jungfüchse des Geheckes nach deren Fang nacheinander zeitnah der Falle entnehmen zu können, ist hier die Verwendung eines Fangmeldesystems nicht erforderlich.

 

Fallen für den Lebendfang sind weiterhin morgens und abends zu kontrollieren. Dies gilt auch für Fallen mit elektronischem Fangmeldesystem. Tiere aus Fallen mit einem elektronischen Fangmeldesystem sind unverzüglich nach Eingang der Fangmeldung zu entnehmen. "Unverzüglich" bedeutet "nicht ohne schuldhaftes Zögern"; entscheidend ist also nicht das (objektive) Sofort, sondern die (subjektive) Zumutbarkeit alsbaldigen Handelns. Ein zeitnahes
Entfernen bedeutet bei einer Meldung in der Nacht, das erst am Morgen der Fangschuss sicher angetragen werden kann, der Einsatz von künstlichem Licht verbietet sich nach dem Bundesjagdgesetz. Eine Kontrollpflicht in der Nacht ist daher nicht angezeigt.

 

Die Verwendung von Totschlagfallen ist verboten.

 

Einen Muster für die Anmeldung für Lebensfallen bei der Unteren Jagdbehörde finden Sie im Anhang.

Herunterladen: Muster Frangjagd-Meldebogen für Untere Jagdbehörde