Herzlich Willkommen bei der Kreisjägerschaft (KJS) Rhein-Sieg e.V.

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Mit Schalldämpfer-Erlaubnis geht die jagdpolitische Wende in NRW weiter

Einsatz dient Gehörschutz von Jägern und Jagdhunden und ist ab sofort erlaubt – Knall bleibt aber hörbar

 

07. November 2017, Dortmund (LJV). Schalldämpfer sind für Jagdgewehre ab sofort in Nordrhein-Westfalen erlaubt. Der entsprechende Erlass des Innenministeriums an die Waffenbehörden findet die volle Unterstützung des Landesjagdverbandes. „Hier wird eine alte Forderung von uns endlich erfüllt“, sagte NRW-Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg, „damit geht die jagdpolitische Wende im Land weiter.“ Innenminister Herbert Reul und Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking hatten zuvor mitgeteilt, dass mit der Entscheidung das Gehör von Jägern und Jagdhunden geschützt werden soll.

In anderen Bundesländern gilt diese Regelung bereits. Mit Schalldämpfer wird der Schussknall um etwa 20 bis 30 Dezibel reduziert, bleibt aber deutlich hörbar. Für das Gehör der Jäger und ihrer Hunde bedeutet der Erlass nun auch in NRW praktizierten Arbeits- und Tierschutz. Die Sicherheit Dritter wird durch den Einsatz von Schalldämpfern bei der Jagdausübung aber nicht gefährdet. Denn auch für sie bleibt der Knall, anders als in vielen Filmen dargestellt, auf weite Entfernung gut zu hören.

 

Der Landesjagdverband weist darauf hin, dass auch künftig keinen Schalldämpfer einsetzen muss, wer das nicht will oder kann. Nicht für jeden Waffentyp stehen Schalldämpfer zur Verfügung.

Die jagdpolitische Wende in NRW setzt sich beim Fuchs weiter fort

Jagd am Kunstbau wird im ganzen Land wieder erlaubt werden – Ministerium mahnt intensive Bejagung von Beutegreifern zum Schutz der Tierwelt an

 

Die jagdpolitische Wende in Nordrhein-Westfalen nimmt schon weiter Gestalt an, bevor die von der neuen Landesregierung angekündigten und notwendigen gesetzlichen Regelungen nach den erforderlichen Beratungen durch den Landtag verabschiedet werden können. Das Landesministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz hat in einer dienstlichen Mitteilung vom 17. Oktober alle Unteren Jagdbehörden der Kreise und kreisfreien Städte Nordrhein-Westfalens aufgefordert, in deren jeweiligen Zuständigkeitsgebieten die Jagd auf den Fuchs im Kunstbau zu erlauben. 

 

„Das Jagdrecht in Nordrhein-Westfalen wird wieder vom Kopf auf die Füße gestellt “, sagte dazu Ralph Müller-Schallenberg. Der Präsident des Landesjagdverbandes zeigte sich einmal mehr überzeugt, dass es in NRW nach dem Regierungswechsel insgesamt zu einer modernen und sachgerechten Jagdgesetzgebung mit den Hauptbetroffenen und nicht gegen sie kommen werde.

 

Die generell von der Vorgängerregierung verbotene Jagd auf den Fuchs im Kunstbau war 2015 für zwei Jahre in bestimmten Regionen des Landes örtlich ermöglicht worden („kartografische Gebietskulisse“). Nun hat die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung die Lage neu bewertet und kommt zu dem Ergebnis, die Gebietskulisse zum Schutz der Tierwelt auf das gesamte Landesgebiet Nordrhein-Westfalens mit Ausnahme befriedeter Bezirke auszuweiten. Feldhase, Fasan und andere Tierarten gehen demnach im Bestand weiter zurück, die Fuchsbesätze dagegen haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Das Ministerium hat deshalb die Unteren Jagdbehörden gebeten, „die Baujagd auf den Fuchs im Kunstbau in Ihrem Zuständigkeitsgebiet von Amts wegen für fünf Jahre (Jagdjahr 2017/18 bis 2021/22) zu erlauben.“

