Lebensraumoptimierung durch blühende Flächen

Kreisjägerschaft engagiert sich für mehr blühende Flächen in Rüthen

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Um sich die Ergebnisse eines Feldversuchs zur Lebensraumoptimierung verschiedener wildlebender Tiere, besonders aber der Vogel- und Insektenarten anzusehen, trafen sich Vertreter des Landesjagdverbands NRW, des Kreises Soest, der Landwirtschaftskammer NRW, der Landesanstalt für Natur- Umwelt- und Verbraucherschutz NRW, des Ministeriums für Klima- Umwelt- Landwirtschaft- Natur- und Verbraucherschutz NRW und des Institutes für Landschaftsökologie der Universität Münster an mehreren Ackerflächen in Rüthen. Die Basis für das Projekt schafften die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Soest und die Bezirksstelle für Agrarstruktur der Landwirtschaftskammer. Ausgewertet wird der Versuch durch die Diplomarbeit Robert Imnitzers, Uni Münster, in Kooperation mit den Projektpartnern.
 
Gefördert durch die EU und das Land NRW werden sechs verschiedene Saatmischungen über fünf Jahre beobachtet und bewertet, sodass man ohne Dünger und Pflanzenschutzmittel die bestmögliche Preis-Leistungsmischung ermitteln und auch auf andere Standorte übertragen kann. „Bestmöglich“ heißt hier, dass ein großes Nahrungsangebot für Insekten und gefährdete Vogelarten geschaffen wird. „Dass wir immer weniger Insekten verzeichnen können, ist offensichtlich. Leider sind die Ursachen aber vielfältig und kaum erforscht, selbst in naturbelassenen Schutzgebieten sind weniger Insekten zu finden.“, so Franz-Josef Röper, Referent der Landwirtschaftskammer NRW. „Wir probieren, durch eine möglichst große Blütenanzahl mehr Insekten zu locken und gleichzeitig auch der Erosion vorzubeugen. Hierzu müssen die Pflanzen relativ schnell und stark wachsen, aber die Blüten auch bis in den Herbst hinein reichen.“ Auch Gerhard Thomas vom Landesjagdverband NRW stimmte zu:  „Für die verschiedenen Vogelarten sind Insekten besonders bei der Aufzucht der Küken unabdingbar. Daher begrüßen und unterstützen wir die Aktion natürlich.“
 
Bereits das erste Versuchsjahr zeigte nun, dass die teuersten Mischungen, die Saatgutkosten betragen bis zu 400€ pro Hektar, nicht allen Wünschen gerecht werden. In den Folgejahren nach der Aussaat sind mehr Gräser als Blüten zu erwaten, was der Natur dann eher wenig nützt. Die billigeren, auf die Region und mit dem Naturschutz abgestimmten Mischungen stimmen aber positiv: viele blühende Flächen kann man mittlerweile zwischen Rüthens Feldern entdecken. Auch die vielen Ameisen, die während der Besichtigung an Gummistiefeln hochkletterten, lassen hoffen. Vier weitere Jahre werden diese Flächen noch beobachtet und locken hoffentlich mehr Insekten und Wildtiere nach Rüthen.