Der Jagdschein erfordert viel Fleiß!

Wer in Deutschland die Jagd ausüben will, benötigt einen Jagdschein. Zuvor muss jedoch die Hürde der Jägerprüfung genommen werden, denn erst nach bestandener Prüfung kann ein Jagdschein gelöst werden. Die zuständige Behörde muss allerdings die Erteilung eines Jagdscheines denjenigen Versagen, bei denen Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie die erforderliches Zuverlässigkeit (Polizeiliches Führungszeugnis) oder körperliche Eignung nicht besitzen.

 

Das Mindestalter für die Jägerprüfung ist 15 Jahre. Personen die das 16. Lebensjahr vollendet haben, aber noch nicht 18 Jahre alt sind, wird nach bestandener Prüfung der Jugendjagdschein erteilt. Den Vorbereitungslehrgang können Jugendliche im entsprechenden Zeitrahmen schon vor Vollendung des 16. Lebensjahres besuchen. Die Prüfung zum Jugendjagdschein erfolgt unter den gleichen Bedingungen wie die zur Erlangen des normalen Jagdscheines für erwachsene Personen.  Der Jugendjagdschein berechtigt nur zur Jagdausübung in Begleitung des Erziehungsberechtigten oder einer von diesem schriftlich beauftragten Aufsichtsperson. Die Begleitperson muss jagdlich erfahren sein.

 

In der Regel bietet die Kreisjägerschaft Emschergau e. V. Vorbereitungslehrgänge an. Diese Lehrgänge, die an zwei Abenden pro Woche (Dienstags und Donnerstags) und an den Wochenenden (in der Regel Samstags) durchgeführt werden, dauern rund 7-8 Monate (Von  September bis Mitte April). Während des Unterrichtes werden alle für die Prüfung wichtigen Inhalte von Naturschutz über Wildkunde und Recht bis Waffenkunde und Jagdpraxis von Fachleuten vermittelt. Hinzu kommt die Schießausbildung auf einem Schießstand, um den sicheren Umgang mit der Waffe zu Üben.  

 

Für die Prüfung muss der Jagdscheinanwärter umfassende Kenntnisse in folgenden Sachgebieten in Praxis und Theorie erwerben: Kenntnis der Tierarten, Wildbiologie, Wildhege, Naturschutz, Jagdbetrieb, waidgerechte Jagdausübung, Sicherheitsbestimmungen, Jagdhundewesen, Behandlung des erlegten Wildes, Wildkrankheiten, Grundzüge des Land- und Waldbaus, Wildschadenverhütung,  Waffentechnik, Führen von Jagd- und Faustfeuerwaffen (insbesondere sichere Handhabung, Gebrauch und Pflege der Jagd- und Faustfeuerwaffen), Jagdrecht, Grundsätze und wichtige Einzelbestimmungen des Waffenrechts, des Tierschutzrechts sowie des Natur- und Landschaftspflegerechts.

 

In der praktischen Ausbildung steht der sichere Umgang mit der Jagdwaffe und der Kurzwaffe (Pistole und Revolver) an erster Stelle. Die Schießfertigkeit wird auf einem Schießstand mit Langwaffen (Büchse/Kugel sowie Flinte/Schrot) und der Kurzwaffe trainiert.

 

Durch Reviergänge und Exkursionen werden Kenntnisse der Revierpraxis und der Jagdorganisation vermittelt sowie das Wissen über Flora und Fauna vertieft. Aber auch die Behandlung des erlegten Wildes, der Bau von Reviereinrichtungen und die Teilnahme an Treibjagden sind Bestandteile des Kurses.

 

Die Prüfung untergliedert sich in drei Abschnitte:

  • eine schriftliche Prüfung zu den aufgeführten Themen
  • eine Schießprüfung
  • eine mündliche Prüfung

Die Prüfung wird durch eine mehrköpfige Kommission durchgeführt und findet in der Regel im April statt. Wer in der Schießprüfung oder der mündlichen Prüfung  nicht bestanden hat, kann sich im Herbst einer Nachprüfung unterziehen.