 

Zudem weist die Forschungsstelle nach Angaben des Ministeriums darauf hin, dass angesichts der prekären Bestandssituation vieler Arten die Raubwildbejagung auch durch andere Jagdmethoden nicht vernachlässigt und nicht auf die Fuchsbejagung am Kunstbau fokussiert werden sollte. „Vielmehr ist es geboten, die Bejagung aller Prädatoren, die für den Feldhasen und die Bodenbrüter relevant sind, in ihrer gesamten Bandbreite zu aktivieren“, heißt es aus dem Ministerium.

 

Die Weisung des Ministeriums bezieht sich derzeit ausdrücklich nur auf die Fuchsjagd im Kunstbau. Nachfragen des LJV haben ergeben, dass für die Anlage von Kunstbauten auch in bisherigen Nicht-Kulisse-Gebieten kein Antrag auf Genehmigung erforderlich sein wird, sondern die Anlage- und Jagderlaubnis auf dem Weg einer Allgemeinverfügung erteilt werden soll.

So gesehen Im Wald und auf der Heide …

… da findet der Jäger seine Freude, heißt es in einem alten Volkslied (Text 1816/Melodie 1827). Da wird von der Freude der Jagd, dem Beute machen und der Schönheit „auf Gottes freier Flur“ gesungen. Zu meinen Volksschulzeiten wurden solche Volkslieder sogar noch im Unterricht gesungen. Nun, das wird sich gelegt haben, weil Liedgut schließlich viel einfacher vom Smartphone als aus der eigenen Kehle kommt.

 

Was hat das alte Lied nun mit einem Text an dieser Stelle zu suchen? Die Lösung ist recht einfach: Da fahre ich morgens durch Lohmar Richtung Siegburg. Etwa auf Höhe der Firma Walterscheidt sehe ich einen jungen Mann auf dem Fußweg Richtung Ortsmitte gehen. Na nu, denke ich, der trägt ja zum einen Grün, hat ein Hütchen auf dem Kopf und in der Hand einen dreibeinigen Schießstock. Den benutzen Jäger, um sauber und sicher ihr Wild erlegen zu können. Und siehe da, auf dem Rücken trug er nicht nur einen Rucksack, sondern auch sein sorgsam verpacktes Gewehr.

 

Wie weit der Jüngling (er muss schon mindestens 18 Jahre alt sein, sonst dürfte er sein Gewehr nicht transportieren) noch nach Lohmar hineingehen musste, ist unbekannt. Aber Mut hat der coole Typ. Werden Jäger doch häufig angepöbelt und mit Schmähungen überzogen. Dabei nimmt die Zahl junger Menschen, vor allem junger Frauen, die sich der schwierigen Jägerprüfung unterziehen, immer weiter zu. Sie wollen mehr über die Zusammenhänge in Feld und Flur wissen und auch ihr Fleisch selbst erbeuten. Oder sich gar im Winter den Fuchsbalg nutzbar machen und sich ihn um den Kragen hängen.

 

Was insgesamt Sinn macht angesichts von Massentierhaltung oder Eierskandalen. Jäger wissen, wo ihr Fleisch herkommt. Da möchte ich dem jungen Jägersmann und nicht nur dem zurufen „auf, auf zum fröhlichen Jagen, auf in die grüne Heid“. Was übrigens auch ein altes Volkslied ist.

 

Hanjo Wimmeroth (für General-Anzeiger, Bonn)

Kreismeisterschaft 2017

Die Ergebnisse der Kreismeisterschaft im jagdlichen Schießen 2017 stellen wir als PDF-Datei zum Download zur Verfügung.

 

Herunterladen: Ergebnisse 2017

LJV: Reduzierung der überhöhten Schwarzwildbestände

Erlass zur Reduzierung der überhöhten Schwarzwildbestände und Verringerung des Risikos einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vom 17. Juli 2017

 

Möglichkeit der landesweiten Schonzeitaufhebung der Überläufer

 

17. Juli 2017, Dortmund (LJV). Mit dem Erlass zur Reduzierung der überhöhten Schwarzwildbestände und Verringerung des Risikos einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vom heutigen Tag, bittet das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MUNLV) die unteren Jagdbehörden in ihrem Zuständigkeitsbereich die Schonzeit für Überläufer gemäß § 24 Absatz 2 LJG-NRW mit sofortiger Wirkung bis zum 31.03.2018 aufzuheben.

 

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW wird gebeten, auf die Erhebung von Entgelten für die Bejagung von Frischlingen und Überläufern zu verzichten.

 

Herunterladen: Erlass als PDF-Datei

Aktuelles und Historisches zum Wald-Wild-Konflikt

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Der Streit von Jägern auf der einen Seite und Förstern sowie Waldbesitzern auf der anderen Seite, ob es denn zu viel Schalenwild im Wald gibt, ist keineswegs neu. Die Idee, die Waldbewirtschaftung näher an die natürlichen Prozesse zu binden, hat mit Alfred Möller und seiner Dauerwaldbewegung bereits vor 100 Jahren Diskussionen ausgelöst. Wenn also heute die Forstwirtschaft sich auf macht, diesen Ideen mehr Raum zu verschaffen, darf die Wildfrage nicht außer Acht gelassen werden. Ein Mehr an Baumartenvielfalt und Naturverjüngung ist nur mit angepassten Wildbeständen möglich. Was Jäger und Waldbesitzer aber immer noch vernachlässigen: vom naturnahen Wald profitiert auch das Wild und mehr miteinander zu reden ist besser, als nur übereinander zu schimpfen. Dr. Hanns Noppeney und Dr. Norbert Möhlenbruch haben sich in Wort und Bild dem Thema gewidmet. Den Beitrag finden Sie unter der Rubrik Wildfotografie. Viel Spaß beim Lesen.

Elisabeth Trimborn

Artenschutzförderungen für Grün- und Ackerland erhöht

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Die Mittel für Pflege-und Gestaltungsmaßnahmen im Grün-und Ackerland wurden erheblich angehoben. Für Wiesen und Weiden können keine neuen Anträge angenommen werden, weil die Mittel von Kreis und Land bereits aufgezehrt sind, es sei, es handelt sich um Bereiche mit ausgewiesenem Naturschutz. Die Biologische Station Eitorf, in dessen Trägerverein auch unsere KJS ist, sucht aber weitere Flächen im Ackerland. Dort sind Maximalprämien von 1900 Euro je ha möglich ohne dass besondere Schutzausweisungen vorliegen oder ausgesprochen werden. Maßnahmen, die auch dem Niederwild dienen, sind ausdrücklich gesucht. Haben Sie also selber Flächen oder können sie einen Landwirt in ihrem Revier dafür werben, sollten sie sich unmittelbar an Herrn Weddeling von der Biologischen Station Tel 02243 847906 wenden.

 

Dr. Norbert Möhlenbruch
Obmann Naturschutz

Wald schützen und Waldbesitzer stärken

Bundesminister Schmidt bringt neues Wald- und Jagdgesetz auf den Weg.

 

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt erklärte dazu: "Unsere Maxime heißt schützen und nützen. Der Wald bringt uns wirtschaftliche Erträge und Erholung, dient dem Klimaschutz und beherbergt eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Mit dem neuen Gesetz haben wir es geschafft, insbesondere die Bewirtschafter kleinerer Waldflächen bei der nachhaltigen Waldbewirtschaftung zu unterstützen. Mein Ziel ist die Stärkung insbesondere der Besitzer kleinerer Wälder und die Sicherung einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Jagd."

 

Die geplante Änderung des Bundeswaldgesetzes trägt dafür Sorge, dass den Waldbesitzern bei den der Holzvermarktung vorgelagerten forstlichen Dienstleistungen (z.B. Markierung der Bäume) eine qualifizierte Beratung auch durch staatliche Förster angeboten werden kann. Die Bewirtschafter von kleineren Waldflächen unterstützt das geplante Gesetz dabei, eigenverantwortlich die mit der nachhaltigen Waldbewirtschaftung verknüpften Gemeinwohlleistungen zu erbringen. Der Gesetzentwurf betont ausdrücklich die Bedeutung des privaten Waldbesitzes sowie der Forstbetriebsgemeinschaften für die Daseinsvorsorge im Cluster Forst und Holz.

 

Mit den Änderungen des Bundesjagdgesetzes setzt das BMEL unter anderem seine Vorstellungen für eine Minimierung des Bleis in Jagdmunition um, die gleichzeitig Anforderungen des Tierschutzes berücksichtigen. Zusätzlich werden die Inhalte der Jägerausbildung und der Prüfung an zeitgemäße Anforderungen angepasst.

 

Die Ressortabstimmung über den Entwurf zur Änderung des Bundeswaldgesetzes (BWaldG) und des Bundesjagdgesetzes (BJagdG) ist abgeschlossen.

 

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung geht noch heute in die Länder- und Verbändebeteiligung. Für Mitte März sind die Anhörungen der Länder und Verbände geplant. Anschließend ist die Befassung durch das Bundeskabinett und die Einleitung des Gesetzgebungsverfahrens vorgesehen.

 

Quo vadis - Niederwild?

Die Jägerschaft Rhein-Sieg diskutierte mit Prof. Ulrich Köpke und Betriebsleiter Dr. Berg auf dem Wiesengut in Hennef die Möglichkeiten, Tieren der Agrarlandschaft einen verbesserten Lebensraum zu gestalten. Als Leiter des Institutes für organischen Landbau und Mitglied verschiedener Kommissionen entwickelt Prof. Köpke in der praktischen Erprobung Vorgehensweisen für ein Nebeneinander von Wildflora, -fauna und moderner Landwirtschaft. Erhöhung der Grenzlinien, Minimierung von Pflanzenschutz, Klee-Gras-Gemische, Wildkrautstreifen entlang der Schläge, Hecken, die nicht einfach durchwachsen, sondern mustergültig in Abschnitten auf den Stock gesetzt werden und Vielfalt der Ackerfrüchte bleiben nicht ohne Wirkung: im Durchschnitt der Jahre beherbergt das Wiesengut einen Hasen je ha und liegt damit weit über dem Durchschnitt der umliegenden Siegauenlandschaft. Der Versuchsbetrieb der Universität Bonn kann in seinen Maßnahmen nicht Leitlinie für den allgemeinen Ackerbau im Rheinland sein, es ergeben sich aber viele Fragen und Angebote: Ist der Hasenreichtum Ergebnis einer optimalen Ernährung im Säugestadium der Häsinnen, erlauben die lichter geführten Bestände mit einer noch weit verbreiteten Kräuterpalette Lebensraum auf ganzer Fläche, sind Vorgewendestreifen mit anderem Pflanzenbau die eigentliche Chance des Greening und der Bodenpflege, welche Rolle spielt der Insektenreichtum für Fasan und Rebhuhn? Die Diskussion erbrachte einige Kritik an den bisherigen Greeningbemühungen. Nicht nur die Fläche von lediglich 5 % wurde bemängelt , sondern auch die Wirksamkeit mancher Maßnahme. Wird z. B. eine Zwischenbegrünung dunkel und nass gestaltet, zudem noch im falschen Zeitpunkt gemulcht, ergibt sich oft eher eine Falle als ein neuer Lebensraum.

Interessant auch der Apell nach mehr Absprache zwischen Landwirten und Jägern. Neben der Lebensraumfrage ist Prof. Köpke sich absolut sicher: nur wer die Prädatoren im Griff hat, kann bei den sich über Jahrzehnte eingestellten schlechten Grundbedingungen der Ackerlandschaft dennoch Erfolge beim Niederwild erzielen.

 

Dr. Norbert Möhlenbruch KJS Rhein-Sieg